Band 63: "Das Rätsel der Insel"

Autor: Michael J. Parrish

Mitten in der Eiswüste des Pazifik taucht eine Insel auf, auf der ein fernöstlich wirkender Palast prangt, der aussieht, als wäre er gerade eben erst erbaut worden – als Matt, Aruula und Aiko diese Entdeckung machen, ist ihre Neugier geweckt. Zudem scheint die Insel vollkommen eisfrei zu sein. Aruula ist skeptisch und hält den Palast für das Werk eines Dämonen, während Aiko eher eine höherstehende Technologie für verantwortlich hält. Die Debatte zwischen den beiden wird durch das plötzliche Auftauchen und das Verschwinden eines mongolischen Kriegers noch angeheizt.
Alle drei machen sich auf, um die Festung zu erforschen. Matt wird von Aruula und Aiko getrennt und begegnet erneut dem mongolischen Krieger, der sich als Führer anbietet. Doch nach einiger Zeit merkt Matt, daß er, wie zuvor auch, irgendwie im Kreis umhergeführt wird. Er verlangt nach Antworten, aber der Krieger verschwindet plötzlich.
Aruula und Aiko sind in der Zwischenzeit mongolischen Kriegern begegnet, die alles andere als freundlich gesinnt sind. Kurzerhand sperren sie beide in eine Zelle; kurze Zeit später taucht auch Matt auf. Ihm sind ebenfalls Krieger begegnet, die vorgeben, gegen den Herrn der Festung zu kämpfen. In Wirklichkeit sind sie aber nur eine andere Ausprägung des Herrschers. Etwas ratlos versuchen Matt, Aruula und Aiko in ihrer Zelle, den Erlebnissen auf den Grund zu gehen. Matt vergleicht das Ganze mit der Technik des Holo-Decks bei ST. Womit er, wie er später erfährt, nicht ganz unrecht hat.
Bald darauf erscheint der Herr der Festung wieder und führt das Trio zu einem Tor, hinter dem die Antworten auf die Fragen liegen sollen. Sie entdecken eine mumifizierte Leiche, an der ein fremdartiger Organismus klebt. Vor rund 300 Jahren kam ein mongolischer Krieger zu diesen Ort und ging mit dem Organismus eine Symbiose ein – aus seinen Erinnerungen und seinen Gehirnströmungen formte der Organismus die Festung. Doch jetzt sind die Energien allmählich verbraucht, und aus dem Trio sollen die neuen Symbionten werden. Das lehnen die drei aber ab; der Organismus konfrontiert sie daraufhin mit ihren ureigensten Ängsten. Einzig Aiko kann Matt und Aruula mit Hilfe seiner Implantate aus den Klauen des Organismus retten. Als sie später die Insel verlassen, ahnen sie nicht, daß der Organismus nicht tot ist, sondern nur auf einen neuen Symbionten wartet...

Nach einiger Zeit der Abstinenz hat Parrish wieder einen Maddrax-Roman abgeliefert, der in seiner Struktur ein wenig an das Ethera-Abenteuer in München erinnert – hier wie dort erweist sich das, was als Paradies gedacht war, nicht als das, was es eigentlich ist.
Wer Action mag, für den dürfte dieser Roman genau der richtige sein. Denn für einen Mystery-Roman reicht es einfach nicht; dazu tritt die Frage, wer der Herr der Festung ist, doch zu rasch in den Hintergrund. Die Auflösung vermag einen da auch nicht so recht zu befriedigen – ein außerirdischer Organismus. Hmm...
Das Wortduell zwischen Aiko und Aruula erinnert an Scully und Mulders Auseinandersetzungen in Akte X – hier der wissenschaftliche Vertreter, dort die Barbarin, die eher bereit ist, an die Dämonen zu glauben als an die Wissenschaft. Wobei man eigentlich annehmen müßte, daß Aruula mittlerweile an die Wissenschaft gewöhnt ist; sie hat bei der Reise ja schon so einiges gesehen. Aber gut, Erziehungsschemata lassen sich nicht so leicht abschütteln.

Fazit:
Parrishs Abwesenheit von Maddrax habe ich eigentlich nicht so arg bedauert – dieser Roman zeigt mir dann auch, warum. Trotz des Bemühens, eine rätselhafte Atmosphäre aufzubauen, bleibt der Roman eher in eingefahrenen Action-Bahnen. Schade eigentlich; das Thema hätte weit mehr Raum geboten. So bleibt halt nur die untenstehende Wertung übrig.
5 Punkte

Christian Spließ

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