Matt
startet mit Aiko einen Befreiungsversuch. Daß die Hydriten ihm
die geklonten Kinder, die Mendriten, verschwiegen haben, trifft ihn
zwar ein wenig, aber nichtsdestotrotz will er den Hydriten helfen.
Dabei treffen sie auf die Nosfera Blair, die den Befreiungsversuch
scheinbar erfolgreich verhindert. Allerdings haben Matt und die
Hydriten einen Plan B in Reserve - kurze Zeit später sind die
Steppenreiter besiegt und die Mendriten befreit. Allerdings scheinen
diese noch lange danach unter Schock zu stehen. Doch es ist alles
andere als das.
Zuerst trifft es nur eine Tunnelröhre, in der die gefangenen
Steppenreiter nach Kanda oder Ruland gebracht werden sollen -
irgendetwas veranlaßt die bionischen Komponenten dazu, sich
regelrecht aufzulösen und vorher die Beatzung umzubringen. Kurze
Zeit später findet man die Mendriten, geschwächt und kaum
zu einem Wort fähig. Doch es bleibt nicht bei der
Tunnelröhre; die Vernichtung setzt sich unaufhaltsam fort.
Ul'ia und Matt versuchen, hinter das Geheimnis zu kommen. Als Matt
erfährt, daß auch Gene von Quar'tolen verwendet worden
sind, sucht er nach einer Art telepathischer Verbindung.
Währenddessen kümmern sich die Wissenschaftler um die
Mendriten, doch diese fliehen aus dem Labor. Ihr Ziel ist die Kuppel
von Sisco - und der Tod aller Lebewesen.
Matt und Ul'ia ahnen mittlerweile, daß die Mendriten Kontakt
mit den bionetischen Zellen aufgenommen haben - und kommen fast zu
spät. Doch die eigentliche Retterin der Stadt ist Blair, die im
entscheidenden Moment in das Blickfeld eines Mendriten gerät,
dem sie in der Höhle das Leben gerettet hat. Da der Kreis, der
notwendig ist, um die mentale Energie zu entfesseln, somit nicht ganz
perfekt ist, sterben die Mendriten. Außer dem, dem Blair das
Leben gerettet hat.
Doch die Bedrohung durch die Steppenreiter ist damit noch nicht
gebannt. Erst, als Blair den ankommenden Clanmitgliedern versichert,
ihr Stamm wäre tagelang durch die Ödnis geirrt und sie
hätten sich anschließend gegenseitig umgebracht, ziehen
die Steppenreiter ab. Blair hat mit ihrem Opfer Sisco gerettet.
Hmmm - eigentlich hätte man ja jetzt erwartet, daß die
Handlung um die Geiseln und die Befreiungsaktion den nächsten
Band bestimmt, wobei ich mich wirklich auf ein langes
Katz-und-Maus-Spiel gefreut hätte, aber das wird auf den ersten
Seiten abgehakt, und die Mendriten rücken ins Sichtfeld. Dieser
Wechsel scheint in meinen Augen nicht so ganz gelungen.
Sicher, die Mendriten tauchen im vorhergehenden Roman auf und spielen
eine nicht unbedeutende Rolle, aber mir scheint, als hätte Frenz
hier noch mit aller Macht versucht, einen zweiten Handlungsknoten zu
schürzen. In sich ist dieser ja auch stimmig, durchaus. Aber wie
gesagt, der Wechsel auf diese zweite Handlungsebene ist in meinen
Augen nicht so ganz geglückt. Besser wäre es gewesen, man
hätte die Handlung um die Geiseln direkt im ersten Teil
abgeschlossen und dann erst die Mendriten ins Spiel gebracht - aber
nun gut.
Der Rest des Romans bietet dann Unterhaltung auf hohem Niveau. Nicht
zuletzt das Schicksal Blairs, die eigentlich in Sisco hätte
bleiben können, statt dessen aber den Angriff der Steppenreiter
verhindert, bringt in den Roman eine nachdenkliche Komponente. Zwar
hätte man durchaus das eine oder andere kürzen können;
der positive Gesamteindruck überwiegt jedoch die kleinen
Längen. Ja, die Hydriten liegen Bernd Frenz ganz eindeutig.
Zudem gibt es noch einige kleinere Informationshäppchen zum
Kratersee.
Fazit:
Es bleibt ein positiver Gesamteindruck, der durch den nicht sehr
gelungenen Wechsel der Handlungsebenen zu Beginn des Romans und
teilweise kleine Längen nur unbedeutend getrübt wird.
Öfter mal einen solchen Zweiteiler täte der Serie wirklich
gut.
11 Punkte