Dämonenjäger Frank MacLachlan, Bd. 49:

"Zorks Dolch"

Autor: Roger Covey

http://www.maclachlan.de

Professor Card, der sich im Smithsonian National Museum of Natural History eingehend mit der Kultur der Kelten beschäftigt, bekommt Besuch von jemandem, der von Professor Kiernan Smythe geschickt wurde. Es geht um EOIN, dessen Geschichte noch nicht ganz geklärt ist.
Tags darauf wird Frank von diesem Professor eingeladen. Dummerweise hat das Museum schon geschlossen, und nur ein zufällig stößt Frank auf den Professor. Der hat es sichtlich eilig, denn irgendjemand ist im Museum, der dort nicht sein dürfte. Hastig zieht der Professor Frank in sein Büro. Dort erlebt Frank eine Vision, in der sich ihm das weitere Schicksal des Dolches offenbart...
In Verdun, 1914, erhält der Leutnant Karl von Leutwitz durch einen gefangenen Franzosen die Nachricht, daß der Angriff der Deutschen dem Gegner bekannt ist. Daraufhin versucht er verzweifelt, das Oberkommando zu bewegen, die geplante Offensive abzusagen. Doch der Kurier, der zu ihm geschickt wird, bringt die Order, nach Plan vorzugehen. Leutwitz sträubt sich, wird jedoch durch den Kurier ermordet. Kurze Zeit später taucht Leutwitz bei seinen Soldaten auf und feuert diese an, die Schlacht gegen die Franzosen zu gewinnen. Doch natürlich ist es nicht der Leutnant, sondern Zork.
Frank wird von Card aus seiner Vision gerissen. Gemeinsam verfolgen sie den Eindringling, und da EOIN schwach leuchtet, muß ein Dämon in der Nähe sein. Frank weiß wenig später auch, wer der Dämon ist: Zork.
Rückblick auf die Ereignisse des Romans "Scyllas Reich", Nummer 2 in der Online-Serie, diesmal aus der Warte von Zork geschildert. Zu Scyllas Vergnügen bringt er in ihrer Arena Wesen von anderen Welten um; sein Dolch verleiht ihm die Macht dazu. Doch Frank kann ihm den Dolch entwenden, und fortan trachtet Zork nach Rache. Der Zeitpunkt scheint jetzt gekommen, da Card und eine dunkle Gestalt im Museum miteinander ringen. Frank mischt sich in den Kampf ein und stößt den Dolch in die Brust von Card. Dessen Gegner war niemand anders als Jane, die Frank erzählt, man habe die mumifizierte Leiche Cards gefunden. Durch EOIN gewarnt, konnte Frank Zork jedoch identifizieren und vernichten.

Ich könnte mich irren, aber ist für die Geschichte von EOIN nicht B. J. Harvest zuständig? Wie dem auch sei, damit hätte sich der Rest der Geschichte des Dolches geklärt. Gewisse Lücken gibt es zwar immer noch – so ist nicht ganz geklärt, wie Zork denn nun wirklich an den Dolch gekommen ist (wir erinnern uns, dieser fiel ja bei England ins Meer) – doch das Kapitel dürfte damit abgeschlossen sein.
Mit diesem Roman hat Roger Covey auf jeden Fall seinen bisher besten MacLachlan abgeliefert. Bei der Beschreibung der Ereignisse auf dem Schlachtfeld von Verdun spürt man die Verzweiflung der Soldaten, und anders als in anderen Serien wird der Krieg hier so gezeigt, wie er wohl wirklich ist: als blutiges Spektakel, dessen Sinn sich nur zu schnell verliert. Die Verdun-Szenen haben Atmosphäre und sind wirklich plastisch.
Daneben fällt die Handlung um Professor Card zwar etwas ab, aber sie ist immer noch auf einem sehr hohem Niveau und vermag ausgzeichnet zu unterhalten. Wenn auch die Kampfszenen machmal etwas sehr arg skizziert und schablonenhaft wirken.

Fazit:
Kein echter Doppelband – ich bin mal gespannt, wann bei MacLachlan einer auftauchen wird – nur der beste Covey, den man je zu lesen bekam. Intelligente Unterhaltung auf hohem Niveau, so muß das. ;-)
13 Punkte

Christian Spließ

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