Brian Lumley:

"Necroscope - Blutlust"

(Necroscope - Band 7)
OT: Necroscope 3 - The Source
Ü: Michael Plogmann
USA 1989
(192 Seiten, Paperback, Festa-Verlag 2807, ISBN 3-935822-37-5, EUR 10,-)
- erschienen: Februar 2002 -

Wir befinden uns wieder in der russischen Station am Perchorsk-Paß, in der sich durch einen Unfall ein Tor zu einer anderen Welt geöffnet hat. Jazz Simmons, der westliche Spion, der beim Ausspähen der Station gefangengenommen wurde, ist von Major Chingiz Khuv vom KGB durch das Sphärentor in die Welt geschickt worden, von der wohl ursprünglich die Vampire kamen. Beim Durchgang ist es Simmons gelungen, seinen Aufpasser Karl Voytsky mit durch das Tor zu ziehen und sich so für dessen Mißhandlungen zu rächen, da der Durchgang nur einseitig funktioniert. So hat sich Jazz aber nur einen weiteren Feind in der neuen Welt geschaffen - und in was für eine Welt gelangt er!
Wenigstens gut bewaffnet und ausgerüstet kommt Jazz bei einer mächtigen Bergkette heraus. Die Berge bilden gewaltige Säulen, von Wind und Wetter gezeichnet, und auf ihren Spitzen scheinen eigentümliche Burgen wie bizarre Wachposten zu ruhen. Über einen Paß versucht Jazz dieser Gegend zu entkommen, und dabei begegnet er einer Frau von der Erde, Zek Föener.
Zek sind wir bereits bei der Schlacht um Schloß Bronnitsy begegnet. Sie hatte die Vernichtung überlebt, die Harry Keogh über die Zentrale des russischen Psi-Dezernates gebracht hatte. Zek Föener war eine Telepathin, die nach diesen Geschehnissen in Ungnade gefallen war und schließlich auch in die fremde Welt verbannt wurde.
Zek kann Jazz viel über diese Welt berichten, über die Menschen, die mit den Zigeunern verwandt scheinen, über die seltsamen, ewiglangen Tageszeiten dieser Welt und über die Beherrscher der Nachtseite, die Whamphyri. Die Vampire herrschen von ihren Wolkenhorsten aus - Burgen aus lebender Materie. Ihre stärkste Waffe sind die gigantischen Whamphyrikrieger, riesige Fluggeschöpfe mit einem Dutzend Köpfen und mit Mäulern voller sichelartiger Zähne.

Eine Welt, wie sie sich H. R. Giger ausgedacht haben könnte.
In der Tat erinnern viele der Geschöpfe an Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt", und ich denke, daß Lumley hier auch einige seiner Ideen gezogen hat.
Die phantastische Welt, die uns Lumley hier darbietet, ist das bisher Beste, was er in seinen Necroscope-Romanen geschrieben hat. Ich habe das Gefühl, daß er sich hier richtig ausbreiten und seine eigenen Ideen ausfabulieren kann. Wobei er den doch engen Rahmen, den die Geschichte langsam auf der Erde annahm (der kalte Krieg zwischen Ost und West, der immer gleiche Kampf gegen die Vampire; die anfangs interessanten Fähigkeiten von Harry Keogh, die aber für die Handlung uninteressant wurden, da sie zu ultimativ waren, und natürlich die Gestalt des Necroscopes selbst, bei der es Lumley leider nie wirklich gelang, ihr richtiges Leben einzuhauchen), endlich aufgibt.
Die Geschichte scheint sich langsam in neue Dimensionen zu begeben, was den Lesereiz wieder ziemlich erhöht hat. Wenn sich alles so weiterentwickelt, werden die Necroscope-Geschichten noch viel Freude bereiten.

13 Punkte

Bernd Krosta


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