Zusammenfassung:

"Die UFO-Akten"

(Taschenheft, 25 Romane, Bastei, 1996-1997)

1) "Projekt GhostRider" von Marten Veit
Über der Wüste Nevadas wurde zum wiederholten Mal ein unidentifizierbares Flugobjekt gesichtet, das sich jeglicher Ortung entzog, den Funkverkehr unterbrach und Beschleunigungswerte aufwies, die amerikanische Kampfjets in den nächsten 20 Jahren noch nicht erreichen werden.
Major Brennigan war seit 19 Jahren für die Air Force tätig. Er war bereits als Major zu ihnen gestoßen, von irgendeiner obskuren Regierungsbehörde, und hatte seitdem einige hochgeheime Spezialaufträge ausgeführt. Als er plötzlich zur NSA abkommandiert wurde, fand sein Vorgesetzter und Freund General Peterson keine Worte. Brennigan tat auch sein möglichstes, um ihm keine Hintergrundinformationen zu liefern. Weniger als eine Stunde später wurde Brennigan erschossen aufgefunden. Die NSA interessierte sich brennend für alles um Brennigans Person.
Jeremy McKay war der zuständige Sektionsleiter der NSA und eine sehr mächtige Person, die nur als Graue Eminenz im Hintergrund auftrat. Er mußte neben Brennigan noch vier weitere Tote bei den Spezialisten der Klasse-1-Einstufung verkraften, die innerhalb des letzten Tages abberufen worden waren. Zusätzlich kam auch noch eine GR-Meldung herein, die die Sichtung eines Ghost Riders (Codewort für UFO) meldete.
Das Ghost Rider-Projekt war ein Geheimprojekt der NASA, und jeder, der unbeauftragt Informationen hierüber erhalten hatte, mußte befürchten, von einem NSA-Agenten umgebracht zu werden. So erging es einem Astronomen, der vor Jahren einmal den Begriff Ghost Rider-Projekt aufgeschnappt und kürzlich ein paar Fotos von ungewöhnlichen Lichtpunkten im All gemacht hatte. Oder einem Programmierer bei Houston Control, der nicht einmal wußte, daß er auf geheime Informationen gestoßen war.
Lieutenant Judy Davenport wurde auf den Todesfall bei der NASA angesetzt, und schon bald war klar, daß es Zusammenhänge mit weiteren Todesfällen gab, die wie Selbstmorde ausgesehen hatten. Außerdem waren das FBI und die Air Force schon mit der Befragung der Zeugen beschäftigt, als Judy 90 Minuten nach dem geschätzten Todeszeitpunkt am Tatort eintraf.
Zum Glück war ihr Freund Paul Batista der Vorgesetzte des Toten gewesen, so daß sie ein paar zusätzlich Informationen erhielt. Auch davon, daß erst vor wenigen Stunden eine Ghost Rider-Meldung in Houston eingetroffen war. Bevor sie aber weiterbohren konnte, wurde Batista ein weiterer Toter gemeldet. Diesmal war Judy als erste am Fundort.
Houston Control war wegen des aktuellen Shuttle-Fluges voll besetzt, und dennoch hatte Jeremy McKay es geschafft, die Ghost Rider-Meldung geheimzuhalten. Seine Leute bei der NASA und dem FBI hatten gute Arbeit geleistet. Alles hatte geklappt - bis auf den Tod des Systemtechnikers. Hier mußte er die örtliche Polizei zurückpfeifen.
Als Judy den Raum mit dem Toten erreichte, stellte sich die zweite Überraschung ein. Ihr Tennispartner Cliff Conroy hatte die Leiche entdeckt, und wieder konnte sie gegenüber den anderen Behörden punkten. Sie hörte, daß es Beweise dafür gab, daß der Mörder bestimmte Dateien gelöscht und Datumsanzeigen an zwei Jahre alten Dateien verändert hatte, die sich um einen Shuttle-Flug drehten. Dies war so perfekt geschehen, daß niemand es hätte erkennen können.
Aber vor zwei Jahren hatte sich ein harmloser Virus mit dem Namen Santa Claus in das NASA-Netz eingeschlichen. Man konnte ihn leicht eliminieren, und er zerstörte auch gar keine Daten, sondern sammelte sie nur auf dem Bildschirm ein. Doch der Virus hatte sich an viele einzelne Dateien angehängt und aktivierte sich erst dann selbst, wenn eine solche Datei gesichert wurde. Der Mörder hatte seine Veränderungen erst am Ende gesichert und Santa Claus deshalb nicht bemerkt. Darüber hinaus hatte Cliff Conroy ein paar kleine Dienstprogramme installiert - Sicherheitsroutinen, von denen der Mörder nichts wußte und denen man nun einige Informationen über ihn entnehmen konnte.
Schließlich gab es noch einen weiteren bemerkenswerten Aspekt. Dies hier war der dritte Tote aus Cliffs Abteilung innerhalb von einer Woche. Sie alle hatten von den Sicherheitsroutinen gewußt, so daß sie selbst als Verursacher der Manipulationen ausschieden.
Noch ominöser war, daß die NSA Conroy schlichtweg verbot, sich weiter um die manipulierten oder gar die Original-Dateien zu kümmern. Auch hatten sie ihm untersagt, irgendwelche anderen Unterlagen über die damalige Shuttle-Mission einzusehen. Es dauerte nicht lange, und McKay hatte die totale Kontrolle übernommen sowie der örtlichen Polizei ohne Begründung den Fall entzogen. Der Polizeipräsident untermauerte diese Vorgehen auch noch. Was Judy jedoch am meisten ärgerte, war die Bereitwilligkeit, mit der Paul Batista dem zustimmte.
Als sie ihn abends zur Rede stellen wollte, wurde sie von einem Unbekannten gebeten, noch einmal rasch Cliff Conroy aufzusuchen. Als sie dort eintraf, versuchte gerade jemand, diesen zu erdrosseln. Der von der NSA engagierte Mörder befand sich immer noch in einer Tarnidentität in dem NASA-Komplex, um alle Menschen zu eliminieren, die dem Ghost Rider-Projekt zuviel Aufmerksamkeit gewidmet hatten - und um alle brisanten Daten zu löschen. So war er bald auf Cliff Conroy aufmerksam geworden und hatte diesen überwältigt. Nur die Tatsache, daß Judy gerade rechtzeitig auftauchte und den Angreifer erschoß, rettete ihn.
Da McKay das natürlich gar nicht paßte, ließ er den Autopsiebericht fälschen und Judy als schießwütige Psychopathin darstellen. Die Suspendierung ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Eine zweite Autopsie war nicht möglich, da die NSA die Leiche konfisziert hatte. Da Paul angeblich keine Zeit hatte, um sich mit ihr darüber zu unterhalten, suchte sie Cliff auf. Dieser war auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen worden und wieder zur Arbeit gegangen, wo auch ihm Pauls merkwürdiges Verhalten auffiel.
Außerdem bemerkte er, daß im Lauf der Ermittlungen durch FBI und NSA immer mehr Dateien aus der Zeit von vor zwei Jahren einfach verschwunden oder zuvor verschickt worden waren, ohne daß ein NASA-Mitarbeiter darüber informiert wurde. Obwohl McKay sie beide ganz deutlich warnte, daß sie mit ihrer Zukunft spielten, wenn sie nicht genau das taten, was er von ihnen verlangte - und dies war im wesentlichen, sich herauszuhalten - ließen sie nicht locker.
Es gab dabei auch nichts, was Cliff nicht genauso gut von zu Hause aus tun könnte. Dort bekam er einen anonymen Anruf, daß jemand bereit wäre, ihm mehr Informationen über das Ghost Rider-Projekt zu geben. Cliff tat dies zunächst als Falle McKays ab - aber wer konnte schon wissen, was wirklich dahintersteckte?
Zunächst versuchte er jedoch, herauszubekommen, wohin die verschwundenen Daten geschickt worden waren. Es gelang ihm, als Empfänger den letzten noch nicht aktiv gewordenen Geheimdienst zu ermitteln - die CIA. Genau in diesem Moment wurde seine Haustür aufgebrochen. Bewaffnete Polizisten stürmten herein, und das FBI nahm ihn wegen Verdachts auf Spionage und Datendiebstahl fest. Ähnliches geschah bei Judy, bei der der Verdacht Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz lautete. Bei beiden wurden mehr als genug Beweismittel gefunden.
