Jadons Saat
geht auf und beginnt in der Vergangenheit ihr Werk. Ein
tödliches Werk, nicht nur gefährlich für die in Uruk
herrschenden Urvampire! Es geht voran, und die ganze Welt steht an
einem Abgrund aus Wahrscheinlichkeiten, in dessen Tiefen die
endgültige Vernichtung wartet.
Das Ende dieses Zyklus' ist nicht ganz das Ende! Und wenn auch die
vier Bände in sich nicht die Einheit boten, die man vielleicht
gewünscht oder erwartet hätte, werden sie hier, "am Ende",
doch irgendwie "logisch" zusammengeführt.
Glücklicherweise setzt sich zumindest nicht der
Erzählstrang des letzten Bandes fort. Es wird - erneut in diesem
Zyklus - eine weitere "Ebene" erschaffen, auf der dann alles
"kulminiert". Diesmal spielt sich der Hauptteil der Handlung in der
Vergangenheit ab und "erklärt" letztlich das "Chaos" der letzten
Romane, bzw. bringt diese in eine Verbindung.
Ich bin ja eigentlich kein Fan von Zeitreisen; in diesem Fall finde
ich die Geschichte(n) jedoch sehr gelungen. Lilith ist zwar wieder
etwas in den Hintergrund gerückt (aber keine Sorge, sie darf
trotzdem noch einiges "anstellen", und die Momente, in denen sie "an
der Macht" ist, sind sehr gut geschildert), aber Jade, Jadons
"Tochter", ist ein guter "Ersatz".
Insbesondere der Prolog ist absolut fantastisch und gefällt mir
sehr gut.
Daß es dann "Schlag auf Schlag" geht, nimmt ein wenig die
Spannung; Jade fällt einfach zu viel zu leicht. Andererseits,
was soll man von der Tochter des Bruders Jesu anderes erwarten?
;-)
Die Atmosphäre von Uruk wurde sehr schön geschildert und
eingefangen, und auch die Wächter, die Lilith auf den Weg
schicken, machen "gute Stimmung".
Fazit:
Routiniert und gekonnt erzählt, liefert Susan Schwartz hier das
Ende eines recht "chaotischen" Zyklus' ab und schafft es, die mehr
als Einzelromane zu sehenden Bände zusammenzuführen.
Die Übermacht von Jadons Erben, oder besser gesagt Erbin,
läßt nicht sehr viel Spielraum für Spannung,
dafür ist die Atmosphäre insgesamt sehr gut getroffen und
beschrieben. Lilith, leider nur in einer - dafür aber wichtigen
- Nebenrolle, kann/darf wieder nicht ihre tatsächlichen
Fähigkeiten ausspielen. Verblüffend genug, daß es der
Autorin trotzdem gelingt, sie und ihre Handlungen hervorragend zu
schildern.
11 Punkte