Band 59: "Das Experiment"

Autor: Bernd Frenz

Matt startet mit Aiko einen Befreiungsversuch. Daß die Hydriten ihm die geklonten Kinder, die Mendriten, verschwiegen haben, trifft ihn zwar ein wenig, aber nichtsdestotrotz will er den Hydriten helfen. Dabei treffen sie auf die Nosfera Blair, die den Befreiungsversuch scheinbar erfolgreich verhindert. Allerdings haben Matt und die Hydriten einen Plan B in Reserve - kurze Zeit später sind die Steppenreiter besiegt und die Mendriten befreit. Allerdings scheinen diese noch lange danach unter Schock zu stehen. Doch es ist alles andere als das.
Zuerst trifft es nur eine Tunnelröhre, in der die gefangenen Steppenreiter nach Kanda oder Ruland gebracht werden sollen - irgendetwas veranlaßt die bionischen Komponenten dazu, sich regelrecht aufzulösen und vorher die Beatzung umzubringen. Kurze Zeit später findet man die Mendriten, geschwächt und kaum zu einem Wort fähig. Doch es bleibt nicht bei der Tunnelröhre; die Vernichtung setzt sich unaufhaltsam fort.
Ul'ia und Matt versuchen, hinter das Geheimnis zu kommen. Als Matt erfährt, daß auch Gene von Quar'tolen verwendet worden sind, sucht er nach einer Art telepathischer Verbindung. Währenddessen kümmern sich die Wissenschaftler um die Mendriten, doch diese fliehen aus dem Labor. Ihr Ziel ist die Kuppel von Sisco - und der Tod aller Lebewesen.
Matt und Ul'ia ahnen mittlerweile, daß die Mendriten Kontakt mit den bionetischen Zellen aufgenommen haben - und kommen fast zu spät. Doch die eigentliche Retterin der Stadt ist Blair, die im entscheidenden Moment in das Blickfeld eines Mendriten gerät, dem sie in der Höhle das Leben gerettet hat. Da der Kreis, der notwendig ist, um die mentale Energie zu entfesseln, somit nicht ganz perfekt ist, sterben die Mendriten. Außer dem, dem Blair das Leben gerettet hat.
Doch die Bedrohung durch die Steppenreiter ist damit noch nicht gebannt. Erst, als Blair den ankommenden Clanmitgliedern versichert, ihr Stamm wäre tagelang durch die Ödnis geirrt und sie hätten sich anschließend gegenseitig umgebracht, ziehen die Steppenreiter ab. Blair hat mit ihrem Opfer Sisco gerettet.

Hmmm - eigentlich hätte man ja jetzt erwartet, daß die Handlung um die Geiseln und die Befreiungsaktion den nächsten Band bestimmt, wobei ich mich wirklich auf ein langes Katz-und-Maus-Spiel gefreut hätte, aber das wird auf den ersten Seiten abgehakt, und die Mendriten rücken ins Sichtfeld. Dieser Wechsel scheint in meinen Augen nicht so ganz gelungen.
Sicher, die Mendriten tauchen im vorhergehenden Roman auf und spielen eine nicht unbedeutende Rolle, aber mir scheint, als hätte Frenz hier noch mit aller Macht versucht, einen zweiten Handlungsknoten zu schürzen. In sich ist dieser ja auch stimmig, durchaus. Aber wie gesagt, der Wechsel auf diese zweite Handlungsebene ist in meinen Augen nicht so ganz geglückt. Besser wäre es gewesen, man hätte die Handlung um die Geiseln direkt im ersten Teil abgeschlossen und dann erst die Mendriten ins Spiel gebracht - aber nun gut.
Der Rest des Romans bietet dann Unterhaltung auf hohem Niveau. Nicht zuletzt das Schicksal Blairs, die eigentlich in Sisco hätte bleiben können, statt dessen aber den Angriff der Steppenreiter verhindert, bringt in den Roman eine nachdenkliche Komponente. Zwar hätte man durchaus das eine oder andere kürzen können; der positive Gesamteindruck überwiegt jedoch die kleinen Längen. Ja, die Hydriten liegen Bernd Frenz ganz eindeutig. Zudem gibt es noch einige kleinere Informationshäppchen zum Kratersee.

Fazit:
Es bleibt ein positiver Gesamteindruck, der durch den nicht sehr gelungenen Wechsel der Handlungsebenen zu Beginn des Romans und teilweise kleine Längen nur unbedeutend getrübt wird. Öfter mal einen solchen Zweiteiler täte der Serie wirklich gut.
11 Punkte

Christian Spließ

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