Dann tauchte McKay bei ihnen auf und unterbreitete sein Angebot. Beide Anklagen würden fallengelassen, die Personalakten von allen Vermerken gesäubert werden. Dafür müßten beide fristlos kündigen und sich künftig aus seinen Angelegenheiten heraushalten. Schließlich könne er die Anklagen jederzeit wieder aufleben lassen. Notgedrungen stimmten die beiden zu.
Kaum hatten sie alles erledigt - das Verlassen der Stadt war ebenfalls Bestandteil des Abkommens - meldete sich der Unbekannte, der sich Buzz nannte, erneut bei Cliff und übergab diesem eine Diskette und einen Schnellhefter mit Material über Ghost Rider. Cliff holte Judy ab, und zusammen erfuhren sie mehr über die Sichtungen der Space-Shuttle-Mission vor zwei Jahren.
So änderten beide ihre Pläne und fuhren in Cliffs Wohnmobil zunächst einmal nach Westen, um weiter nach dem Geheimnis von Ghost Rider zu suchen. Ohne zu wissen, daß genau das von McKay so geplant war.
 
2) "Flug 19: Verschollen" von Carter Jackson
Im Juli 1973 wurden über den Black Hills zwei amerikanische Kampfbomber von "bunten Lichtern" zum Absturz gebracht. Beide Piloten verschwanden spurlos, auch wenn das Militär später anderes berichtete.
Dies und weiteres fanden Cliff und Judy in den Unterlagen, die der geheimnisvolle Buzz ihnen überlassen hatte. Auf der beiliegenden Diskette mußte noch viel mehr sein. Sie machten sich nach Uncton County in den Black Hills auf, wo sie sich mit einem "leuchtenden Vogel" treffen sollten. Es handelte sich um Ruth Sekada, die sich zunächst sehr verschlossen gab, aber dennoch Buzz persönlich zu kennen schien. Doch bald taute sie auf. Sie schien eine Art indianische Schamanin zu sein, auch wenn sie in gutbürgerlicher Form einen Drugstore führte. Sie brachte die beiden zur St. Alamos Memorial Church.
Cliff war aufgrund seiner zurückliegenden Erfahrungen vorsichtig geworden und steckte eine Pistole ein, bevor er den beiden in die schlichte Kirche folgte. Dort wurde ihnen in der hinteren Kapelle die mumifizierte Leiche des Jetpiloten Jack Haggard gezeigt, dessen Jet hier in der Nähe von über 20 Jahren abgestürzt war. Ruth war damals Augenzeugin gewesen, hatte ihr Wissen aber vor den Behörden verborgen. Holzfäller hatten die Leiche entdeckt, und die Dörfler hatten keine Lust, die Behörden zu informieren, nachdem sie mit diesen zur Absturzzeit bereits sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatten.
Plötzlich hörte Judy vor der Kirche Autos anhalten, und es gelang den beiden gerade noch, die Kirche durch die Hintertür zu verlassen, bevor Jeremy McKay mit der State Police hier eindrang. Dieser versuchte sogleich, Ruth durch die Mangel zu drehen, doch diese schien vorbereitet und wußte auf alle Fragen ein plausible und überprüfbare Antwort. Dennoch waren Judy und Cliff überzeugt, daß hier alles genauso ablief, wie McKay es geplant hatte. Er schien über jeden ihrer Schritte genau Bescheid zu wissen und führte sie scheinbar wie Schachfiguren auf einem Brett. Sie würden künftig sehr vorsichtig sein müssen, wenn sie dieses Spiel nicht verlieren wollten.
Deshalb schlichen sie durch den Wald zurück nach Uncton. Der Marsch dauerte ca. 15 Minuten, aber als sie ankamen, war es bereits Abend, und sie hatten irgendwie fast zwei Stunden verloren. Irgend etwas Seltsames ging hier vor, und nur die verrückte Wilma hätte es ihnen erklären können. Seit Jahren lebte die geistig verwirrte Frau hier im Ort und redete pausenlos von Unbekannten, die alles sahen und überwachten. Wilma hatte den Vorfall in der Kirche beobachtet und war den beiden gefolgt, als sie plötzlich das Licht wiedersah, das sie vor über 20 Jahren schon einmal gefangen und ihren Irrsinn verursacht hatte. Diesmal war es aber nicht hinter ihr her, sondern spuckte einen feschen jungen Soldaten aus, den Wilma in der gleichen Gestalt schon 1973 gesehen hatte.
Ruth konnte Judy und Cliff die Sache nicht erklären, aber sie hatte sie bereits davor gewarnt, in den Wald zu gehen. Seltsame Vorkommnisse schienen dort normal zu sein, was Ruth jedoch nicht im mindesten beunruhigte. Sie schickte die beiden zu einem abgelegenen Haus, in das sich die beiden Fluglotsen zurückgezogen hatten, die kurz nach dem Zwischenfall 1973 fristlos entlassen worden waren, und wo auch Haggards Witwe lebte - die alte verwirrte Frau namens Wilma.
Dort hörten sie einen Augenzeugenbericht. Wie die unbekannten Flugobjekte die Überschalljets verfolgten, einholten und sie schließlich wie ein Karussell umkreisten, bevor die Maschinen abstürzten. Dann verschwanden die fremden Objekte von einer Sekunde zur nächsten. Eine Stunde später erschien der junge McKay und beschlagnahmte alle Aufzeichnungen. Alles wäre vertuscht worden, wenn Walsh nicht einem Pressefritzen gegenüber den Mund aufgemacht hätte. Kurz darauf wurde er wegen Drogenbesitzes unehrenhaft entlassen.
Anderen erging es schlimmer. Es gab sogar einige Todesfälle, die aber alle als Unfälle oder Selbstmorde in die Akten gingen. Als Walsh seine Erzählungen kurz unterbrach, um auf Toilette zu gehen, wurde er dort erschossen, ohne daß die beiden irgend etwas davon mitbekamen. Sie fanden den Toten erst 20 Minuten später. Unter dem Namen McKay, NSA, rief Cliff die Polizei, meldete telefonisch den Mord und bat um psychologische Betreuung für Wilma. Dann verschwanden sie.
Eine genaue Untersuchung ihres Wagens erbrachte dann den Peilsender, mit dessen Hilfe McKay immer über ihren Aufenthaltsort Bescheid wußte. Eine Gefahr, die man kannte, war schon halb gebannt. Deshalb entfernte Cliff die Wanze und brachte sie an einer Harley Davidson einer Motorrad-Gang an. Dann fuhren sie nach Süden. McKay folgte der Wanze noch einige Stunden lang, bevor er bemerkte, daß man ihn gelinkt hatte.
Drei Tage später verspürte Judy plötzlich heftige Unterleibsschmerzen. Sie fand eine kleine, kreisrunde und scheinbar seit Jahren verheilte Narbe. Doch sie hatte eine solche vor einer Woche noch nicht gehabt. Noch schlimmer aber: Es war die gleiche Art Narbe, wie auch Wilma eine hatte. Diese hatte sie nach eigenen Angaben von den Unbekannten im Black Forest.
Irgendwann meldete sich auch Buzz wieder und gab das Paßwort für die geheimnisvolle Diskette preis. Als Cliff die Datei endlich geladen hatte, wurde er jedoch enttäuscht. Statt der erwarteten weiteren Berichte und geheimen Dossiers fand sich nur der Name JAMES VICTOR CAMPBELL sowie eine Telefonnummer. Der Mann war ein bekannter Senator und Vertrauter Präsident Clintons. Buzz hatte ihnen ihr neues Ziel mitgeteilt.
 
3) "Der Tunnel" von Uwe Voehl
Über die Telefonnummer, die Buzz ihnen überlassen hatte, gelang es Judy, ein Treffen mit dem Senator zu arrangieren. Warum es aber ausgerechnet irgendwo im Niemandsland von Maine stattfinden sollte, wußte sie nicht zu sagen. Schließlich trafen sie den Senator in einer bestens abgesicherten Blockhütte. Zu ihrer Überraschung begann dieser das Gespräch mit der Übergabe von Ausweisen, die Judy und Cliff zu Bundes-Marshals machte - mit allen Rechten und Befugnissen. Da diese rückwirkend gültig waren, hatte die NSA wegen der manipulierten Vergehen, die zu ihrer Kündigung geführt hatten, auch keine Handhabe mehr gegen die beiden.
