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Inhalt:
Das private Raumfahrtunternehmen "Share Space" bietet Raumflüge
für Privatpersonen an. Konzerne nutzen diese Möglichkeit
für Werbemaßnahmen. Als dritter Prominenter wird Michael
James, ein Idol der Basketball-Fans, ins All geschickt. Doch er und
ein weiteres Besatzungsmitglied kommen ums Leben, und das Shuttle
kann nur unter größten Schwierigkeiten wieder landen. Dies
stürzt die amerikanische Raumfahrtindustrie in ein ziemliches
Vakuum...
Buzz Aldrin und John Barnes - ein Gespann, das mit der "Begegnung mit
Tiber" durchaus zu beeindrucken wußte. Auch diesmal haben die
beiden einen Roman vorgelegt, der vor allem beweist, daß die
beiden Autoren im technischen Bereich mehr als nur ordentliche
Kenntnisse haben und auch die politischen und gesellschaftlichen
Bereiche nicht aussparen.
So erweist sich die "Rückkehr" als ein Roman, der alle Bereiche
der Raumfahrt mehr als nur hervorragend beleuchtet. Jedoch ist er
aber auch mehr als nur trocken.
Was Aldrin und Barnes hier abliefern, ist doch eher eine Beschreibung
der geschäftlichen Hintergründe der Raumfahrt als ein
wirklich mitreißender Roman. Das ist faszinierend, aber nicht
wirklich spannend. Wer sich für die Raumfahrt mit ihren
Hintergründen interessiert, sollte diesen Roman auf jeden Fall
einmal gelesen haben. Einmal - ein wiederholtes Lesen ist jedoch eher
unnötig.
"Die Rückkehr" stellt jedenfalls einen lupenreinen Near
Future-Science Fiction-Roman dar, dem man anmerkt, daß beide
Autoren ihr Handwerk sowohl im Science- wie auch im Fiction-Bereich
verstehen. Vor allem die Kenntnisse der derzeitigen
Raumfahrttechnologie sind als sehr gut anzusehen, was bei Buzz Aldrin
jedoch sicherlich nicht verwunderlich ist.
Sehr schön haben die beiden Autoren auch die Verweise auf real
existierende Firmen, Organisationen und auch Personen in ihre
Geschichte eingeflochten, meistens ohne diese wirklich beim Namen zu
nennen. Doch die Anspielungen sind teilweise doch mehr als nur
deutlich. Wer zum Beispiel ist wohl mit der Basketball-Legende
"Michael James", genannt MJ, gemeint? - Richtig geraten... ;-)))
Das größte Kompliment, das man den beiden Autoren
wahrscheinlich machen kann, ist, daß ihr Roman vor allem in
seinen Grundlagen, seiner Extrapolation der heutigen
Raumfahrt-Verhältnisse, absolut glaubwürdig ist.
Weltraum-Tourismus hat es inzwischen gegeben, die Privatisierung der
Raumfahrt ist teilweise angedacht, und der Kaschmir-Konflikt tobt
auch mal wieder - all dies vorauszusehen, ist zwar sicherlich nicht
schwierig, doch ist das Grundgerüst, das daraus geschaffen wird,
sicherlich hochinteressant. Warum nur müssen solch hochwertige
Romane in ihrer Handlung gleichzeitig so staubtrocken sein? Gibt es
die nicht auch mit ein wenig Lesespaß?!? Denn diesen vermisse
ich hier einmal wieder über große Strecken hinweg.
Hochinteressant? Ja. Lesespaß? Eher nein. Schade...
Fazit:
Ein hochwertiger Science Fiction-Roman reinsten Wassers, wie man ihn
von diesen beiden Autoren auch erwarten konnte. Wer sich mit SF im
eigentlichen Sinn beschäftigt, muß diesen Roman eigentlich
gelesen haben. Ich würde mir aber wünschen, daß
solche Romane auch einmal etwas Spannung erzeugen könnten. So
ist auch "die Rückkehr" einmal mehr trocken wie die Wüste
im Sonnenlicht. In diesem Sinn ist dieser Roman für Fans der
Space Opera oder gar der Media-SF natürlich überhaupt nicht
geeignet. Für Fans von Kim Stanley Robinson u.ä. Autoren
ist dieser Roman jedoch Pflicht.
9 Punkte.