Ben
Yellowhorse wird mitten in der Nacht von seltsamen Geräuschen
geweckt. Es dauert eine Weile, bis er erkennt, daß auf seiner
Brust ein Skorpion ruht. Verwundert registriert Ben, wie der Skorpion
von ihm herabgleitet und ihm mit dem Stachel winkt. Kurze Zeit
später tauchen Kojoten auf und umzingeln den Indianer. Der
Skorpion ritzt zudem Schriftzeichen in den Boden, die vor einer
kommenden Gefahr warnen. Und aus einem Staubwirbel bildet sich der
Körper eines gelben Mustangs - doch das bekommt Ben schon nicht
mehr vollständig mit. Etliche Skorpione jagen ihr Gift in seine
Venen.
Zamorra und Nicole sind zu einer Tagung eingeladen worden, die sich
um die Mythen der Indianer dreht. Ihr Gastgeber, Fletcher Strongtree,
hat eigenartige Tätowierungen auf seinem Unterarm und ist auch
sonst recht seltsam. Als kurze Zeit später zwei Morde passieren,
ist der Instinkt von Zamorra geweckt. Zudem ist Nicoles sechster Sinn
aktiv geworden, und der führt sie in eine Ausstellung der alten
Götter Ägyptens. Genauer - zu einem Diorama, das Anubis mit
einem Henkelkreuz zeigt. Auf dem Rückweg bemerkt sie Ben
Yellowhorse und wird kurz darauf von Kojoten attackiert. Doch eine
unbekannte Bestie kommt ihr zu Hilfe.
Später untersuchen Zamorra und Nicole das Diorama in der
Ausstellung. Tatsächlich stellen sie eine Art Restmagie fest.
Das Ankh-Kreuz ist verschwunden. Daß der Wachmann hypnotisiert
wurde, von Strongtree persönlich, verstärkt ihr Unbehagen
ihm gegenüber.
Zuletzt entschließen sich die beiden, die Wohnung von Ben
aufzusuchen. Dort werden sie Opfer einer machtvollen Attacke.
Strongtree taucht zudem auf, und Zamorra und Nicole bleibt nichts
anderes übrig, als das Weite zu suchen. Kurze Zeit später
findet sich keine Spur mehr von Strongtree. Er selbst hat die Geister
von Ben und dessen Großvater ins Jenseits geleitet - und
verschwindet als Wolf in die Weite.
Natürlich kann Timothy Stahl nicht anders, als Las Vegas
für einen Zamorra-Roman zu wählen. Der Gute lebt
schließlich da. ;-) Und daß er das tut, merkt man an den
zahlreichen Details, mit denen Vegas geschildert wird.
Auf jeden Fall ist das ein Zamorra, der einen von Anfang an in seinen
Bann schlägt. Die Charaktere sind sorgfältig gezeichnet;
Zamorra und Nicole agieren so, wie man es gewohnt ist, und zudem
kommt ein mystisches Element dazu, das am Ende zwar halbwegs
erklärt wird, aber doch nicht so ganz. Warum Strongtree als Wolf
erscheint, bleibt Timothys Geheimnis. Vielleicht hat er sich das
für den nächsten Zamorra-Roman aufbewahrt? Wer
weiß.
Mehr braucht man zu diesem atmosphärisch dichten Roman auch
nicht zu sagen, denke ich. Einfach selber kaufen, erste Seite lesen
und genießen.
Fazit:
Zamorra in Vegas mit Bestien - eine Kombination, die einfach gut ist.
Besonders, wenn der Erzähler Timothy Stahl heißt.
14 Punkte