Danach überreichte er ihnen eine CD-ROM mit dem gesamten Projekt Ghost Rider. Der Senator erwartete von den beiden, daß sie wie bisher versuchen sollten, soviel wie möglich über die Gegner herauszufinden, auch über die in der NSA. Außerdem sollten sie allen Berichten über UFOs und Außerirdische nachgehen - denen in den Akten sowie in aktuellen Fällen. Nicht zuletzt sollten sie sich ganz allgemein mit Grenzphänomenen befassen, da die NSA offenbar gezielt PSI-begabte Menschen aufzufangen oder zu diskreditieren versuchte.
Darüber hinaus stattete man sie mit abhörsicheren Handys und verschiedenen Kreditkarten aus, um ihnen Unabhängigkeit zu ermöglichen. Senator Campbell schloß die Möglichkeit nicht aus, daß hier eine Verbindung zu außerirdischen Mächten bestand. Deshalb hatte man sie lange geprüft und auch nach Uncton geschickt. Das Justizministerium hatte lange auf Menschen wie sie gewartet.
Dann mußte der Senator gehen. Sein Hubschrauber brachte ihn fort; die Blockhütte wurde niedergebrannt. Er wies die beiden noch an, dem Fall "Unterwelt" auf der CD nachzugehen, und informierte sie darüber, daß die NSA ihre Spur noch nicht verloren hatte - dann war er weg. Judy und Cliff taten es ihm gleich.
Der Fall "Unterwelt" befaßte sich mit den Kanälen und U-Bahn-Tunneln unter New York, zeigte abgetakelte Gestalten, viele Graffitis und schließlich ein Baby. Ein besonderes Baby: Es war blind und zweigeschlechtlich - ein Hermaphrodit. Solchen Wesen sagte man seherische Fähigkeiten nach. Der griechischen Mythologie nach entstammten sie der Verbindung von Hermes und Aphrodite, kamen also aus dem Himmel - oder anders ausgedrückt: Besucher aus dem All.
Die ebenfalls angegebene Telefonnummer führte sie zum Anrufbeantworter einer Catherine Walker. Laut Telefonbuch von New York gab es 57 Catherine Walkers. Aber nur eine war Fotografin. Von der Hauswirtin erfuhren sie, daß Catherine nun seit drei Wochen verschwunden war. Ihre Ausweise verschafften den beiden rasch Zutritt zu Catherines Atelier.
Hier fanden sie weitere Fotos aus dem Obdachlosenmilieu und waren nun sicher, am richtigen Ort zu sein. Offenbar hatte Catherine öfters mehrere Tage bei den Obdachlosen verbracht; das erklärte auch die Intensität ihrer Fotos. Aus ihrem Tagebuch entnahmen die beiden, daß Catherine einer Spur folgen wollte, die zu unglaublich war, um sie in Worte zu fassen.
Es gestaltete sich aber schwieriger als erwartet, in das Tunnelsystem einzudringen. Von den Obdachlosen erhielten sie keinerlei Unterstützung, sondern trafen nur auf Ablehnung. Gleiches galt für die verschiedenen Hilfsorganisationen, die die Existenz einer Stadt unter der Stadt schlichtweg abstritten. Also blieb nur Catherines Lösung - Mimikry. Sie verwandelten sich im Lauf mehrerer Tage selbst in homeless people.
Es dauerte ein wenig, bis Cliff endlich den Zugang in die Unterwelt entdeckte. Er rettete einen Junkie, und dieser führte ihn hinunter in sein Versteck. Als Cliff dort Stunden später wieder erwachte, war er allein, und es führte auch kein Weg mehr nach oben. Es ging nur weiter in die Tiefe, und von dort erreichte ihn auch ein seltsames Rufen. Oder eher ein lauter Gedanke.
So erreichte er den Hermaphroditen. Dieser schwebte rund 20 cm über dem Boden und bewegte sich langsam auf Cliff zu. Plötzlich überfiel Cliff eine große Angst, und er rannte davon. Doch bevor er den rettenden Ausgang erreichte, wurde er von dem Junkie geweckt. Er hatte alles nur geträumt - oder?
Cliff entschloß sich, Judy zur Unterstützung zu holen. Als er zurückkam, war sein Tunnelpartner von gestern jedoch bereits tot - ermordet. Da sie hier nichts weiter tun konnten, stiegen sie wie geplant in die Tiefe. Mit Kreide markierten sie ihren Weg in diesem dreidimensionalen Labyrinth. Bald hatten sie sich dennoch verirrt, denn irgendwer hatte ihre Markierungen wieder entfernt.
Nach stundenlangem Umherirren und schier Hunderten von teils grauenvollen Graffitis trafen sie auf einen Tunnelmenschen namens Clapton, der sich ihrer nach einer "Sicherheitsüberprüfung" auch annahm. Clapton war auf eine ganz besondere Art hier nach unten gelangt. Früher war er Musiker gewesen und hatte mit dem Graffiti-Künstler Steinway zusammengearbeitet.
An dem besonderen Abend war Clapton mit einer Droge vollgepumpt gewesen und hatte am Strand ein Konzert zu geben. Zusammen mit Steinway und seiner Freundin Naomi wurde es ein voller Erfolg, und sie spielten immer mehr und immer länger. Dabei spornte Steinway Clapton zu immer größeren Leistungen an, denn Steinway war telepathisch sehr begabt. Auch Clapton hatte diese Gabe, wenn auch in schwächerem Maß. Deshalb spürte er, wie sie dabei waren, etwas anzulocken. Es war, als hätten sie eine Tür einen Spaltbreit geöffnet und wären nun nicht mehr in der Lage, sie zu schließen. Clapton hörte von einem Moment zum anderen auf zu spielen, doch er befürchtete, daß es bereits zu spät war.
Seit dieser Nacht waren die beiden Männer auf der Flucht. Erst hier unten hatten sie ihren Frieden wiedergefunden. Steinway hatte hier seine Graffitis gemalt, war aber nach einigen Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Clapton lebte bereits seit mehr als zehn Jahren hier. Dennoch hatte er sein Lager mit vielen Fallen umgeben - man konnte ja nie wissen.
In den letzten Monaten war die Sterberate, die schon immer hoch gewesen war, rapide angestiegen. Die Todesursache war zumeist Mord gewesen. Als Cliff von dem Hermaphroditen erzählte, gestand Clapton, daß er ihn kannte. Es war Naomis Kind. Sie war vor einigen Monaten in die Tunnel gekommen, weil jemand hinter ihrem Kind her war. Als das Töten begann, flüchtete sie noch weiter in die Tiefe. Nicht einmal Clapton wußte, wo sie jetzt war.
Sie ruhten sich noch einige Stunden lang aus, dann machten sich alle drei in die Tiefe auf. Je tiefer sie kamen, desto mehr nahm Clapton ein Pochen in seinem Kopf wahr, das dem auf der Konzertbühne ähnelte. Irgendwann wurde es ihm zuviel, und Judy und Cliff mußten allein weitergehen - wie sie den Weg zurück nach oben wiederfinden sollten, war ihnen noch nicht klar.
Sie irrten lange weiter durch das Labyrinth. Dabei bemerkten sie, daß sie verfolgt wurden, doch der Verfolger zeigte sich nie. Irgendwann stießen sie dann auf die Leiche von Catherine Walker. Ihr war der Kopf so lange nach hinten gedreht worden, bis ihr Genick gebrochen war. Wenig später entdeckten sie die völlig verwirrte Naomi. Als diese ihnen das Versteck des Babys zeigte, wurde sie plötzlich erschossen.
Clapton war der geheimnisvolle Mörder gewesen und hatte nun auch die junge Frau auf dem Gewissen. Bevor er weiteren Schaden anrichten konnte, verwundete Cliff ihn mit seiner Pistole und vertrieb den Irren. Dann schnappten sie sich das Kind und folgten den Blutspuren, die sie nach oben führten. Schließlich fanden sie den Killer tot in seinem Lager, den Synthesizer fest umklammert. Die Verwundung war zu schwer gewesen.
Eine halbe Stunde später waren die drei wieder an der frischen Luft. Da sie das Kind nicht allein beschützen konnten, riefen sie Senator Campbell an, der sich um alles weitere kümmerte. Er versprach, daß das Kind nicht in einem Labor enden, sondern zu Adoptiveltern gegeben würde. Judy und Cliff hatten keine andere Wahl, als ihm zu vertrauen.
