Band 55: "Von Rache getrieben"

Autor: Jo Zybell

Smythe befindet sich auf dem Weg nach Meeraka. Das Schiff unter dem Kommando des WCA-Agenten Merlin, der zusammen mit der Telepathin Karyanna nach Waashton unterwegs ist, transportiert die Leiche einer Lokiraatochter - eine Wissenschaftlerin des Außenpostens der WCA in Karlskroona. Der WCA hat die dortigen Nordmänner - die Schlächter - fest in seinem Griff. Doch diesmal hat Merlin nicht nur die Überführung der Leiche im Sinn. Vielmehr plant er ein Attentat auf Hymes...
Die Geschichte, die Karyanna mit Hilfe von drogenverseuchtem Bier aus Smythe herausbringt, ist eine, die Smythe ähnlich sieht. Es gelingt Smythe, vor dem Izeekepir in den Bunker zu fliehen - für Matt sah es so aus, als hätte die Mutation Smythe verschlungen - und den Izeekepir zu bezwingen. Auf seinem Rücken nähert sich Smythe allmählich Karlskroona und trifft dort auf die WCA-Agenten. Vorher hat er noch eine Begegnung mit der Kommune von Petersburg - die Russen haben also ebenfalls wie die anderen Nationen eine unterirdische Zivilisation aufgebaut. Smythe gelingt jedoch die Flucht nach Karlskroona. Die Russen haben jetzt jedoch das Wissen, das Smythe besaß - sie verwenden offensichtlich eine Technologie, die - ähnlich wie die von Takeo - die Gehirnwellen sichtbar machen kann. In Karlskroona erfährt Smythe erstmals von der World Agency und beschließt sofort, sich an deren Spitze zu stellen. Er tischt den Agenten eine Geschichte auf, in der er angeblich nach seinen Kindern in Meeraka sucht. So gelangt er auf das Schiff von Merlin.
Smythe weiß sehr gut, daß er von der Telepathin und von Merlin überwacht wird. Es gelingt ihm durch einen Überraschungsangriff, den Captain zu überwinden. Beide kommen zu einem Gentlemens Agreement: Merlin kann Smythe in die höheren Kreise in Waashton einführen. Smythe erfährt im Gegenzug von dem geplanten Attentat auf den Präsidenten.
In Waashton angekommen, befaßt sich der Weltrat zwar mit Smythe, aber seine Hoffnungen zerschlagen sich. Der Präsident erkennt offenbar, wie gefährlich Smythe ist, und schiebt ihn erstmal in die Stadt ab. Auch als Smythe das Attentat von Merlin - dieser hat sich mit den Running Men in Verbindung gesetzt und taucht unter, nachdem die Bombe im Sarg der Wissenschaftlerin gezündet wurde - auf Hymes verhindert und dem Präsidenten das Leben rettet, ändert sich die Lage von Matts Erzfeind nicht. Doch wenig später, als eine Expedition in Richtung des Kraterrandes vom WCA aufgestellt wird, meldet sich Smythe.

Hatten wir denn tatsächlich geglaubt, Smythe wäre im Izeekepir verschwunden? Aber doch nicht der Herr der Welt. Wie jeder gute Held braucht auch Matt einen Gegenspieler, und der wahnsinnige Professor, der ihm das Leben schon gehörig schwer gemacht hat, ist Matts Nemesis. Sozusagen.
Im Grunde genommen haben wir hier einen Füllroman, denn das, was es an neuen Informationen für den Leser gibt, könnte auch auf einer halben Seite abgehandelt werden: Es gibt eine Community in Rußland, was einen nicht weiter verwundern sollte; der WCA unterhält Kontakte mit den Nordmännern, die in den Agenten wohl die Verkörperung ihrer Götter sehen, und Hymes weiß jetzt, daß Matt in Richtung Kraterrand unterwegs ist. (Dieses Detail ist nicht in der Inhaltsbeschreibung aufgeführt, weil man ja schließlich dem Leser auch ein wenig Spaß lassen will. ;-))
Trotz der Tatsache, daß wir einen Füllroman haben, ist dieser keineswegs langweilig - obwohl die Überzeichnung Smythes manchmal dazu führt, daß man ihn als Gegner nicht ganz ernstnehmen kann. Immerhin, seine Winkelzüge zu verfolgen, macht einfach nur Spaß. Und der nächste Band führt dann die beiden Gegner wohl wieder zusammen - zwar wird nicht erwähnt, ob Smythe bei der Expedition dabei ist, aber man kann damit rechnen. Immerhin überlebt der Professor am Ende des Romans, was durchaus recht angenehm ist. Allzusehr überstrapazieren sollte man Cliffhanger nun auch nicht. ;-)

Fazit:
Ein Füllroman, der etliche Informationen für den Leser bereithält. Jo versteht es, die Handlung geschickt zu gestalten, und so wird aus dem "Nur"-Füllroman doch noch ein annehmbarer Lesegenuß.
10 Punkte

Christian Spließ

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