Clou
Gallagher, ein Söldner, wie er im Buche steht, steuert den
Planeten Daneb IV an. Vor kurzem noch kämpfte er für die
Teräer, aber da er denen nicht mehr helfen kann, hat er sich
still und leise verdrückt. Vielleicht hätte er es sich doch
noch überlegen sollen, denn auf Daneb IV wird er vom dortigen
Machthaber gezwungen, Sklaven für das danebische Imperium zu
suchen. Unter der Obhut eines alten Bekannten, Starafar, macht er
sich also auf und steuert den abgelegenen Planeten Drusa an
schließlich sind die Drusaken als Sklaven ideal. Insgeheim
hofft er jedoch, mit Hilfe alter Freunde Starafar dort
abschütteln zu können. Aber Clou hat nicht mit dem
kerianischen Imperium gerechnet, wo man der Meinung ist, der
ehemalige Kriegsheld habe sich kräftig aus der dortigen Kasse
bedient. Die Admiralin Tonya Delanne ist ihm auf der Spur.
Auf Drusa kommt es nun, wie es kommen muß: Bevor Clou irgend
etwas unternehmen kann, wird er von Tonya verhaftet. Was diese jedoch
nicht weiß, ist, daß es in den Reihen des kerianischen
Militärs eine Verschwörung gibt. Zudem beteuert Clou seine
Unschuld. Tonya glaubt ihm anfangs nicht, aber nachdem sie bei einem
Attentat fast getötet worden wäre, macht sich das ungleiche
Paar gemeinsam nach Kerian auf, um ein für allemal zu
klären, wer denn da einen tüchtigen Griff in die
Kriegskasse getan hat...
Bevor ich zum eigentlichen Inhalt der Rezension komme, ein kleines
Wort über die Bindung des Romans. Natürlich sollte man
Lesezeichen benutzen, aber ab und an klappt man das Buch ja auch
einfach auf und legt es zur Seite. Danach sollte es eigentlich nicht
so leicht aus dem Leim gehen, wie es der vorliegende Roman getan hat
es ist nicht so prickelnd, wenn die Seiten gleich
büschelweise auseinandergehen... Aber dafür kann ja der
Autor nichts. Dennoch: Wer sich das Buch kauft, sollte vorsichtig
damit umgehen.
Kommen wir also zum Roman. Achim Hiltrops Geschichten um den
Söldner Clou Gallagher erschienen zuerst im Internet und kommen
jetzt nach und nach im MG-Verlag heraus. Das werden all jene
begrüßen, die nach Literatur à la Honor Harrington
suchen. Denn Clou Gallagher ist eine Space Opera, die auf Action und
überraschende Handlungswendungen setzt. Dabei geraten die
Charaktere doch ein wenig in den Hintergrund, was aber bei diesem
Genre erstens keine Seltenheit ist und zweitens auch nicht so
großartig stört.
Achim Hiltrop versteht es, Clou Gallaghers Abenteuer mit einer Prise
Ironie und Humor in Szene zu setzen. Dabei geht es natürlich
nicht ohne Explosionen und Einsätze à la James Bond
ab.
Dazwischen geht eine klassische Liebesgeschichte über die
Bühne, die natürlich kein Happy-End hat, denn der Held
muß ja weiter seinen Aufträgen nachgehen. Dabei ist Clou
Gallagher als Charakter gar nicht mal so uninteressant. Dennoch
etwas mehr Tiefe würde ihm guttun. Es reicht nicht aus,
ihm eine tragische Vergangenheit zu verleihen. Tonya Delanne dagegen
verfügt schon über etwas Tiefe. Sie entwickelt sich
innerhalb des Romans von der pflichtbesessenen Admiralin zur Freundin
von Clou, wenn sie am Ende auch nach Kerian zurückkehrt. Richtig
nett ist der Charakter des Schiffes Trigger, das sich manchmal wie
eine alte Ehefrau aufführt die Dialoge zwischen Clou und
Trigger sind mit am gelungensten.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Handlung ist, wie schon mehrmals
betont, recht actionorientiert und steht ganz in der Tradition von
Star Wars es gibt viele Raumschlachten, einige nicht ganz
koschere Einsätze von Clou auf diversen Planeten kurz und
gut, es ist eben eine Space Opera. Fans derselben werden den zweiten
Band, der mittlerweile erschienen ist, kaum erwarten können.
Fazit:
Alles in allem bietet Clou Gallagher spannende Action-Unterhaltung
auf durchaus solidem Niveau. Daß dabei die Charaktere etwas
schwach ausfallen, liegt wohl in der Natur einer Space Opera.
11 Punkte