 
4) "Lichter des Todes" von Arndt Ellmer
Diesmal wurden Judy und Cliff von Senator Campbell in die Painted Desert nach Arizona geschickt. Hier war es seit Monaten zu merkwürdigen Lichterscheinungen gekommen. Vier Männer wurden vermißt, und ein nagelneuer Hubschrauber war ebenfalls verschwunden. Genau dort befand sich auch ein altes Heiligtum der Anasazi-Indianer, die im 13. Jhd. urplötzlich und spurlos verschwunden waren.
Die vier vermißten Männer waren auf Schatzsuche gewesen. Sie hatten in einer alten Karte Hinweise auf einen Schatz der Anasazi gefunden und waren zu Pferd unterwegs gewesen, um diesen zu suchen. Dabei hatten sie es nicht nur mit Hitze und Durst, sondern auch mit Sandstürmen und Treibsand zu tun bekommen. Als sie schließlich den Eingang in ein verborgenes Tal entdeckten, gingen ihnen die Pferde durch. Mit diesen verloren sie alle Waffen, das Wasser und sämtliche Vorräte.
Inzwischen war ein Bote von Campbell bei den beiden US-Marshals eingetroffen - es war Ruth Sekada. Sie als Sioux sah sich als unmittelbare Nachfahrin der Anasazi. Sie berichtete, daß die Geister der Toten wütend waren und die vier Männer, ganz offensichtlich Grabräuber, bestrafen würden. Dann übergab sie den beiden eine Karte der Gegend, in der das Grabmal eingezeichnet war, sowie zwei Wurzeln, die sie tagelang besprochen hatte und die Judy und Cliff vor den Geistern schützen sollten.
Wilbur Mansfield, einer von den vieren, marschierte schnurstracks in den Canyon hinein. Ehe die anderen es bemerkten, war er verschwunden. Sie fanden ihn jedoch bald wieder, scheinbar übergeschnappt. Er tollte durch ein kleines Tal und schrie immer wieder 'GOLD, GOLD!' Dabei wälzte er sich im Schlamm und war überglücklich. Das Tal war auch in der Schatzkarte eingezeichnet, doch die Felsen waren hier anders dargestellt.
Auf der anderen Seite war eine undeutliche Lichtquelle zu erkennen. Plötzlich rannte Wilbur auf diese zu und wurde förmlich pulverisiert. Dann bewegte sich das Licht, das etwa einem leuchtenden Fußball glich, auf die anderen zu. Bald hatte es zwei von ihnen erreicht. Auch sie dörrten aus und mumifizierten schließlich, wie Wilbur, nur viel langsamer, und sie zerfielen nicht zu Staub. Einzig John Ferguson gelang die Flucht. Dabei verlor er völlig den Verstand und rannte immer weiter in die Wüste hinein.
Cliff war es gelungen, einen alten Hubschrauber zu chartern, dessen noch älterer Pilot Dex sie mitsamt ihrer Ausrüstung und ihres Motorrads in die Painted Desert fliegen würde. Dex wußte von Spukerscheinungen, hellen Lichtern und verschwundenen Menschen zu berichten, was sich alles in genau dieser Gegend abgespielt haben sollte. Er setzte sie in dem respektablen Abstand von einigen Kilometern zum Eingang in den Little Canyon ab. Damit hatten sie etwa eine halbe Stunde Vorsprung vor dem Suchtrupp der Polizei, der sich auf dem Langweg ebenfalls hierher aufgemacht hatte.
Am Eingang der Schlucht machten sie ein paar wichtige Entdeckungen. Zunächst einmal waren hier die Felsen nur leicht verschwommen zu erkennen. Außerdem fühlten sie einen leichten Druck im Kopf. Schließlich führten die Fußspuren der vermißten Männer direkt in die Schlucht hinein. Judy und Cliff entschlossen sich, dem Beispiel der Männer nicht zu folgen. Sie verbargen ihre Maschine, beseitigten ihre Spuren und machten sich dann daran, über eine Flanke des Berges zu klettern.
Auch oben auf dem Berg schien es eine geheimnisvolle Barriere zu geben, denn ab einem genau zu bestimmenden Punkt trat entsetzliche Übelkeit auf, die die beiden Abenteurer zurücktrieb. Doch als sie sich die seltsamen Wurzeln Ruths umhängten, wurde die Übelkeit nach wenigen Minuten erträglich.
Auch die Suchmannschaft der Polizei erreichte schließlich den Eingang des Canyons. Ein recht überheblicher Mann von einer Regierungsbehörde, ein gewisser McClure, hatte die Befehlsgewalt übertragen bekommen und suchte mit einem Teil der Männer die Umgebung ab, während andere in den Canyon eindrangen.
McClure hatte sich bald von den anderen getrennt und überraschend schnell den Berg erklommen. Er führte einen Koffer mit, und selbst das Überqueren der unsichtbaren Linie und die entsetzliche Übelkeit stoppten ihn nur kurz. Dann packte er ein Meßgerät aus, das viel heftiger ausschlug als erwartet. Das Potential war viel höher, als er oder seine Auftraggeber es jemals geahnt hatten. Dann zog er sich an den höchsten Gipfel zurück und wartete auf den Augenblick, da seine Sinne eine Entdeckung von weitreichender Bedeutung machen würden.
Die anderen Polizisten hatten im Canyon inzwischen zwei Mumien entdeckt. Als sie diese bergen wollten, erschien wieder das Licht und tötete sie alle. Doch es war kein normaler Tod, denn die Männer konnten ihre sterbenden Körper unter sich sehen. Irgendetwas, das nicht Gott war, hatte sie geholt. Oben auf dem Berg hatten Judy und Cliff alles auf Video aufgezeichnet.
Auch McClure hatte das Phänomen sowie den Tod der Männer beobachtet, auch, daß Cliff alles aufgenommen hatte. Die Videokamera würde er sicherstellen müssen, ebenso wie die Mumien, die wertvolle Studienobjekte für seine Dienststelle abgeben würden. Gerade als er sich entschlossen hatte, sich um die beiden anderen zu kümmern, erscholl plötzlich ein tiefer Ton, und der ganze Berg begann zu vibrieren. Felsen splitterten und stürzten herab. Eine Wasserkaskade brach aus dem Stein und stürzte in die Tiefe. Zugleich kam Wind auf, der zum Sturm anwuchs und gleich einem heißen Gebläse Sand aus der Schlucht herauswirbelte. Die Übelkeit und auch das Licht kehrten zurück.
Dann explodierte irgend etwas und trieb Judy und Cliff von der Schlucht weg. Ein leuchtender Ball schoß in den Himmel - wie ein Komet in umgekehrter Richtung. Die Luft wurde elektrostatisch aufgeladen, und das letzte, was Judy noch wahrnahm, bevor sie und Cliff bewußtlos wurden, war ein sengender Schmerz an der Stelle, wo sie seit wenigen Wochen eine seltsame Narbe am Bauch trug.
Stunden später erwachten sie wieder. Der Canyon war verschüttet, das Licht verschwunden, die Mumien, die so ausgesehen hatten wie der Air Force-Pilot in Uncton, nicht mehr aufzufinden - und der Videofilm war von der statischen Entladung völlig gelöscht. Kaum hatten sie den Hubschrauber gerufen, um sie abzuholen, wurden sie vom Berg her beschossen. Ihnen gelang gerade mal so die Flucht mit dem Motorrad. Kurz darauf entdeckten sie Fußspuren und fanden den letzten Vermißten der gesuchten vier Männer.
McClure holte sie schließlich doch noch ein. Er nahm ihnen den Film ab und tischte eine Erklärung auf - Kriminelle, die Sprengstoff gestohlen hätten. Alles weitere war eine Frage der nationalen Sicherheit. Er forderte sie noch auf, den Vermißten in ein bestimmtes Krankenhaus zu bringen. Dann verschwand er, als er den Hubschrauber hörte. Dex brachte sie zurück und erklärte feierlich, daß er gestern Nacht die Geister der Toten gesehen hätte - als Lichtkugeln über der Painted Desert.
 
5) "Gejagt!" von Timothy Stahl
Marisa Truman war ein 18jähriges Mädchen, das nach verschiedenen Klinikaufenthalten nun in der Druid Hill-Klinik angelangt war. Im Alter von fünf Jahren war sie über Nacht völlig apathisch geworden. Sie konnte nichts mehr aus eigenem Antrieb tun, nicht reden, sich nicht bewegen, nicht einmal mehr essen. Seit damals hatte sie auch keine wirklichen Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Nun war sie hier angelangt - in der Spezialklinik, in die man nur kommt, wenn einem sonst nirgendwo auf den Welt mehr geholfen werden kann.
