Die
Expedition des Weltrats hat mittlerweile die Gegend des ehemaligen
Chicago erreicht. Auf der Reise dorthin gab es eine leichte
Verzögerung: Einer der Clinton-Tauchpanzer brach in einen
Fluß ein. Die Rettungsaktion kostet wertvolle Zeit.
Währenddessen zeigen sich Spannungen im Team. Dr. Jed Stuart
verliebt sich in den Staff Sergeant Ncombe, womit Jazz Garrett nun
gar nicht einverstanden ist. Das macht er dem Doktor auch recht
deutlich klar. Daneben spinnt Doc Smythe, der allmählich in der
Hierarchie aufgestiegen ist, mehr und mehr Intrigen. Nach und nach
räumt er mißliebige Gegner aus dem Weg es gipfelt
darin, daß er Garrett in eine raffinierte Falle lockt. Es sieht
so aus, als hätte bei seinem Versuch, Ncombe zu vergewaltigen,
Garrett einen Mann ermordet. Daß das in Wirklichkeit Smythe
war, der jetzt als Kronzeuge gegen ihn antritt, ist niemandem
bekannt.
Die Expedition erreicht nach einem kleinen Zwischenfall in Chicago
eine Art Lichtsäule, von der eine ungeheure sexuelle
Anziehungskraft ausgeht. Fast jeder im Camp denkt nur noch an Sex
außer Smythe, der zusammen mit Jed, der ihm nicht ganz
freiwillig hilft, an einem Gegenmittel arbeitet.
Dem Ruf der Lichtsäule ist einige Tage zuvor Louyos erlegen, der
in eine untereisische Zivilisation gerät. Nachdem ihm Haar-,
Haut- und Blutproben abgenommen wurden, ist er von der Großen
Mutter angenommen worden das Ziel seiner Wünsche, die
geheimnisvolle Evesix, ist nah. Diese lockt ihn in den See, an dessen
Grund ab und an ein grünes Leuchten aufflackert, und ehe er sich
versieht, wird er von einem großen Ungeheuer in den See
gezerrt. Etliche Minuten später taucht er als neuer Mensch
wieder auf.
Als die Expedition näherkommt, wird der Eingang in die
Zivilisation entdeckt. Für Smythe die Gelegenheit, Garrett
loszuwerden, den er in einer Selbstmordmission hinunterschickt.
Garrett vollzieht dieselben Rituale wie Loyous, wird jedoch
anscheinend aufgrund des Gegenmittels verworfen. Es bleibt den
restlichen Männern nichts anderes übrig, als zu versuchen,
Garrett zu retten was jedoch im Eifer des Gefechts nicht
gelingt. Nachdem die Schlacht geschlagen wurde, findet Smythe heraus,
daß ein Kometensplitter in das ehemalige wissenschaftliche
Forschungszentrum Edmontons gebracht, und sein Einfluß
veränderte die Wissenschaftler, die etliche Genexperimente
vornahmen. Warum und wozu, das weiß Smythe auch nicht zu
beantworten. Aber es ist ihm fast gelungen, sich an die Spitze der
Expedition zu setzen.
Es wird aufgeräumt wenn man so zynisch sein und das sagen
darf. Der Tod von Garrett wird bestimt etliche Leserbriefe
provozieren, aber meiner Meinung nach war die Entscheidung gut.
Schließlich war Garrett ja der kongeniale Gegenspieler von Matt
in Washington. Ohne ihn war er zwar immer noch recht bedrohlich, aber
das Potential der Figur war seit längerem ausgereizt. Da tut
eine Art Verjüngungskur doch richtig gut. (Sowas wünscht
man sich mal des öfteren bei Perry, hüstel...)
Daß Smythe sich nach seinen Weg nach oben bahnen wird, das
konnte man sich denken. Vermutlich werden er und Crow noch ein sehr
reizendes Paar.
Ob die Episode rund um Chicago wirklich notwendig war da
passiert ja eigentlich nichts, was für die Handlung wirklich
bedeutsam wäre darüber läßt sich
streiten. Meiner Meinung nach hätte man sie ruhig weglassen
können. Die Sex-Szenen werden mal wieder den Schrei der Fans
hervorrufen, die immer noch der Meinung sind, SF und Sex würden
sich nicht vertragen. Wobei man sich mal fragen müßte, was
eigentlich Astronauten so im Weltall treiben ähem...
(* Tja, keine Ahnung, warum die natürlichste Sache der Welt
so tabuisiert wird... Heike)
Die Handlung selbst zwiespältig läßt sie mich
zurück. Einerseits ist der Aufstieg von Smythe natürlich
recht nett zu lesen na gut, bei Smythe von nett zu reden, ist
etwas... seltsam andererseits ist die Grundthematik des Romans
doch schon etwas abgegriffen. Genmanipulationen aufgrund des Kometen
sind wir schon des öfteren in der Serie begegnet. Noch ist nicht
ganz klar, ob die Wesen denen begegnet man im ersten Hardcover
gezieltes Terraforming vollführen oder ob es nur
Experimente aus reiner Neugier sind. Warten wir ab, was uns da am
Kratersee erwartet.
Fazit:
Nicht gerade einer von Jos Spitzenromanen als Fan von Smythe
wird man den Aufstieg des Herrn der Welt zwar recht vergnüglich
finden, aber die Grundthematik des Bandes ist innerhalb der Serie
schon etwas zu oft gebraucht worden.
7 Punkte