Alexander Lohmann:

»Die Mühle der Tränen«

(Das Schwarze Auge – Band 63)
D 2002
(284 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6063, ISBN 3-453-19651-1, EUR 7,95)
- erschienen: April 2002 -

In der Stadt Wehrheim haben sich der Zauberer Marwan, die elfische Bardin Jelais und die Gauklerin Berna über den Winter einquartiert, als während eines großen Unwetters in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein Verrückter entkommt.
Bei einigen zufälligen Ermittlungen stoßen die drei nicht nur auf ein paar Ungereimtheiten, sondern befinden sich auf einmal auch zwischen den Fronten von unheimlichen Verschwörern und den unnachgiebigen Fängen der Praios-Inquisition.

Wie so mancher Roman aus dem DSA-Universum macht diese Geschichte ein wenig den Eindruck, daß sie aus dem Spiel einer Rollenspiel-Runde entstanden sei. Und wie die meisten dieser Geschichte hätte sie auch gut dort bleiben können bzw. wohl eher in Form eines Abenteuers veröffentlicht werden sollen. Für einen Roman halte ich nämlich gerade diese Geschichte für herzlich ungeeignet.
Die Charaktere stolpern ein wenig planlos durch die Handlung und müssen sich im Lauf der Zeit die Hintergründe aus dem zusammenpuzzlen, das von außen auf sie auf sie einprasselt (halt wie ein klassisches Rollenspielabenteuer).
Während aber das Auffinden der wichtigen Informationsquellen und das "Spiel" mit ihnen zu den faszinierenden Dingen im Rollenspiel gehört, so ist gerade das in diesem Roman eines der Mankos. Die meisten Episoden wirken aufgesetzt und unspektakulär heruntererzählt. Weder die Charaktere noch ihre Gegenspieler erhalten großartig Farbe und Ausstrahlung. Vor allem leiden sie aber darunter, daß nie klar wird, worum es in der Geschichte nun gehen soll, und das Ende ist mehr als unbefriedigend. Für viele der aufgeworfenen Fragen (und vor allen den Haupteinstieg in die Geschichte) gibt es keinerlei Auflösung. Schon dadurch legt man den Roman mit einem Gefühl großer Unzufriedenheit zur Seite. Das ist besonders dramatisch, wenn man bedenkt, daß es durchaus einige Elemente in der Geschichte gibt, die im Rahmen der Verschwörung so aufgebaut werden, daß man als Leser eigentlich überzeugt ist, daß sie ganz anders sein müssen, als sie im Moment dargestellt werden. Im Nachhinein ist man aber nur einem Trugschluß aufgesessen, denn vieles wird einfach nie wieder erwähnt oder klargestellt.
Ich mag aber dennoch behaupten, daß das nicht an einer genialen Konstruktion der Geschichte lag, die den Leser in die Irre führen will, sondern vielmehr an einem ziemlich planlosen Aufbau.

Fazit:
Keine Spannung, keine Handlung, keine Charaktere. Der einzige Grund, sich diesen Roman zuzulegen, wäre der, daß man keine Lücke bei seinen DSA-Romanen haben will.
0 Punkte

Alexander Haas


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