Das alles änderte sich urplötzlich. Ein Pfleger, der sich in einer Nacht an dem wehrlosen Mädchen verging, durchbrach damit den Mantel des Unbewußten, und Marisa erwachte. Der Schmerz, der ihr zugefügt wurde, ähnelte dem von vor 13 Jahren. Nun jedoch schlug sie zurück. Es dauerte nur Sekunden, bis der Mann in Flammen stand, sein gesamtes Körperfett sich entzündete und Ascheflocken von seinem Körper trieben. Dann rannte Marisa davon, in eine Welt, die seit 13 Jahren nicht mehr die ihre war. Was an Brennbarem ihren Weg markierte, ging in ihrer bloßen Gegenwart fast explosionsartig in Flammen auf.
Als sie von der elektrischen Leitung, die den Zaun um die Klinik herum zusätzlich schützte, einen kräftigen Schlag einstecken mußte, wurde sie zum ersten Mal richtig wütend. Allein diese Wut reichte aus, um den Zaun zum Schmelzen zu bringen. Als glühendes Metall ihre nackte Haut streifte, spürte sie das nicht einmal. So lief sie weiter, ihrem unsichtbaren Kompaß folgend, den nur sie selbst verstand.
Judy und Cliff hatten inzwischen große Teile der CD über das Projekt Ghost Rider durchgearbeitet und wahrlich erschreckende Dinge erfahren. Sie beide waren auserkoren worden, diesen Dingen nachzugehen. Mitten in der Nacht wurden sie von Campbell mit ihrem nächsten Fall beauftragt. Es ging um Pyrokinese in einer Klinik. Die Zeit drängte, denn McKay hatte sich bereits persönlich eingeschaltet.
Marisa war inzwischen vor einen Truck gerannt und von dem Fahrer mitgenommen worden. Als McKays Leute sie jedoch mit Gewalt mitnehmen wollten, brach ihre neue Macht wieder hervor, und der gesamte Truck explodierte.
Cliff und Judy entschlossen sich, auf getrennten Wegen zu Marisas Heimatstadt Gum Spring zu fahren, um dort mit den Ermittlungen zu beginnen. Cliff wollte zuvor noch mit dem Motorrad einen Abstecher zur Klinik machen. Dabei traf er auf den zerstörten Truck. Als er dann Marisas behandelnden Arzt Dr. Nordheim traf, einiges von ihm erfuhr und ihn nicht davon abhalten konnte, auch selbst nach dem vermißten Mädchen zu suchen, machten sich die beiden zusammen auf den Weg nach Gum Spring.
Judy hatte dort inzwischen erfahren, daß vor ihr am gleichen Tag schon jemand anders nach der Adresse von Marisa gefragt hatte. Die Männer der NSA waren schon dagewesen und hatten Marisas Mutter Gillian entführt. Nur ihr Vater Homer war noch da. Gillian sollte ihre Geisel bleiben, um sie gegen Marisa einzutauschen. Als Judy draußen eine Bewegung sah und dem Mann folgte, gab dieser sich als Ambrose Chapel zu erkennen. Er hatte eine wirklich erstaunliche Geschichte zu erzählen. Als sie danach zu Homer zurückkehrte, wurde sie von einem von McKays Männern bereits erwartet.
Cliff und der Doktor hatten Marisa inzwischen gefunden. Ein Sheriff hatte sie aufgegabelt und wollte sie dazu bringen, zu erzählen, was vorgefallen war. Cliff kam gerade ins Büro, als Marisa dieser "Bedrohung" entgegenwirkte und ihre Macht entfachte. Ein Sturm tobte in dem Büro, konnte aber die unglaubliche Hitze nicht vertreiben. Als Cliff aus seiner Ohnmacht erwachte, war ein Deputy tot, Dr. Nordheim und Marisa verschwunden. Cliff informierte Campbell und machte sich an die Verfolgung, denn er wußte, daß Marisa die Richtung bestimmte und Nordheim ihrem hypnotischen Willen nicht gewachsen war.
Als Marisa ihr Zuhause erreichte, gelang es Judy und Homer, den NSA-Mann zu überwältigen. Doch Marisa ging nicht zu ihrem Elternhaus, sondern zum Haus gegenüber - zu Ambrose Chapel. Sie war nicht hier, um ihre Eltern zu treffen - sondern um Rache zu üben.
Als der zweite NSA-Mann in diesem Augenblick mit Gillian auftauchte und Marisa anrief, ging Ambroses Haus in Flammen auf. Als der Mann auf Marisa feuerte, sprang Cliff ihn von hinten an. Ein Zufallstreffer ließ den Killer ohnmächtig zu Boden gehen, doch da ertönte ein weiterer Schuß. Der Sheriff hatte auf Marisa gefeuert und getroffen, um seinen Sohn, den toten Deputy, zu rächen.
Die Erde erbebte, als Marisa starb. Ähnlich einem Weltuntergang entluden sich die Kräfte des Mädchens. Wie bei einem riesigen Erdbeben schüttelte sich der Boden, Fenster gingen zu Bruch, und alle suchten Deckung. Dann war es schließlich vorbei.
Judy berichte Cliff von Ambroses Geschichte. Er war ein Späher für Außerirdische gewesen, jemand, der ihnen Forschungsobjekte aussuchte und zuführte. Diese impften dann ihre Opfer mit genmanipulierten Viren, um deren Körper auf ein bestimmtes psychisches Niveau zu bringen. Doch die Behandlung sprach offensichtlich nicht bei allen Patienten an. Zumindest nicht sofort, wie Marisa bewies.
 
6) "Das Dorf der Frauen" von Uwe Voehl
In einer typisch amerikanischen Stadt, Windcastle in Wisconsin, gab es ein seltsames Phänomen. Dort lag der Anteil an Frauen mit über 90% deutlich höher als der Männeranteil. Dazu kam, daß in den letzten zehn Jahren kein Junge mehr geboren worden war. Die offizielle Einwohnerstatistik wurde offensichtlich gefälscht, so daß es fast keinem auffiel. Da es sich möglicherweise um Genmanipulationen handelte, um einen modernen Frauenkult zu fördern, fiel dies spätestens mit dem Verschwinden eines frisch verheirateten Pärchens in der Stadt ins Aufgabengebiet unserer beiden US-Marshals. Ebenso wie die Tatsche, daß der Vater der vermißten Frau ein Senator war.
Aufgrund ihrer Geschlechter reisten die beiden unabhängig voneinander in die Stadt ein. Als Cliff in Windcastle ankam, geriet er bald an den dortigen Sheriff, eine Frau, die ihn sofort der Stadt verwies. Cliff weigerte sich, geriet in ein Handgemenge und wurde k.o. geschlagen. Als er wieder erwachte, schien die Stimmung umgeschlagen zu sein, und er wurde mit tausend Entschuldigungen dazu eingeladen, einige Tage im Ort zu verbringen. Doch Cliff hatte den Eindruck, daß alle in der Stadt - offenbar tatsächlich ausnehmend Frauen und weder Männer noch Kinder - ihn zu beobachten schienen.
Er verließ den Ort, um seinen Campingwagen zu verstecken, und stieß dabei zufällig auf eine frühzeitliche Kultstätte. Ein gut geöltes Tor vor einer verschlossenen Grotte widerlegte die Vermutung, einen von keiner Menschenseele besuchten Ort entdeckt zu haben. Nicht allzuweit entfernt fand er eine freiliegende Plattform, die ihm einen herrlichen Blick auf das Tal und die Ortschaft vermittelte. Cliff fiel auf, daß das Zentrum des Ortes, die Plattform und die Kultstätte offenbar die Eckpunkte eines gleichseitigen Dreiecks bildeten. An einen Zufall wollte er nicht glauben.
Bald entdeckte er eine vermummte Gestalt. Diese ging auf die Grotte zu und betrat sie. Als Cliff ihr kurz darauf folgte, war die Gestalt verschwunden, obwohl die Grotte keinen weiteren Ausgang hatte. Bis auf ein Loch in der Decke - in über 3m Höhe. Als er auf seinem Motorrad wieder nach Windcastle zurückkehrte, sah er zum ersten Mal auch Kinder - sowie uralte Männer, die ihn offensichtlich mieden und alle niedere Arbeit zu verrichten hatten. Es gelang ihm, einem kleinen Mädchen zu entlocken, daß die beiden Gesuchten tatsächlich in der Stadt gewesen waren und diese wohl auch noch nicht verlassen hatten. Dann wurden sie gestört.
