Eine
letzte Tour noch - dann wollen sich Maurice, der sprechende Kater,
Keith, der angebliche Rattenfänger, sowie die sehr intelligenten
sprechenden Ratten zur Ruhe setzen. Ihre Masche: Die intelligenten
Ratten sorgen unter den Bewohnern der Stadt für Panik. Man ruft
nach einem Rattenfänger - das ist dann Keith - und dieser
führt die Ratten aus der Stadt. Daß alle unter einer Decke
stecken, kriegen die Bewohner der Stadt natürlich nicht mit.
Das Städtchen Bad Blintz in Uberwald scheint für diese
letzte Tour genau die richtige zu sein. Doch dummerweise scheint die
Stadt schon seit längerem an einer Rattenplage zu leiden - aber
warum hängen dann die örtlichen Rattenfänger falsche
Rattenschwänze aus? Und warum gibt es so viele Fallen? Etwas ist
faul in Bad Blintz, und schlimmer noch - auf Maurice und die Ratten
wartet etwas, das es eigentlich gar nicht geben sollte...
Worin unterscheidet sich dieser Pratchett-Roman von den anderen?
Vielleicht merkt man es nicht gleich auf den ersten Blick, aber
"Maurice" ist der erste Band einer geplanten Discworld-Reihe, die
extra für die jungen Leser geschrieben wird. Gegenüber den
normalen Romanen unterscheidet sich dieser aber nur in der Tatsache,
daß Pratchett hier ein leicht verständliches Englisch
schreibt. Wer also schon immer mal einen Originalroman lesen wollte,
bisher aber vor dem komplexen Englisch (* Oh, Pratchett ist da
noch gar harmlos... Heike) zurückgeschreckt ist, sollte es
mal mit diesem Roman probieren. Pratchett verzichtet zu Beginn auch
auf die sonst übliche Aufsplitterung der Handlung in mehrere
Ebenen. Er erzählt die Geschichte sehr geradlinig.
Trotz der Tatsache, daß dieser Band eindeutig für ein
jüngeres Publikum geschrieben wurde, ist es doch ein typischer
Discworld-Roman. Das ist auch gut so. Es wäre sehr schade, wenn
Pratchett nur wegen der neuen Zielgruppe die Discworld verniedlichen
würde. Das tut er nicht.
Statt dessen macht er aus einer Randnotiz in einem seiner Romane -
ich weiß jetzt leider nicht mehr genau, wo Maurice erwähnt
wird - eine eigenständige Geschichte. Und wie so oft erweist
sich Pratchett als jemand, der den Leser zum Nachdenken anregt. In
diesem Fall fragt man sich, was eigentlich normal ist und was nicht -
und wer die Maßstäbe dafür setzt.
Auf jeden Fall macht der Roman Spaß. Maurice ist als
Hauptperson exzellent geschildert, und man nimmt ihm die Katze ebenso
ab wie den menschlichen Teil in ihm. Und die Ratten erst - da gibt es
neben einem Steptänzer den Anführer dieser Squad, die
Fallen und Gifte entschärft - kurz, die Charaktere sind
äußerst gelungen.
Ein richtiger Pratchett halt.
Amazon gibt als Lesealter für den Roman 9-12 an - was ich
durchaus als realistisch einschätze. Wobei natürlich auch
ältere Leser ihren Spaß an diesem Roman haben können.
Sieht man an mir. ;-) (* Du bist einfach junggeblieben. ;-) Was
aber nicht heißt, daß ich Dir nicht voll und ganz recht
gebe. Heike)
Fazit:
Pratchett gelingt es erneut, eine lustige, aber dennoch nachdenklich
machende Geschichte zu erzählen. Daß er darüber
hinaus die Discworld nicht für das jüngere Lesepublikum
verniedlicht hat, sondern sich selbst treu geblieben ist, ist
überaus lobenswert.
Zielgruppenwertung: 15 Punkte
Erwachsenenwertung: 15 Punkte