Alexander Wichert / Christian Thon:

»Blakharons Fluch«

(Das Schwarze Auge – Band 60)
D 2001
(283 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6060, ISBN 3-453-19626-6, EUR 7,95)
- erschienen: Dezember 2001 -

Praiodan von Weißfels gehört dem Orden der Bannstrahler an. Er ist somit ein Verächter jeglichen magischen Handwerks und ein noch viel härterer Gegner aller dämonischen Umtriebe. Unterstützt von einer kleinen Truppe soll er einen fiesen Schwarzmagier ausräuchern. Belastet wird die Mission durch zwei Dinge: Der Trupp aus zwölf Bannstrahlern wird von einer Hesindegeweihten begleitet, und bei dem gesuchten Magier könnte es sich um den Bruder Praiodans handeln.
Zu allem Überfluß gerät die unglückliche Gemeinschaft in einen Hinterhalt, der viele das Leben kostet und Praiodan vor eine folgenschwere Entscheidung stellt. Zusätzlich gesellt sich auch noch eine Elfe zu ihnen – und so kommt es zwischen Praiodan und seinem Stellvertreter und Schüler zu einem Konflikt um Loyalität, Glaube und Verstand...

Geschichten um die Bannstrahler sind meistens Geschichten um verblendete fanatische Gestalten, die sich durch ihre Art mehr in Schwierigkeiten bringen als sonst was. An sich habe ich mit sowas auf die Dauer so meine Probleme, besonders da in der Welt der DSA-Romane nur in den allerseltensten Fällen wirklich etwas Lesbares dabei herumkommt. Zu sehr ist man normalerweise darauf bedacht, sich der herkömmlichen Klischees zu bedienen.
Immerhin haben die beiden Autoren des Romans versucht, dieser Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen. Schnell werden einige Hintergründe so offenbart, daß klar ist, daß die Schwerpunkte der Geschichte in anderen Bereichen liegen müssen. Und so beschäftigt der Leser sich hauptsächlich mit der Person Praiodan von Weißfels, der eine recht tragische Gestalt darstellt und dem viele Lasten auf die Schultern gelegt werden. Es geht in erster Linie darum, wie er damit umgeht und welche Schlüsse er daraus für sein Leben zieht. Die Seite des religiösen Fanatikers geht zwar nicht ganz verloren, ist aber nicht im Hauptcharakter angelegt, sondern in seinem Schüler, der als Kontrastfigur zeigt, wie man es halt nicht machen soll.
Klingt alles in allem nach einem nicht ganz alltäglichen DSA-Roman; ist es auch nicht. Und doch kann er sich leider am Ende nicht in letzter Konsequenz von seinem Rahmen entfernen, was ich ein wenig schade finde (vielleicht auch nur deswegen, weil ich mit den verdrehten Köpfen der Bannstrahler einfach nichts anfangen kann). Aber am Ende fehlt dann doch irgendwo die endgültige Einsicht, was somit auch die Frage des Leser an sich selbst zur Folge hat: "Warum hab ich mir das eigentlich angetan?"

Fazit:
Am Ende bleibt dann doch vieles beim alten. Dennoch sind ein paar nette Ideen in eine ganz ansprechend aufgezogene Geschichte verpackt, der aber am Ende – meiner Meinung nach – doch ein bißchen die letzte Konsequenz fehlt.
8 Punkte

Alexander Haas


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.


home...