Zum
Inhalt:
Die Menschheit versucht, den Mars zu besiedeln, doch die Siedler
wollen ihren eigenen Staat aufbauen...
Ja, dies ist eine extremst knappe Zusammenfassung des Inhalts dieses
Ziegelsteins. Aber das hat auch seine Bedeutung: Dieser Roman ist
schlicht und ergreifend vollkommen langweilig und uninteressant.
Wobei ich Kim Stanley Robinsons Qualitäten nicht
herabwürdigen möchte, aber das, was er mit den
»Marsianern« abgeliefert hat, ist mehr als nur langweilig.
Dabei hat der Roman durchaus Qualitäten, die die Mars-Trilogie
zu höchsten Würden getrieben haben, doch hat man diesmal
durchgehend den Eindruck, daß es sich bei den
unzusammenhängenden Kapiteln eher um den Ausschuß jener
Trilogie handelt. Hier werden einzelne Geschehnisse beleuchtet, die
im eigentlichen Dreiteiler zu kurz gekommen sind.
Mehr aber auch nicht. Die einzelnen Kapitel haben kaum Zusammenhang
untereinander, und ein Lesefluß wird von Robinsons
Erzählweise sowieso unterbunden.
Wie immer schreibt er sehr sachlich, sehr zweckgebunden. Daß in
diesem Roman die Personen im Vordergrund zu stehen scheinen, ist bei
diesem Stil mehr als nur störend. Robinson kann einfach keine
Charakterisierungen herüberbringen, keine Personen wirklich
lebensnah schildern. Das ist wohl auch der Grund, weshalb diese
Kapitel aus der ursprünglichen Trilogie entfernt wurden (so
diese Theorie zutrifft): Sie sind langweilig bis zum Gehtnichtmehr...
Robinson wird nun einmal nur stark, wenn er sich in technische
Beschreibungen vertieft die es in diesem Roman zwar gibt, die
aber insgesamt weit in den Hintergrund treten.
Es gibt jedenfalls Gründe, weshalb ich rund zwei Monate für
die Lektüre dieses Romans gebraucht habe und mir
zwischendurch überlegt habe, ob ich das Lesen nicht ganz
aufgeben sollte.
Für all diejenigen, die sich durch die Mars-Trilogie Robinsons
durchgearbeitet haben, könnte dieser Roman vielleicht eine
Erweiterung der Trilogie darstellen wer diese Romane nicht
gelesen hat, wird jedoch diverse Probleme mit diesem Buch
bekommen.
Robinson beschreibt technische Zusammenhänge hervorragend, doch
wenn es um menschliche Beziehungen geht, ist er hoffnungslos
verloren. Und genau dies ist der Schwachpunkt dieses Romans.
Fazit:
Kurze Rezi kurzer Sinn: Langweilig!
»Die Marsianer« erweckt den Eindruck, aus gestrichenen
Kapiteln der Mars-Trilogie Robinsons zusammengestellt zu sein.
Dummerweise sind dies die Kapitel, in denen es hauptsächlich um
zwischenmenschliche Beziehungen geht, und Robinson ist einfach nicht
in der Lage, diese angemessen zu schildern.
Was bleibt, ist eine hervorragende Lektüre zum Einschlafen
für etwas anderes ist dieser Roman sicherlich kaum
geeignet...
4 Punkte