Auch Judy war inzwischen eingetroffen und hatte alsbald eine Einladung zu einem Treffen mit den Stadthonoratioren im Rathaus. Dabei stellte sie fest (ebenso wie Cliff zuvor), daß sie heftige Kopfschmerzen bekam, je näher sie sich dem zentral gelegenen Stadtbrunnen näherte. Unter den mächtigen Frauen der Stadt fühlte sich Judy, die vorgab, an Mythen in Wisconsin interessiert zu sein, sogleich unglaublich wohl. Der Abend verging wie im Flug.
Doch am Morgen erwartete Judy eine böse Überraschung, denn eine Bombe war in ihrem Zimmer deponiert worden, und hätte Ellen, die Bürgermeisterin, sie nicht im letzten Moment gewarnt, hätte Judy die Explosion nicht überlebt. Von einer angeblichen Beruhigungsspritze gelähmt, wurde sie von Ellen hypnotisiert. Dann verdächtigte Judy Cliff Conroy, die Bombe gelegt zu haben. Schließlich wußte ja sonst fast niemand von ihrer Anwesenheit in der Stadt.
Cliff hatte inzwischen seinen Kontaktmann Queen aufgestöbert, der als Dorftrottel in der Stadt lebte und deshalb ungeschoren geblieben war. Von ihm erfuhr Cliff die Hintergründe. Vor 15 Jahren schien tatsächlich ein Ufo gelandet zu sein - die verbrannte Stelle hatte Cliff selbst schon entdeckt. Die Gegend war für Lichterscheinungen bekannt gewesen, doch damals tauchte plötzlich auch Ellen Stark auf, die derzeitige Bürgermeisterin. Sie begründete einen Frauenkult mit Fruchtbarkeitsriten, Seancen usw. Seit damals wurde Männern mit immer mehr Abneigung begegnet. Viele zogen fort, einige verschwanden einfach. Seither hatte kein Junge mehr das Licht der Welt erblickt.
All das ging von Ellen Stark aus, die irgendwie die Gedanken von allen kontrollierte. Sie hatte es geschafft, in Windcastle eine Brutstätte für Hellseherei und andere PSI-Phänomene zu schaffen. Männer waren hierfür ungeeignet und wurden deshalb unterdrückt.
Plötzlich wurden sie vom Sheriff überrascht, die Cliff umbringen wollte. Sie schien immun gegen Kugeln zu sein - wie der Typ, den Judy bei der NSA erschossen hatte. Erst ein Treffer in die Stirn beendete den Spuk. Noch bevor sich Cliff auf die Suche nach seiner Partnerin machen konnte, rief Senator Campbell an und befahl das sofortige Ende der Aktion. Der Vater der verschwundenen Frau hatte eine Militär-Division aktiviert, um in der Stadt einzufallen. Sein Schwiegersohn war erstochen aufgefunden worden, und daraufhin hatte sich der Senator Geheimdienstinformationen beschafft und sich einiges zusammengereimt. Die Soldaten sollten alle Bewohner zusammentreiben und jedes Haus durchsuchen.
Unter Zeitdruck rannten Cliff und Queen zum Rathaus. Im Obergeschoß entdeckten sie einen riesigen Raum, in dem sich über einem großen Replikat des zentral gelegenen Brunnens eine Glaskugel befand. Verbunden waren die beiden Artefakte durch eine Art Schwert aus Licht. Außerdem sahen sie dort neben einer apathisch wirkenden Judy noch vier weitere Frauen. Kaum hatten sie den Raum betreten, wurden sie von gewaltigen Kopfschmerzen attackiert.
Es war Ellen, die Judy aufforderte, ihren Partner für den Mord am Sheriff zu erschießen. Nur Cliffs rascher Hechtsprung rettete ihn vor der Kugel. Da er nicht auf seine Partnerin schießen wollte, wählte er die Glaskugel als neues Ziel und zerschoß diese. Der Lichtstrahl hatte keine plötzlich keinen Endpunkt mehr und bohrte sich in den Beton der Decke. Bald schon stand der Dachstuhl in Flammen, und Cliff floh zusammen mit seiner immer noch apathischen Partnerin. Die Frauen der Stadt liefen ziellos und völlig verwirrt auf den Straßen umher, und schließlich explodierte auch noch der zentrale Brunnen.
Der Spuk ging noch tagelang weiter. Die meisten Frauen aus Windcastle mußten in psychiatrische Behandlung. Sie konnten sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr daran, wie man seine elementaren Bedürfnisse deckt. Das galt auch für vermißte Tochter des Senators, die man im Wald gefunden hatte. Judy vermutete, daß Ellen ihre hypnotische Kontrolle auf jede einzelne Frau so lange verstärkt hatte, bis diese ihre Freunde oder Ehemänner einfach ermordeten. Nur wenige konnten ihrem Willen widerstehen, wie z.B. Henry Queen. Ellen Stark selbst wurde nicht gefunden.
 
7) "Der Endeavour-Zwischenfall" von K.U. Burgdorf
Die Mission des Space Shuttle ENDEAVOUR verlief planmäßig - sieht man von der einen Stunde ab, in welcher der Funkkontakt zur Bodenstation abgerissen war, sowie von den seltsamen Kopfschmerzen, die erst im Lauf mehrerer Tage nachließen und auf ein neues Medikament für die Schwerelosigkeit zurückzuführen waren. Das dachten zumindest alle, bis der Astronaut James Woodward auf dem Heimweg nach der mehrwöchigen Quarantäne plötzlich die Gedanken anderer wahrzunehmen begann. Das kündigte sich mit kurzen, aber unglaublich heftigen Kopfschmerzen an und endete genauso rasch wieder, wie es begonnen hatte.
Judy und Cliff hatten den Auftrag erhalten, sich wegen der Endeavour-Mission mit dem Astronauten Woodward zu treffen. Die Vorfälle mit dem Space Shuttle ähnelten verblüffend denen in der Ghost Rider-Akte namens Good Hope, wo ein Küstenwachboot 1943 für eine Stunde den Funkkontakt verloren hatte und die sieben Besatzungsmitglieder in den kommenden Wochen immer stärkere Kopfschmerzen erlitten. Schon wenige Jahre später waren die Männer entweder durch Selbstmord umgekommen oder in einer Irrenanstalt gelandet. Einer von ihnen sprach immer wieder davon, sie wären Opfer einer Entführung durch UFOs geworden.
Deshalb waren Judy und Cliff nun nach einem halben Jahr erstmals wieder in Houston. In Woodwards Haus fanden sie jedoch die gerade erschlagene Ehefrau des Astronauten vor. Wie sich bald herausstellte, hatte James in den Gedanken seiner Frau erkannt, daß sie ihn betrogen hatte, und er konnte in seinem Zustand den Gewaltausbruch nicht verhindern.
Da Woodward entwischt war, sprachen die beiden Marshals mit den anderen Astronauten. Nachdem sie dort die Hintergründe ihrer Untersuchung offengelegt hatten, wurde bald deutlich, daß die fünf Männer sich tatsächlich verändert hatten. Es war zwar keine Telepathie, aber so etwas wie paranormale Intuition, die ihnen allen dabei half, eine Situation genau richtig einzuschätzen. Vielleicht hatte es doch einen Ghost Rider-Kontakt gegeben, und die Erinnerungen daran waren gelöscht worden. Jedenfalls gab die neu gewonnene Intuition ihnen allen das sichere Gefühl, daß ihr Kommandant James Woodward sich zur Zeit nur bei Jane befinden konnte - einer Frau aus dem Team, die sich nach den Missionen immer in eine einsame Hütte in Texas zurückzog.
Mit Janes Zustimmung durchforstete Woodward bei seinem nächsten Anfall ihre Gedanken und fand tatsächlich verschüttete Erinnerungen, die einen Kontakt zu einem Ghost Rider bewiesen. Doch dann mußte James abbrechen, denn er empfing die Gedanken seiner anderen Kollegen und zweier Polizisten, die ihn suchten.
Als sie sich gegenüberstanden, schoß James aus nächster Nähe auf Tim Lattinger. Obwohl es eigentlich unmöglich war, wich dieser geschmeidig aus. Auch den kommenden Schüssen entging er wie durch Zauberei. Dabei verwandelte er sein Gesicht in ein völlig fremdes und verschwand im Wald. Von James erfuhren sie, daß er in Janes Gedanken Tim gesehen hatte, wie er zusammen mit den anderen, aber ohne Raumhelm, aus dem UFO gestiegen war. Tim konnte kein Mensch sein, und seine übermenschlichen Reaktionen bestätigten dies auch. Außerdem hatte James in seinen Gedanken eine Aura des Bösen entdeckt und deshalb auch sofort geschossen - leider ohne Erfolg.
Sofort machten sie sich an die Verfolgung. Als plötzlich ein Hubschrauber auftauchte, geriet der Außerirdische offenbar in Panik und stützte sich in die tiefe Klapperschlangenschlucht. Trotz intensiver Suche - auch durch die NSA - wurde dort keine Leiche entdeckt; nicht einmal Überreste einer solchen fand man. Jeremy McKay nutzte die Gelegenheit, um den "Mörder" Woodward durch fingierte Beweise zu entlasten und ihn so in seine Dienste zu zwingen. Von Judy und Cliff erfuhr er nichts. Woodward wollte seine Freunde nicht verraten, sondern bei McKay spionieren, mußte aber feststellen, daß es diesem möglich war, seine Gedanken durch einen einfachen Trick zu verschleiern - er dachte einfach "im Hintergrund" immer wieder einen populären Song, und Woodward konnte außer dem Text des Liedes nichts anderes in Jeremys Gedanken wahrnehmen.
 
8) "Das Lindwood-Experiment" von Carter Jackson
In einer Mall in Boston schoß der Soldat Carl Edward Allen scheinbar blindwütig um sich. Er war in der Nacht aus einem Labor geflohen und litt seitdem unter immer stärker werdenden Kopfschmerzen. Sein Sinn für die Realität wurde immer schwächer, und er wollte um jeden Preis verhindern, daß er in das Labor zurückgebracht wurde. Die Hemmschwelle für Gewalt war schließlich irgendwann überwunden, und er setzte sich gegen seine eingebildeten Gegner mit der Pistole zu Wehr. Bald schien sein Kopf vor Schmerz regelrecht zu bersten, und schließlich wurde Allen von seinen Qualen erlöst - als er urplötzlich in Flammen aufging. Der ganze Vorfall wurde von einem anwesenden Fernsehteam live übertragen.
Deshalb wurden Cliff und Judy auf den Fall angesetzt. Sie fuhren als erstes zum Chefpathologen, der den Leichnam untersucht hatte, und erfuhren dort Erstaunliches. Der Tote mußte in der einen Minute, in der er den Flammen ausgesetzt war, eine Hitze erlebt haben, die mit keinen bekannten Prozeß zu erklären war. Anhand der Knochenschrumpfung von 30% konnte man Temperaturen von vielen hunderttausend Grad ableiten. Dies war auch die einzig mögliche Erklärung dafür, daß die Knochen sich in eine gummiartige Masse verwandelt hatten. Und schließlich lag der Eisenanteil im Blut des Mannes um einen Faktor 10 höher, als man bislang jemals beobachtet hatte.
Mangels eines anderen Anhaltspunktes nahmen sie die Liveaufnahmen und ließen sie von einem Freund Cliffs, der ein Genie bezüglich Foto- und Filmaufnahmen war, wissenschaftlich analysieren. Die Detailbetrachtung ergab tatsächlich einen Hinweis. Offenbar hatte ein weiterer Soldat versucht, seinem brennenden Kameraden zu Hilfe zu eilen, war aber vom Wachpersonal der Mall davon abgehalten worden. Eine Vergrößerung seiner linken Brustseite ergab ein Namensschild mit der Aufschrift William Machen.
Um die Nachforschungen nach diesem Mann der NSA soweit wie möglich zu verheimlichen, und da der Name auch in keinem den Marshals zugänglichen Computerverzeichnis verzeichnet war, gaben sie der Reporterin Nancy Burgess - die auch schon die Selbstverbrennung live gesendet hatte - einen Tip. Sie war heiß auf die Story, denn McKay hatte ihr 'im Namen der nationalen Sicherheit' nicht nur alle Aufnahmen weggenommen, sondern dem Sender auch noch untersagt, die Bilder weiter zu veröffentlichen. Der Burgess gelang es tatsächlich, Machen aufzuspüren. Von diesem erfuhren sie eine schier unglaubliche Geschichte.
Machen war auf der Flucht vor seinen Verfolgern gewesen, die verhindern wollten, daß etwas von dem Experiment an die Öffentlichkeit geriet. Nur mühsam war es ihm gelungen, die Killer abzuhängen. Alles hatte eigentlich 1943 begonnen, als die US-Army im Rahmen des Philadelphia-Projekts versucht hatte, ein Kriegsschiff unsichtbar zu machen. Es gelang teilweise, und das Schiff verschwand für rund eine Minute - in dieser Zeit soll es im 1.000 Meilen entfernten Port Newark gesehen worden sein. Als es wieder sichtbar wurde, waren alle Mitglieder der Besatzung entweder wahnsinnig geworden oder irgendwie mit dem Schiff verschmolzen.
Das Projekt wurde während des Vietnamkrieges wieder aufgegriffen, und diesmal sollten keine Schiffe, sondern Soldaten unsichtbar gemacht werden. Der Physiker und Biochemiker Lindwood übernahm die Leitung. Da es um elektromagnetische Felder ging und die Soldaten keinen entsprechenden Gegenpol bilden konnten, endeten die Versuche fast ausnahmslos tödlich, und die Menschen verbrannten. Trotz der immer größer werdenden Opferzahlen ließ man Lindwood weiter forschen - seit fast 30 Jahren. Inzwischen hatte Lindwood herausgefunden, daß eine deutliche Steigerung des Eisengehalts im Blut helfen konnte. Doch irgendwann ionisierten diese Teilchen plötzlich und erzeugten eine unglaubliche Hitze - die Menschen verbrannten von innen heraus.
Vor kurzem hatten sich wieder 12 Elitesoldaten freiwillig zu einem Experiment der Army zur Verfügung gestellt. Allen war der elfte von ihnen gewesen, der bald gestorben war, und Machen hatte Angst, die Nr. 12 zu werden. Vier von ihnen hatten sich bereits frühzeitig selbst getötet - so sah es zumindest aus - den Rest hatte das Feuer geholt. Kurz nachdem Machen Cliff und Judy den Ort angegeben hatte, wo das als Institut für Meeresbiologie getarnte Forschungslabor lag, reagierten auch seine Eisenionen, und Machen verbrannte ebenfalls.
Indem sie die Reporterin als Ablenkung der Wachen vorschickten, gelang es den beiden, in die Kellerräume des Labors einzudringen. Dort fanden sie neben einigen belastenden Akten auch die eigentlichen Forschungsräume, in den u.a. an toten Soldaten mit Starkstrom experimentiert wurde. Es war schlimmer als in Frankensteins Labor. Doch bevor sie weitere Untersuchungen durchführen konnten, wurden sie entdeckt. Da man sofort das Feuer auf sie eröffnete, blieb nur die Flucht, die wegen des Aufruhrs, den die beiden verursacht hatten, auch der Burgess gelungen war.
Da die Forschungsstation durch politische Eminenzen finanziert wurde, war eine Anzeige bei der Polizei wohl wenig wirksam. Also wählten die beiden Marshals den Weg über die Presse und wollten die Sache über den Fernsehsender der Burgess publik machen. Doch als sie nur etwa eine Stunde später wieder mit einem großen Kamerateam dort auftauchten, war alles bereits geräumt. Das ganze Labor, alle Akten und alle Personen waren weg.
Die beiden hatten nichts mehr in den Händen - außer den Aufzeichnungen des Gesprächs mit Machen, die nicht gerichtsverwendbar waren, und ein paar Akten mit Gesundheitsdaten von Soldaten, die sie aus dem Labor hatten mitgehen lassen, die sie aber auch nicht weiterbrachten. Beides wurde ihnen kurz darauf unter vorgehaltener Waffe von Männern McKays dann auch noch abgenommen.
 
9) "Gefangen in der Tiefe" von Arndt Ellmer
Eine Verkehrsmaschine hatte über dem Bermuda-Dreieck einen totalen Systemausfall erlitten und notwassern müssen. Die Vorgänge dabei waren derart erstaunlich, daß Judy und Cliff bereits wenige Minuten nach der Wasserung mit der Untersuchung beauftragt wurden. Sie mieteten sich ein Speedboot und waren auch schon unterwegs. Aber nicht nur sie, sondern auch die Marine wurde aktiviert. Da die Vorkommnisse mit einem Ghost Rider in Verbindung gebracht wurden, waren auch zwei Zerstörer unterwegs. Doch auch diese hatten in der Nähe der Unglücksstelle mit großen technischen Störungen zu kämpfen. Zum Glück waren die Dieselmotoren nicht betroffen.
