Professor Zamorra

Band 729: "Die Bestien von Las Vegas"

Autor: Timothy Stahl

Ben Yellowhorse wird mitten in der Nacht von seltsamen Geräuschen geweckt. Es dauert eine Weile, bis er erkennt, daß auf seiner Brust ein Skorpion ruht. Verwundert registriert Ben, wie der Skorpion von ihm herabgleitet und ihm mit dem Stachel winkt. Kurze Zeit später tauchen Kojoten auf und umzingeln den Indianer. Der Skorpion ritzt zudem Schriftzeichen in den Boden, die vor einer kommenden Gefahr warnen. Und aus einem Staubwirbel bildet sich der Körper eines gelben Mustangs - doch das bekommt Ben schon nicht mehr vollständig mit. Etliche Skorpione jagen ihr Gift in seine Venen.
Zamorra und Nicole sind zu einer Tagung eingeladen worden, die sich um die Mythen der Indianer dreht. Ihr Gastgeber, Fletcher Strongtree, hat eigenartige Tätowierungen auf seinem Unterarm und ist auch sonst recht seltsam. Als kurze Zeit später zwei Morde passieren, ist der Instinkt von Zamorra geweckt. Zudem ist Nicoles sechster Sinn aktiv geworden, und der führt sie in eine Ausstellung der alten Götter Ägyptens. Genauer - zu einem Diorama, das Anubis mit einem Henkelkreuz zeigt. Auf dem Rückweg bemerkt sie Ben Yellowhorse und wird kurz darauf von Kojoten attackiert. Doch eine unbekannte Bestie kommt ihr zu Hilfe.
Später untersuchen Zamorra und Nicole das Diorama in der Ausstellung. Tatsächlich stellen sie eine Art Restmagie fest. Das Ankh-Kreuz ist verschwunden. Daß der Wachmann hypnotisiert wurde, von Strongtree persönlich, verstärkt ihr Unbehagen ihm gegenüber.
Zuletzt entschließen sich die beiden, die Wohnung von Ben aufzusuchen. Dort werden sie Opfer einer machtvollen Attacke. Strongtree taucht zudem auf, und Zamorra und Nicole bleibt nichts anderes übrig, als das Weite zu suchen. Kurze Zeit später findet sich keine Spur mehr von Strongtree. Er selbst hat die Geister von Ben und dessen Großvater ins Jenseits geleitet - und verschwindet als Wolf in die Weite.

Natürlich kann Timothy Stahl nicht anders, als Las Vegas für einen Zamorra-Roman zu wählen. Der Gute lebt schließlich da. ;-) Und daß er das tut, merkt man an den zahlreichen Details, mit denen Vegas geschildert wird.
Auf jeden Fall ist das ein Zamorra, der einen von Anfang an in seinen Bann schlägt. Die Charaktere sind sorgfältig gezeichnet; Zamorra und Nicole agieren so, wie man es gewohnt ist, und zudem kommt ein mystisches Element dazu, das am Ende zwar halbwegs erklärt wird, aber doch nicht so ganz. Warum Strongtree als Wolf erscheint, bleibt Timothys Geheimnis. Vielleicht hat er sich das für den nächsten Zamorra-Roman aufbewahrt? Wer weiß.
Mehr braucht man zu diesem atmosphärisch dichten Roman auch nicht zu sagen, denke ich. Einfach selber kaufen, erste Seite lesen und genießen.

Fazit:
Zamorra in Vegas mit Bestien - eine Kombination, die einfach gut ist. Besonders, wenn der Erzähler Timothy Stahl heißt.
14 Punkte

Christian Spließ

home...