Buzz Aldrin / John Barnes:

"Die Rückkehr"

OT: The Return
Ü: Jürgen Langowski
USA 2000
(352 Seiten, Paperback, Heyne 06/8309, ISBN 3-453-21363-7, EUR 12,-)
- erschienen: Juli 2002 -

Zum Inhalt:
Das private Raumfahrtunternehmen "Share Space" bietet Raumflüge für Privatpersonen an. Konzerne nutzen diese Möglichkeit für Werbemaßnahmen. Als dritter Prominenter wird Michael James, ein Idol der Basketball-Fans, ins All geschickt. Doch er und ein weiteres Besatzungsmitglied kommen ums Leben, und das Shuttle kann nur unter größten Schwierigkeiten wieder landen. Dies stürzt die amerikanische Raumfahrtindustrie in ein ziemliches Vakuum...

Buzz Aldrin und John Barnes - ein Gespann, das mit der "Begegnung mit Tiber" durchaus zu beeindrucken wußte. Auch diesmal haben die beiden einen Roman vorgelegt, der vor allem beweist, daß die beiden Autoren im technischen Bereich mehr als nur ordentliche Kenntnisse haben und auch die politischen und gesellschaftlichen Bereiche nicht aussparen.
So erweist sich die "Rückkehr" als ein Roman, der alle Bereiche der Raumfahrt mehr als nur hervorragend beleuchtet. Jedoch ist er aber auch mehr als nur trocken.
Was Aldrin und Barnes hier abliefern, ist doch eher eine Beschreibung der geschäftlichen Hintergründe der Raumfahrt als ein wirklich mitreißender Roman. Das ist faszinierend, aber nicht wirklich spannend. Wer sich für die Raumfahrt mit ihren Hintergründen interessiert, sollte diesen Roman auf jeden Fall einmal gelesen haben. Einmal - ein wiederholtes Lesen ist jedoch eher unnötig.
"Die Rückkehr" stellt jedenfalls einen lupenreinen Near Future-Science Fiction-Roman dar, dem man anmerkt, daß beide Autoren ihr Handwerk sowohl im Science- wie auch im Fiction-Bereich verstehen. Vor allem die Kenntnisse der derzeitigen Raumfahrttechnologie sind als sehr gut anzusehen, was bei Buzz Aldrin jedoch sicherlich nicht verwunderlich ist.
Sehr schön haben die beiden Autoren auch die Verweise auf real existierende Firmen, Organisationen und auch Personen in ihre Geschichte eingeflochten, meistens ohne diese wirklich beim Namen zu nennen. Doch die Anspielungen sind teilweise doch mehr als nur deutlich. Wer zum Beispiel ist wohl mit der Basketball-Legende "Michael James", genannt MJ, gemeint? - Richtig geraten... ;-)))
Das größte Kompliment, das man den beiden Autoren wahrscheinlich machen kann, ist, daß ihr Roman vor allem in seinen Grundlagen, seiner Extrapolation der heutigen Raumfahrt-Verhältnisse, absolut glaubwürdig ist. Weltraum-Tourismus hat es inzwischen gegeben, die Privatisierung der Raumfahrt ist teilweise angedacht, und der Kaschmir-Konflikt tobt auch mal wieder - all dies vorauszusehen, ist zwar sicherlich nicht schwierig, doch ist das Grundgerüst, das daraus geschaffen wird, sicherlich hochinteressant. Warum nur müssen solch hochwertige Romane in ihrer Handlung gleichzeitig so staubtrocken sein? Gibt es die nicht auch mit ein wenig Lesespaß?!? Denn diesen vermisse ich hier einmal wieder über große Strecken hinweg. Hochinteressant? Ja. Lesespaß? Eher nein. Schade...

Fazit:
Ein hochwertiger Science Fiction-Roman reinsten Wassers, wie man ihn von diesen beiden Autoren auch erwarten konnte. Wer sich mit SF im eigentlichen Sinn beschäftigt, muß diesen Roman eigentlich gelesen haben. Ich würde mir aber wünschen, daß solche Romane auch einmal etwas Spannung erzeugen könnten. So ist auch "die Rückkehr" einmal mehr trocken wie die Wüste im Sonnenlicht. In diesem Sinn ist dieser Roman für Fans der Space Opera oder gar der Media-SF natürlich überhaupt nicht geeignet. Für Fans von Kim Stanley Robinson u.ä. Autoren ist dieser Roman jedoch Pflicht.
9 Punkte.

Winfried Brand


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