Praiodan
von Weißfels gehört dem Orden der Bannstrahler an. Er ist
somit ein Verächter jeglichen magischen Handwerks und ein noch
viel härterer Gegner aller dämonischen Umtriebe.
Unterstützt von einer kleinen Truppe soll er einen fiesen
Schwarzmagier ausräuchern. Belastet wird die Mission durch zwei
Dinge: Der Trupp aus zwölf Bannstrahlern wird von einer
Hesindegeweihten begleitet, und bei dem gesuchten Magier könnte
es sich um den Bruder Praiodans handeln.
Zu allem Überfluß gerät die unglückliche
Gemeinschaft in einen Hinterhalt, der viele das Leben kostet und
Praiodan vor eine folgenschwere Entscheidung stellt. Zusätzlich
gesellt sich auch noch eine Elfe zu ihnen und so kommt es
zwischen Praiodan und seinem Stellvertreter und Schüler zu einem
Konflikt um Loyalität, Glaube und Verstand...
Geschichten um die Bannstrahler sind meistens Geschichten um
verblendete fanatische Gestalten, die sich durch ihre Art mehr in
Schwierigkeiten bringen als sonst was. An sich habe ich mit sowas auf
die Dauer so meine Probleme, besonders da in der Welt der DSA-Romane
nur in den allerseltensten Fällen wirklich etwas Lesbares dabei
herumkommt. Zu sehr ist man normalerweise darauf bedacht, sich der
herkömmlichen Klischees zu bedienen.
Immerhin haben die beiden Autoren des Romans versucht, dieser
Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen. Schnell werden einige
Hintergründe so offenbart, daß klar ist, daß die
Schwerpunkte der Geschichte in anderen Bereichen liegen müssen.
Und so beschäftigt der Leser sich hauptsächlich mit der
Person Praiodan von Weißfels, der eine recht tragische Gestalt
darstellt und dem viele Lasten auf die Schultern gelegt werden. Es
geht in erster Linie darum, wie er damit umgeht und welche
Schlüsse er daraus für sein Leben zieht. Die Seite des
religiösen Fanatikers geht zwar nicht ganz verloren, ist aber
nicht im Hauptcharakter angelegt, sondern in seinem Schüler, der
als Kontrastfigur zeigt, wie man es halt nicht machen soll.
Klingt alles in allem nach einem nicht ganz alltäglichen
DSA-Roman; ist es auch nicht. Und doch kann er sich leider am Ende
nicht in letzter Konsequenz von seinem Rahmen entfernen, was ich ein
wenig schade finde (vielleicht auch nur deswegen, weil ich mit den
verdrehten Köpfen der Bannstrahler einfach nichts anfangen
kann). Aber am Ende fehlt dann doch irgendwo die endgültige
Einsicht, was somit auch die Frage des Leser an sich selbst zur Folge
hat: "Warum hab ich mir das eigentlich angetan?"
Fazit:
Am Ende bleibt dann doch vieles beim alten. Dennoch sind ein paar
nette Ideen in eine ganz ansprechend aufgezogene Geschichte verpackt,
der aber am Ende meiner Meinung nach doch ein
bißchen die letzte Konsequenz fehlt.
8 Punkte
