Nach dem
Zweiteiler von Dirk van den Boom, in welchem die Leser so einiges
darüber erfahren haben, wie das Ikarus-Universum so tickt, geht
es in dieser Folge mit einem "normalen" Einsatz weiter. Eine von
einer Sekte betriebene Raumstation gerät in Not, und die Ikarus
muß zur Hilfe eilen. Die Zeit wird knapp, weil einige der
Sektenmitglieder in einem Teil der Station eingeschlossen sind und
mit dem Tode ringen. Doch die Ikarus wird nicht mit offenen Armen
empfangen...
Mit schöner Regelmäßigkeit geht es mit dieser Serie
weiter, und wir wollen hier und heute mal festhalten, daß dies
unter den Kleinverlagen des Phantastik-Genres leider nicht immer
selbstverständlich ist. Die Serie "Rettungskreuzer Ikarus" hat
sich damit inzwischen zu einer zuverlässigen,
vierteljährlichen Konstante entwickelt.
Nach dem eher zentralen Zweiteiler geht es nun mit einer eher
peripheren Handlung weiter, die zwar in Zukunft wohl noch eine Rolle
spielen soll; der rote Faden der Serie wird in diesem Band aber
zumindest nicht sichtbar weitergesponnen. Das heißt aber bei
weitem nicht, daß dieser Band schlecht ist, im Gegenteil. Er
unterhält mit einem angenehm hoch dosierten Tempo, welches durch
den flüssigen Schreibstil des Autors unterstützt wird, und
sorgt mit nicht übertrieben eingesetzten Action-Szenen durchaus
für Kurzweil.
Der geneigte Rezensent muß allerdings gestehen, daß ihm
solche Kirchen- und Sektengeschichten nicht so liegen, sei es, weil
es davon schon zu viele gibt, sei es, weil sie
handlungsmäßig immer nur das gleiche hergeben. Immerhin
entpuppt sich das ganze, so viel sei schon einmal verraten, als eine
hübsch gesponnene Intrige, die durchaus noch Potential für
die Zukunft hat.
Unsere Helden sind diesmal wieder vereint und dürfen gemeinsam
die Mission bestehen - und bis auf Thorpa hat auch jeder von ihnen
einige gute Auftritte.
Als ein Novum der Serie wird auch erstmals eine Romanze zwischen dem
Captain und der Bordingenieurin Sonja Di Mersi geschildert, und diese
kurzen Szenen gehören mit zu den unterhaltsamsten des ganzen
Bandes; sie sind einfach hübsch geschrieben. Eine höchst
angenehme und begrüßenswerte neue Komponente in der Serie
(von Jason und Shilla mal abgesehen).
Das Titelbild von Klaus G. Schimanski sei auch diesmal wieder
erwähnt; insbesondere die Rückseite mit einer sehr
detaillierten Raumstation ist hervorragend gelungen.
Abschließend sei angemerkt, daß - wie es inzwischen gute
Tradition in der Serie ist - wieder jemand aus dem Bekanntenkreis der
Ikarus-Macher in diesem Band seinen Tod findet. Diesmal hat es einen
von mir geschätzten FLASH-Kollegen und Co-Rezensenten getroffen,
und ich bin schon gespannt darauf, was er hierzu schreiben wird.
Zumindest kann er aufatmen: Richtig schlimm erwischt hat es ihn
nicht. ;-) (* Wie kannst Du das sagen: Es hat ihn nicht schlimm
erwischt, aber er ist tot? So nach dem Motto, man hört Dr. McCoy
sagen: He's dead again, Jim! Oder wie? Das erinnert mich
jetzt daran, daß ein Deutscher sagen würde: Die Lage
ist ernst, aber nicht hoffnungslos, ein Österreicher
dagegen: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. ;-)
Oder so. :-))) Heike)
Fazit:
Sehr routiniert und flüssig erzählt und somit eine
unterhaltsame Lektüre, auch wenn mir persönlich das Thema
nicht so liegt. Nichtsdestotrotz: Die Seiten vergehen wie im Flug -
und das muß ein Autor erst einmal schaffen.
10 Punkte.