Band 2137: "Operation Mauser"

Autor: Leo Lukas

"Die Ga- die Gaga- die Gallier!" – naja, nicht ganz. Diesmal sind es die Jankaron, die da wieder den Piraten über den Weg laufen. Und die putzigen Vögel schildert Leo Lukas wirklich derart genial, daß mich der Roman für die vorherigen mehr als entschädigt.
Der Roman ist spannend. Warum ist er das? Weil man erstens nicht genau weiß, was die Jankaron planen. Man bekommt nur Bruchstücke von Roxos Plan vorgesetzt und fragt sich die ganze Zeit, was da eigentlich vor sich geht. Dadurch ist natürlich auch zweitens der Spannungsbogen sehr hoch, und dieser wird kontinuierlich durchgezogen – es gibt einen Höhepunkt und einen richtigen Schluß. Denn genau das bedeutet das kleine Wörtchen Coda am Anfang des letzten Abschnittes. Das macht den Roman "rund".
Drittens machen die Charaktere Spaß. Einerseits sind die Jankaron wirklich gut dargestellt – amüsiert schmunzelt man bei der Formulierung von Lukas, man sei ja doch erst bei der 132. Strophe eines Heldenliedes angelangt – andererseits überzeugt seine Darstellung des Zim November. Dieser Charakter durchläuft eine glaubhafte Entwicklung, und ich hoffe sehr, daß man das Potential der Figur nicht verschenkt.
Das Sahnehäubchen auf dem Kaffee (* Äh, war das nicht 'auf dem Kuchen'? Heike) sind natürlich die Anspielungen, die an keiner Stelle bemüht oder aufgesetzt wirken. Natürlich ist Asterix nicht fern, aber darüber hinaus gibt es manche Stelle, die einen schmunzeln läßt. Nun gut, Wichtigwicht und Leberwurst als Namen sind nicht jedermanns Geschmack, aber wer Pratchett liest... ;-) Und bei "Ruf uns nicht an, wir rufen dich an" habe ich laut losgeprustet.
Und Lukas ist jetzt fester Autor? Ich begrüße das.
Noch unsicher bin ich mir allerdings, was die Entwicklung von Gucky betrifft. Lukas gelingt es zwar, diese Szenen mit den zwei Seelen in einer Brust glaubhaft darzustellen, aber ich frage mich, ob das wirklich notwendig war. Gut, ein solches Erlebnis, wie Gucky es hatte, hinterläßt seine Spuren, aber ob das wirklich der richtige Weg ist? Ich fürchte, da wird so mancher Leser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich tue es noch nicht. Ein wenig Dunkelheit im Perryversum ist ja gut und schön, doch sollte man sie nicht zu weit treiben.

Fazit:
Spannend, lustig und dazu für den Zyklus relevant – was will man mehr von einem Roman? Höchstens die Gucky-Plofre-Szenen könnten zu einem Punktabzug führen , aber Lukas besitzt für diese genug Feingefühl.
13 Punkte

Christian Spließ

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