Susan Schwartz:

"Am Abgrund"

(Das Volk der Nacht - Band 12)
D 2002
(240 Seiten, Hardcover, Zaubermond Verlag, ISBN 3-931407-68-3, EUR 13,95)
- erschienen: April 2002 -

Jadons Saat geht auf und beginnt in der Vergangenheit ihr Werk. Ein tödliches Werk, nicht nur gefährlich für die in Uruk herrschenden Urvampire! Es geht voran, und die ganze Welt steht an einem Abgrund aus Wahrscheinlichkeiten, in dessen Tiefen die endgültige Vernichtung wartet.

Das Ende dieses Zyklus' ist nicht ganz das Ende! Und wenn auch die vier Bände in sich nicht die Einheit boten, die man vielleicht gewünscht oder erwartet hätte, werden sie hier, "am Ende", doch irgendwie "logisch" zusammengeführt.

Glücklicherweise setzt sich zumindest nicht der Erzählstrang des letzten Bandes fort. Es wird - erneut in diesem Zyklus - eine weitere "Ebene" erschaffen, auf der dann alles "kulminiert". Diesmal spielt sich der Hauptteil der Handlung in der Vergangenheit ab und "erklärt" letztlich das "Chaos" der letzten Romane, bzw. bringt diese in eine Verbindung.
Ich bin ja eigentlich kein Fan von Zeitreisen; in diesem Fall finde ich die Geschichte(n) jedoch sehr gelungen. Lilith ist zwar wieder etwas in den Hintergrund gerückt (aber keine Sorge, sie darf trotzdem noch einiges "anstellen", und die Momente, in denen sie "an der Macht" ist, sind sehr gut geschildert), aber Jade, Jadons "Tochter", ist ein guter "Ersatz".
Insbesondere der Prolog ist absolut fantastisch und gefällt mir sehr gut.
Daß es dann "Schlag auf Schlag" geht, nimmt ein wenig die Spannung; Jade fällt einfach zu viel zu leicht. Andererseits, was soll man von der Tochter des Bruders Jesu anderes erwarten? ;-)
Die Atmosphäre von Uruk wurde sehr schön geschildert und eingefangen, und auch die Wächter, die Lilith auf den Weg schicken, machen "gute Stimmung".

Fazit:
Routiniert und gekonnt erzählt, liefert Susan Schwartz hier das Ende eines recht "chaotischen" Zyklus' ab und schafft es, die mehr als Einzelromane zu sehenden Bände zusammenzuführen.
Die Übermacht von Jadons Erben, oder besser gesagt Erbin, läßt nicht sehr viel Spielraum für Spannung, dafür ist die Atmosphäre insgesamt sehr gut getroffen und beschrieben. Lilith, leider nur in einer - dafür aber wichtigen - Nebenrolle, kann/darf wieder nicht ihre tatsächlichen Fähigkeiten ausspielen. Verblüffend genug, daß es der Autorin trotzdem gelingt, sie und ihre Handlungen hervorragend zu schildern.
11 Punkte

Thomas Folgmann


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