Achim Hiltrop:

"Die Kerian-Verschwörung"

(Die Gallagher-Chroniken 1)
D 2001
(226 Seiten, Paperback, MG Science-Fiction-Reihe - Nr.90X, ISBN 3-931164-90-X, 24,80 DM)
- erschienen: 2001 -

Clou Gallagher, ein Söldner, wie er im Buche steht, steuert den Planeten Daneb IV an. Vor kurzem noch kämpfte er für die Teräer, aber da er denen nicht mehr helfen kann, hat er sich still und leise verdrückt. Vielleicht hätte er es sich doch noch überlegen sollen, denn auf Daneb IV wird er vom dortigen Machthaber gezwungen, Sklaven für das danebische Imperium zu suchen. Unter der Obhut eines alten Bekannten, Starafar, macht er sich also auf und steuert den abgelegenen Planeten Drusa an – schließlich sind die Drusaken als Sklaven ideal. Insgeheim hofft er jedoch, mit Hilfe alter Freunde Starafar dort abschütteln zu können. Aber Clou hat nicht mit dem kerianischen Imperium gerechnet, wo man der Meinung ist, der ehemalige Kriegsheld habe sich kräftig aus der dortigen Kasse bedient. Die Admiralin Tonya Delanne ist ihm auf der Spur.
Auf Drusa kommt es nun, wie es kommen muß: Bevor Clou irgend etwas unternehmen kann, wird er von Tonya verhaftet. Was diese jedoch nicht weiß, ist, daß es in den Reihen des kerianischen Militärs eine Verschwörung gibt. Zudem beteuert Clou seine Unschuld. Tonya glaubt ihm anfangs nicht, aber nachdem sie bei einem Attentat fast getötet worden wäre, macht sich das ungleiche Paar gemeinsam nach Kerian auf, um ein für allemal zu klären, wer denn da einen tüchtigen Griff in die Kriegskasse getan hat...

Bevor ich zum eigentlichen Inhalt der Rezension komme, ein kleines Wort über die Bindung des Romans. Natürlich sollte man Lesezeichen benutzen, aber ab und an klappt man das Buch ja auch einfach auf und legt es zur Seite. Danach sollte es eigentlich nicht so leicht aus dem Leim gehen, wie es der vorliegende Roman getan hat – es ist nicht so prickelnd, wenn die Seiten gleich büschelweise auseinandergehen... Aber dafür kann ja der Autor nichts. Dennoch: Wer sich das Buch kauft, sollte vorsichtig damit umgehen.
Kommen wir also zum Roman. Achim Hiltrops Geschichten um den Söldner Clou Gallagher erschienen zuerst im Internet und kommen jetzt nach und nach im MG-Verlag heraus. Das werden all jene begrüßen, die nach Literatur à la Honor Harrington suchen. Denn Clou Gallagher ist eine Space Opera, die auf Action und überraschende Handlungswendungen setzt. Dabei geraten die Charaktere doch ein wenig in den Hintergrund, was aber bei diesem Genre erstens keine Seltenheit ist und zweitens auch nicht so großartig stört.
Achim Hiltrop versteht es, Clou Gallaghers Abenteuer mit einer Prise Ironie und Humor in Szene zu setzen. Dabei geht es natürlich nicht ohne Explosionen und Einsätze à la James Bond ab.
Dazwischen geht eine klassische Liebesgeschichte über die Bühne, die natürlich kein Happy-End hat, denn der Held muß ja weiter seinen Aufträgen nachgehen. Dabei ist Clou Gallagher als Charakter gar nicht mal so uninteressant. Dennoch – etwas mehr Tiefe würde ihm guttun. Es reicht nicht aus, ihm eine tragische Vergangenheit zu verleihen. Tonya Delanne dagegen verfügt schon über etwas Tiefe. Sie entwickelt sich innerhalb des Romans von der pflichtbesessenen Admiralin zur Freundin von Clou, wenn sie am Ende auch nach Kerian zurückkehrt. Richtig nett ist der Charakter des Schiffes Trigger, das sich manchmal wie eine alte Ehefrau aufführt – die Dialoge zwischen Clou und Trigger sind mit am gelungensten.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Handlung ist, wie schon mehrmals betont, recht actionorientiert und steht ganz in der Tradition von Star Wars – es gibt viele Raumschlachten, einige nicht ganz koschere Einsätze von Clou auf diversen Planeten – kurz und gut, es ist eben eine Space Opera. Fans derselben werden den zweiten Band, der mittlerweile erschienen ist, kaum erwarten können.

Fazit:
Alles in allem bietet Clou Gallagher spannende Action-Unterhaltung auf durchaus solidem Niveau. Daß dabei die Charaktere etwas schwach ausfallen, liegt wohl in der Natur einer Space Opera.
11 Punkte

Christian Spließ

home...