Horst
Hoffmann kann ohne Zweifel gute Romane schreiben; dieser allerdings
gehört nicht dazu. Vielleicht liegt es daran, daß Robert
Feldhoffs Exposé einfach nicht mehr hergab, aber einen
langweiligeren Roman als diesen habe ich in diesem Zyklus noch nicht
gelesen und das will etwas heißen.
Zunächst einmal sind die Personen bis zum letzten Drittel des
Romans auf der Suche nach einander Soner sucht den
Statistiker, Sihame sucht Soner, Atlan sucht Sihame alles
nicht sonderlich aufregend. Dann, aus einem mir unerfindlichem Grund,
beschließt Soner auf einmal, sich dem Gericht der
Prinzenkrieger zu stellen. Hmm. Mal sehen ich riegele einen
ganzen Planeten ab, um mit einem Statistiker allein zu sein, und dann
rufe ich aus heiterem Himmel, weil mir meine Liebste so rät, den
Rat der Prinzenkrieger herbei, der mich vermutlich zum sicheren Tod
verurteilen wird? Sorry, aber das ist für mich in höchstem
Maße unglaubwürdig. Liebe mag ja bekanntlich über den
Tod hinausreichen, und Soners und Sihames Beziehung ist vielleicht
wirklich stark aber ich nehme das dem Charakter dennoch nicht
ab.
Was mich besonders gestört hat, sind die Füllszenen mit den
Zeitbrunnen, die wohl einfach nur da sind, um den Roman auf die
erforderliche Seitenzahl zu bringen das Francis-Phänomen
hat anscheinend auch auf Horst Hoffmann übergegriffen. Diese
Szenen sind weder für die Handlung notwendig, noch scheinen sie
irgendeinen Sinn zu haben. Darüber hinaus unterbrechen sie den
Spannungsbogen, und sowas ist einfach ein sehr grober Fehler. Punkt.
(Damit werde ich mir vermutlich jede Menge Hatemails zuziehen, aber
egal...)
Der Spannungsbogen ist in diesem Roman sowieso kaum vorhanden. Da
helfen selbst die gefährlichsten Szenen nichts diese
Handlung hat einfach keinen Moment, in dem mir der Atem weggeblieben
wäre oder in dem ich mich gefragt habe, was wohl auf der
nächsten Seite passiert. Ach ja eine Mauer. Daß
Sihame was passiert, ist unwahrscheinlich richtig, das ist nur
eine Holographie. Weiter im Text...
Daß die wichtigste Information mal wieder ganz am Ende des
Romans versteckt ist nun gut, damit kann man als Leser ja
leben. Aber der Statistiker spielt die Rolle des Deus ex machina
eine Lösung, die schon bei den alten Griechen nicht immer
unbedingt die Beste war, und dem langweiligen Roman tut sie auch
nicht gut.
Fazit:
Kein Roman, den man unbedingt hätte lesen müssen es
genügt, die letzten Seiten aufzuschlagen, um informiert zu sein.
Die Handlung ist langweilig, Spannung kommt gar nicht erst auf, und
der Statistiker als Deus ex machina ist wirklich zum Gähnen.
2 Punkte
Co- (oder auch Haupt-) Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Hansjoachim Kleimann leider kurzfristig aus den Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen ausgestiegen ist, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |