K. W. Jeter:

»Die mandalorische Rüstung«

(Der Kopfgeldjägerkrieg 1)
(Ein Star Wars-Roman)
(384 Seiten, Taschenbuch, Heyne 01/10223, ISBN 3-453-19913-8, EUR 7,95)
- erschienen: Dezember 2001 -

Jetzt:
Das Star Wars-Universum kurz nach der Schlacht von Yavin.
Tödlich verletzt und kaum mehr ein menschliches Wesen, wird der berühmteste und gefürchtetste Kopfgeldjäger des Universums, Boba Fett, aus den Überresten der grauenhaften Sandkreatur gerettet.
Aus unterschiedlichsten Gründen nehmen sich Berufskollege Dengar und die ehemalige Tänzerin aus Jabbas Palast XX seiner an.
In den Stunden, da sie um das Leben von Boba Fett bangen, erzählt Dengar aus der Vergangenheit des Kopfgeldjägers.

Vergangenheit:
Noch ist die Rebellion so klein und für manche so unbedeutend, daß man sich lieber mit anderen Dingen beschäftigt. So wird Boba Fett durch eine Reihe von Intrigen in eine Verschwörung hineingezogen, die das Ziel zu haben scheint, die Gilde der Kopfgeldjäger zu zerschlagen. Doch im Hintergrund ziehen so viele große Mächte an unterschiedlichen Fäden, daß das kaum das einzige Ziel sein kann...

Wie schon angedeutet, beschäftigt sich dieser Zyklus mit einer der Kultfiguren aus dem Star Wars-Universum: Boba Fett.
Dabei wird mit Details aus seiner Vergangenheit sehr sparsam umgegangen (aber ein paar interessante Fakten sind ja auch durch Episode II aufgedeckt worden). Vielmehr geht es hauptsächlich um die Darstellung und die Präsentation Fetts sowie seinen Umgang mit Feind und Freund.
Ich kann nicht behaupten, daß Fett dabei schlecht wegkommt oder schlecht dargestellt wird, aber für mich geht seine Charakterisierung einfach nicht weit genug. Oder anders ausgedrückt: So, wie Fett hier dargestellt wird, ist er einfach nur halb so faszinierend, wie die Legende ihn machen will.
Das Bild, das man bisher von ihm hatte, war, daß es sich bei ihm um einen rücksichtslosen, genialen Schurken handelt, der am liebsten allein arbeitet und für Geld fast alles macht.
Nach der Lektüre dieses Romans wird man von Boba Fett nicht anders denken, und das macht ihn schon ein wenig überflüssig. Man erfährt halt einfach nix Neues, und nur, um dem berüchtigtsten aller Kopfgeldjäger bei der Arbeit zuzuschauen, muß man nicht wirklich einen ganzen Zyklus lesen.
Zumal die eigentliche Story sich auch noch arg in Grenzen hält. Fett kommt, sieht und siegt ... egal, was er auch anfaßt. Lediglich die Ereignisse auf Tatooine machen ihm ein wenig zu schaffen; ansonsten ist er entweder zu gut ... oder die anderen einfach zu schlecht.
Nebenbei dürfen im Hintergrund so ziemlich alle Erzschurken ihre unterschiedlichen Verschwörungen planen, was auch nicht mehr als nett ist, besonders, da man nicht bei allen ihre wirkliche Motivation erkennt – und somit auch nicht den Grund für ihre Existenz in diesem Roman.
Nachdem die Geschichte den größten Teil einfach nur vor sich hinplätschert und irgendwie versucht, einen Rahmen für mehr aufzubauen, kommt es schließlich zu einer Art Höhepunkt, der aber auch einfach nur ein weiteres durchschnittliches Spektakel ist. Zudem frage ich mich, woran die Akteure hier die ganze Zeit so intensiv geplant haben, denn eigentlich ist es nur das übliche ›rein, draufhauen und raus‹-Spiel.

Fazit:
Auf den ersten Blick erst mal ein Roman, den keiner braucht. Ist zwar irgendwo nett gemacht, aber auf keinen Fall mehr. Geschichte und Charaktere sind allenfalls unterer Durchschnitt. Star Wars-Fans werden zwar an Boba Fett ihren Spaß haben, aber genau der hört auch ziemlich schnell wieder auf. Nach so einem Auftakt gebe ich dem Zyklus eigentlich keine großen Chancen.
4 Punkte

Alexander Haas


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