K.W. Jeter:

»Das Sklavenschiff«

(Der Kopfgeldjägerkrieg 2)
(Ein Star Wars-Roman)
(379 Seiten, Taschenbuch, Heyne 01/10224, ISBN 3-453-19912-X, EUR 7,95)
- erschienen: April 2002 -

Vergangenheit:
Die Kopfgeldjäger-Gilde ist in alle Winde zerstreut, und der Anführer einer ihrer Splittergruppen, Bossk, ist zerfressen von seinem Haß auf Boba Fett. Ihm gibt er die Schuld für all diese Vorgänge. Davon völlig unbeeindruckt nimmt Fett mit Bossk Kontakt auf, um ihm einen Handel vorzuschlagen. Gemeinsam mit ihm will er einen abtrünnigen Sturmtruppler jagen, der dem Imperium großen Schaden zugefügt hat. Bossks Gier nach Gold überwiegt in diesem Fall seine Wut auf Fett, und so fügt er sich in sein Schicksal...

Gegenwart:
Unterdessen sind in der Gegenwart mehrere Personen aktiv. Auf der einen Seite hat Boba Fett sich soweit erholt, daß er sich mit seinen Rettern auf die Reise macht, ohne aber eines seiner vielen Geheimnisse zu verraten.
Auf der anderen Seite sieht sich der Besitzer der mächtigen Kurat-Werften in ein Komplott gezogen, in dem finstere Mächte ihre Finger im Spiel haben...

Weiter geht also die Geheimniskrämerei im Star Wars-Universum. Hier ist alles so voll mit Intrigen und Lügen, daß man fast glauben könnte, es gäbe dort nichts anderes; und noch immer ist alles so undurchsichtig, daß man immer noch nicht weiß, wer wo steht und wieso wer was wann macht. Ich finde, ein bißchen weniger Intrigen hätten es auch getan. Auf die Dauer ist es halt doch ein wenig langweilig...
Wenn es aber mal nicht um irgendwelche Intrigen geht, dann handelt es sich bei dem Sklavenschiff um einen ganz brauchbaren, durchschnittlichen Action-Roman, der von der bösen Genialität seines Hauptdarstellers zu leben versucht. Was nicht immer der Fall ist, denn schließlich gibt's ziemlich viel drum herum, das nichts mit Boba Fett zu tun hat.
Ansonsten gibt's mal wieder nicht viel über Fett selbst zu erfahren – außer, das er böse-genial oder genial-böse ist (aus welcher Perspektive man das auch immer sehen mag). Irgendwie reicht es nicht aus, sich einfach hinter dem Mythos Boba Fett zu verstecken; hin und wieder muß man den Lesern auch ein bißchen mehr vorlegen. Sonst bleibt die große Faszination am Ende dann doch irgendwo in den Weiten des Star Wars-Universums verborgen.
Genau das ist es, was dem Roman dann am Ende fehlt. Zwar ging es mir so, daß mir genau die Star Wars-Romane am besten gefallen haben, in denen keine Jedi-Ritter vorkamen, aber dieser hier fällt dann doch nicht mit in diese Kategorie, sondern verbleibt eher bei: Na gut.

Fazit:
Ist nicht wirklich schlecht, aber irgendwie auch nix ganzes und reiht sich auf diese Weise recht schön und praktisch hinter seinem Vorgänger ein; das läßt auch für den letzten Teil nicht wirklich viel erwarten!
6 Punkte

Alexander Haas


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