L. E. Modesitt jr.:

»Die Waffenhändler von Hamor«

(Recluce 13)
(473 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9101, ISBN 3-453-19636-8, EUR 9,95)
- erschienen: Juni 2002 -

Nach seinen Erfolgen am verwunschenen Wald von Cyador wird Lorn, der mittlerweile Oberst ist, in die kleine Hafenstadt Biehl versetzt. Zwar darf er noch einen kurzen Urlaub bei seinen Eltern und seiner Frau verbringen, aber dann geht es schnell wieder an die Pflicht. Lorn läßt sich auch nicht lange bitten - schnell geht er daran, den verkommenen Stützpunkt der Spiegellanzenkämpfer in Biehl auf Vordermann zu bringen. Gleichzeitig muß er aber noch ein paar wichtige Maßnahmen gegen die lokale Korruption durchführen.
Es kommt, wie es kommen muß. Nach kurzer Zeit hat Lorn zwar einen ganzen Haufen neuer Feinde, aber die Stadt, der Hafen und auch sein Stützpunkt florieren wie nie zuvor.
Das bleibt seinen Vorgesetzten in Cyad nicht verborgen, und die haben mittlerweile eigene Pläne mit dem jungen aufstrebenden Soldaten...

Die Geschichte um das alte Reich von Cyador geht nun in die vierte Runde (im englischen in die zweite). Unaufhaltsam scheint der Aufstieg des Hauptprotagonisten zu sein, bzw. ich habe kaum Zweifel, daß er zum Schluß dort enden wird, wo fast alle Charaktere aus diesem Zyklus schließlich sind: ganz oben. Und das heißt in diesem Fall: Kaiser von Cyador!
Ansonsten wird's langsam ein wenig langweilig, Recluce-Bände zu rezensieren, denn irgendwie bleibt mittlerweile alles beim alten. Stilistisch tut sich gar nichts, aber das ist eigentlich auch in Ordnung, denn schließlich ist somit auch eine gute Lesbarkeit der Romane garantiert.
Dennoch bleibt das Muster beim alten: Ein einzelner Charakter überwindet alle Widrigkeiten, die ihm entgegengesetzt werden, und mit Hilfe seiner überlegenen Fähigkeiten kann er gar nicht anders, als Erfolg zu haben.
Auch kein schlechtes Prinzip, aber es fehlt halt doch das Flair des Neuen, des Geheimnisvollen, das dem Zyklus zu Beginn noch anhaftete.

Fazit:
Beileibe keine schlechte Fantasy und somit besser als vieles andere, was man sich so als Rezensent antut, aber entweder wird langsam mal wieder die Zeit gewechselt, oder es muß sich strukturell was ändern.
Es bleibt ein anständiger Roman, der was für Fans der Serie ist und sich als Einstiegsband überhaupt nicht eignet.
8 Punkte

Alexander Haas


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