Jetzt:
Das Star Wars-Universum kurz nach der Schlacht von Yavin.
Tödlich verletzt und kaum mehr ein menschliches Wesen, wird der
berühmteste und gefürchtetste Kopfgeldjäger des
Universums, Boba Fett, aus den Überresten der grauenhaften
Sandkreatur gerettet.
Aus unterschiedlichsten Gründen nehmen sich Berufskollege Dengar
und die ehemalige Tänzerin aus Jabbas Palast XX seiner an.
In den Stunden, da sie um das Leben von Boba Fett bangen,
erzählt Dengar aus der Vergangenheit des
Kopfgeldjägers.
Vergangenheit:
Noch ist die Rebellion so klein und für manche so unbedeutend,
daß man sich lieber mit anderen Dingen beschäftigt. So
wird Boba Fett durch eine Reihe von Intrigen in eine
Verschwörung hineingezogen, die das Ziel zu haben scheint, die
Gilde der Kopfgeldjäger zu zerschlagen. Doch im Hintergrund
ziehen so viele große Mächte an unterschiedlichen
Fäden, daß das kaum das einzige Ziel sein kann...
Wie schon angedeutet, beschäftigt sich dieser Zyklus mit einer
der Kultfiguren aus dem Star Wars-Universum: Boba
Fett.
Dabei wird mit Details aus seiner Vergangenheit sehr sparsam
umgegangen (aber ein paar interessante Fakten sind ja auch durch
Episode II aufgedeckt worden). Vielmehr geht es hauptsächlich um
die Darstellung und die Präsentation Fetts sowie seinen Umgang
mit Feind und Freund.
Ich kann nicht behaupten, daß Fett dabei schlecht wegkommt oder
schlecht dargestellt wird, aber für mich geht seine
Charakterisierung einfach nicht weit genug. Oder anders
ausgedrückt: So, wie Fett hier dargestellt wird, ist er einfach
nur halb so faszinierend, wie die Legende ihn machen will.
Das Bild, das man bisher von ihm hatte, war, daß es sich bei
ihm um einen rücksichtslosen, genialen Schurken handelt, der am
liebsten allein arbeitet und für Geld fast alles macht.
Nach der Lektüre dieses Romans wird man von Boba Fett nicht
anders denken, und das macht ihn schon ein wenig
überflüssig. Man erfährt halt einfach nix Neues, und
nur, um dem berüchtigtsten aller Kopfgeldjäger bei der
Arbeit zuzuschauen, muß man nicht wirklich einen ganzen Zyklus
lesen.
Zumal die eigentliche Story sich auch noch arg in Grenzen hält.
Fett kommt, sieht und siegt ... egal, was er auch anfaßt.
Lediglich die Ereignisse auf Tatooine machen ihm ein wenig zu
schaffen; ansonsten ist er entweder zu gut ... oder die anderen
einfach zu schlecht.
Nebenbei dürfen im Hintergrund so ziemlich alle Erzschurken ihre
unterschiedlichen Verschwörungen planen, was auch nicht mehr als
nett ist, besonders, da man nicht bei allen ihre wirkliche Motivation
erkennt und somit auch nicht den Grund für ihre Existenz
in diesem Roman.
Nachdem die Geschichte den größten Teil einfach nur vor
sich hinplätschert und irgendwie versucht, einen Rahmen für
mehr aufzubauen, kommt es schließlich zu einer Art
Höhepunkt, der aber auch einfach nur ein weiteres
durchschnittliches Spektakel ist. Zudem frage ich mich, woran die
Akteure hier die ganze Zeit so intensiv geplant haben, denn
eigentlich ist es nur das übliche rein, draufhauen und
raus-Spiel.
Fazit:
Auf den ersten Blick erst mal ein Roman, den keiner braucht. Ist zwar
irgendwo nett gemacht, aber auf keinen Fall mehr. Geschichte und
Charaktere sind allenfalls unterer Durchschnitt. Star Wars-Fans
werden zwar an Boba Fett ihren Spaß haben, aber genau der
hört auch ziemlich schnell wieder auf. Nach so einem Auftakt
gebe ich dem Zyklus eigentlich keine großen Chancen.
4 Punkte
