Fudoh
befindet sich in der Gewalt von Miki Takeo. Dessen
Gehirnwellenscanner dringt allerdings nicht in die Gedanken des
Generals ein. So schlagen die WCA-Wissenschaftler vor, daß
Aruula mit Hilfe eines Serums in die Gedankenwelt des Generals
eintaucht, um dessen Ziele und Pläne herauszufinden. Ein
Vorschlag, den Matt entrüstet ablehnt. Aber die Lage ist
prekär - Verhandlungen mit dem Gegner haben bis jetzt keine
Wirkung gezeigt. Und ob die Japaner nicht noch Raketen in der
Hinterhand haben, weiß auch kein Mensch.
Fudoh träumt von seiner Vergangenheit. Nach dem großen
Crash sind die japanischen Inseln sehr geschrumpft, und es entwickelt
sich eine Bunkerzivilisation - da große Teile der Hauptinsel
unbewohnbar sind, eine Notwendigkeit. Eines Tages, als Fudoh zusammen
mit seiner Schulfreundin Keiko die Schule schwänzt, um auf die
ausstehenden Fischer zu warten, überfallen Mongolen unter der
Leitung eines WCA-Agenten die Insel. Fudoh gerät in ihre Gewalt.
Sie foltern ihn, da sie von der unterirdischen Siedlung wissen, aber
Fudoh verrät nichts. Als die Japaner ihre letzten Waffen,
Raketen, zur Hilfe nehmen, können die Mongolen geschlagen
werden; der WCA-Agent wird gefangegenommen. Fudohs Gesicht ist nicht
mehr zu retten - sein Haß auf die WCA wird mit den Jahren immer
größer, bis er zuletzt beschließt, nach Amerika zu
gehen, um den WCA empfindlich zu schlagen.
Da Aruula sich nicht bereiterklärt, das Serum auszuprobieren,
finden die Wissenschaftler eine andere Lösung - sie benutzen den
Geosiphon, eine Variante davon. Der Feldversuch mit dem Zombie im
Labor erzeugt den gewünschten Effekt. Der Pilz befällt die
Haut und zersetzt den Körper. Gegen die Zombies ein wirksames
Mittel.
Doch ob die Japaner noch irgendwelche Waffen in der Hinterhand haben,
ist immer noch nicht geklärt. Mit einem Psychotrick kann Aruula
überredet werden, das Serum anzuwenden. Mit seiner Hilfe kann
Aruula die Vergangenheit Fudohs enträtseln. Allerdings
schlägt das Serum besser an, als die Wissenschaftler glauben.
Nur ein Blocker, der Aruulas Fähigkeiten hemmt, kann sie
ruhigstellen.
Fudoh nimmt unterdessen die Gelegenheit nicht wahr, zu fliehen. Statt
dessen dringt er in das Labor zu den WCA-Wissenschaftlern vor und
bringt diese mit dem Pilz um. Da seine Zombie-Armee geschlagen ist,
bietet Miki ihm einen Waffenstillstand an. Fudoh wird der neue Herr
von El'ay. dafür verspricht er Miki, sich nicht über die
Grenzen hinaus auszuweiten.
Der Abschluß des Dreiteilers hinterläßt doch eher
gemischte Gefühle.
Fudohs Geschichte ist zwar tragisch, und man versteht seine
Rachegelüste gegenüber dem WCA, aber irgendwie hatte man
sich doch mehr erhofft. Sicher, das, was man über Japan
erfährt, ist nicht uninteressant, und sicherlich werden wir noch
etliches davon hören - wie nah war der Kraterrand nochmal an den
Inseln?
Diese Lösung stellt einen nicht wirklich zufrieden; irgendwie
hat man da mehr erhofft. Nun gut, das Kapitel um Fudoh ist erstmal
abgeschlossen, wobei man hier ja noch Handlungsspielraum für ein
Hardcover hat. Oder für einen neuen Zweiteiler.
Selbst nach diesem Roman ist die Figur des Miki Takeo schlecht in das
übliche Gut/Böse-Schema einzuordnen, was auch gut ist. Miki
kümmert sich nur um seine Angelegenheiten und versucht, das zu
tun, was das Richtige ist - was in den Augen der anderen durchaus
nicht immer richtig sein muß.
Aruulas Gabe ist manchmal wirklich Fluch zugleich - sie gewinnt in
meiner Sicht, weil sie sich letztendlich doch auf etwas
einläßt, worüber sie keinen richtigen Überblick
hat. Soweit zu den Stimmen der Leser, die meinen, Aruula wäre
farblos und nicht unbedingt notwendig für die Handlung. Im
Gegenteil, gerade dieser Roman beweist erneut, daß Aruula mehr
ist als nur ein Side-Kick. Aber das haben wir schon in den
Bänden vor dem Meeraka-Zyklus gesehen.
Insgesamt gesehen hat die erste Trilogie gezeigt, daß Bernd
Frenz es durchaus versteht, eine spannende Handlung über mehr
als eine Heftromanlänge zu gestalten. Warten wir mal den
kommenden Hydriten-Zweiteiler nach dem Schönenbröcher-Band
ab.
Fazit:
Nicht so ganz überzeugender Abschluß der Trilogie um
El'ay. Hinter Fudohs Haß hätte man eigentlich mehr
vermutet.
10 Punkte