Die Beobachtungen des Flugkapitäns waren fast noch unglaublicher als die Vorgänge in der Elektronik. Sekunden nach der Wasserung schien ein Kugelblitz aus dem Meer in den Himmel zu schießen. In einem Gebiet von mehreren Kilometern Durchmessern kochte die See und spie Dampfschwaden in den Himmel, und nicht zuletzt schien der Meeresgrund zu glühen, als ob dort riesige Scheinwerfer installiert worden waren. Die Gummiboote platzten beim Aussetzen, da die Wassertemperatur zu hoch war. Es blieb den Menschen nur, auf Rettung zu warten - und nicht immer wieder in Panik zu verfallen, wenn die Maschine ein weiteres Stück absackte.
Judy und Cliff kamen nicht weit. Nicht nur, daß die Elektronik ihres Bootes bald schlappmachte; sie wurden von US-Marines aufgebracht und an Bord einer Fregatte festgehalten.
Die Navy hatte inzwischen ein Spezialtauchboot angefordert, mit dem die nähere Untersuchung durch den Meeresspezialisten Professor Borley vorgenommen wurde. Dieser entdeckte bald eine riesige Rampe am Meeresboden. Von dort ging eine unbekannte Kraft aus, die ihn unwiderstehlich einfing und weiter in die Tiefe zog - wo dann endgültig jeglicher Kontakt abriß. Das Tauchboot wurde dabei irreparabel beschädigt, doch Borley setzte seine Untersuchung im Tiefendruck-Tauchanzug fort - und entdeckte bald technische Einrichtungen, die von Außerirdischen oder einer früheren Menschheit stammen mußten.
Da an eine rechtzeitige Evakuierung der Flugzeugpassagiere unter den herrschenden Bedingungen nicht zu denken war, entschied sich die Marine, das Wrack und ein metallenes Beiboot mit Stahlseilen zu verbinden und damit zu versuchen, das Flugzeug aus der heißen Zone zu schleppen. Dies gelang, und bald befanden sich die Geretteten auch an Bord der Fregatte, wo sich auch Cliff und Judy aufhielten. Nachdem die US-Marshals von diesen einiges erfahren hatten, wurden sie von den Militärs abgeführt. Dabei bemerkten sie, daß die Dampfwolke und auch das Meeresglühen verschwunden waren. Sie wurden auf ein Beiboot verfrachtet und an Land geschafft.
Borley war es inzwischen gelungen, in die Station einzudringen. Er fand in Glaszylindern konservierte Menschen - Männer, Frauen und auch Kinder aus der Heutezeit. Alle hatten dünne, versiegelte Operationsnarben, wie sie nach einer Laser-OP zurückblieben. Seine Theorie über eine vergangene Kultur war somit widerlegt.
Als plötzlich die Tür hinter ihm zufiel, war der Professor gefangen. Er hatte wohl irgendetwas ausgelöst, und nun erlosch von einer langen Reihe ein kleines Lämpchen nach dem anderen. Borley drückt wahllos Knöpfe, und einmal gelang es ihm, eine Reaktion zu erzeugen. Über eine Holographie erkannte er, daß eine unbekannte Kraft das zerstörte Tauchboot erfaßte und unter strahlendem Leuchten wie einen Kugelblitz nach oben jagte. Es handelte sich bei diesem Phänomen wohl um eine Art Transporteinrichtung.
Als schließlich das letzte Lämpchen verlosch, explodierte die gesamte Anlage. Eine Dutzende von Metern hohe Flutwelle vernichtete zwei der drei Schiffe, und Judy und Cliff überlebten nur, weil sie sich in ihre Taucheranzüge retteten und von Bord des Beiboots in die Tiefe des Meeres getaucht waren. Dabei war es ihnen gelungen, einen Umschlag mit Geheiminformationen mitzunehmen.
 
10) "Blutspur" von Carter Jackson
"Vampir-Horror in New York" war seit Wochen die Schlagzeile in der Presse. Immer wieder tauchten gutbetuchte Opfer in der Stadt auf, deren Kehle zerfetzt worden war und denen jegliches Blut fehlte. Das war ungewöhnlich genug, damit Judy und Cliff mit den Fällen betraut wurden. Bei der Obduktion des jüngsten Falles wurden Spuren entdeckt, die darauf hindeuteten, daß dem Opfer mit einer Veterinärsnadel das Blut direkt aus dem Hals abgezapft worden war.
Am Hals wurden außerdem Bißspuren eines menschlichen Gebisses gefunden. Die Speichelanalyse brachte jedoch das Ergebnis, daß die Blutgruppe des Täters keiner bei Menschen üblichen Blutgruppe entsprach. Der übrige Zustand der Leiche deutete darauf hin, daß der Mann sexuell erregt gewesen sein mußte, und dies brachte unsere beiden Marshals bald auf die Spur einer Callgirlagentur.
Ab da ging es überraschend schnell voran. Mit ein wenige Nachhelfen erhielten sie von der Chefin der Agentur den Namen, die Adresse und ein Foto von der Frau, die die letzten drei Opfer am Abend ihres Todes aufgesucht hatte. Dort fanden sie einen Mann, der im Dunkeln in einem Sarg lag. Als Cliff den Deckel öffnete, sprang der Mann heraus und begann, wild um sich zu schießen. Cliff erschoß den Angreifer in Notwehr.
Bei der folgenden Obduktion des Mannes wurde etwas Sensationelles entdeckt. Er litt unter einer extremen seltenen Art einer Blutkrankheit, die den Eisengehalt des Blutes dramatisch senkte. Um überhaupt überleben zu können, war den Mann auf regelmäßige Zufuhr von menschlichem Blut angewiesen. Um das Problem mit der Verträglichkeit zu lösen, hatte er in seinem Magen ein Organ entwickelt, das eine Art Katalysefunktion für den Körper übernahm. Da es sich um eine genetische Krankheit handelte und bald auch die Akte des Mannes verfügbar war, mußten die beiden Marshals den Schluß ziehen, daß die Schwester und der Bruder des "Vampirs" unter der gleichen Krankheit litten und noch immer auf freiem Fuß waren.
Es war nicht schwer, die beiden ausfindig zu machen. Doch sie ließen sich nicht fangen, schossen Cliff an und entführten Judy, um sich an ihrem Blut gütlich zu tun. Nur mit Hilfe des Senators, der die Autonummer überprüfte und rasch eine Adresse dazu lieferte, kam Cliff gerade noch rechtzeitig, um Judy zu retten. Dabei kam der Mann zu Tode; die Frau konnte verhaftet werden. Die ärztlich Untersuchung zeigte, daß sie als einzige der Geschwister nicht von der Erkrankung betroffen, sondern "nur" geistig gestört war.
 
11) "Das Medusa-Syndrom" von Uwe Voehl
In einer einsamen Berghütte treffen sich einige junge Leute, um ein Wochenende gemeinsam zu verbringen. Die Stimmung ist allerdings schlecht, und deshalb beschließen sie, etwas Aufregendes zu versuchen - eine Séance. Am Fenster dieser Hütte war schon früher öfters ein Indianergesicht erschienen, und die Gruppe wollte versuchen, dieses ebenfalls zu beschwören. Zusätzlich bastelten sie sich ein Ouija-Brett mit allen Buchstaben des Alphabets. Tatsächlich bewegte sich das Glas auf dem Brett und warnte sie vor einer Gefahr.
In der Nacht folgte eine der Frauen den Spuren ihres Hundes, der draußen herumtobte, und entdeckte eine Grotte, in die das Tier hineingelaufen war. Dort fand sie einen seltsamen Helm mit Drähten und Schläuchen. Kaum hatte sie ihn berührt, gehorchte ihr Körper ihr nicht mehr. Als ihre Freunde am nächsten morgen von dem Hund zur Grotte geführt wurden, fanden sie die Freundin nur noch als steinerne Statue. Kaum war sie aus der Höhle geschafft, zerfiel sie im Sonnenlicht zu Staub.
Zurück in der Hütte untersuchten sie den Helm und betätigten einen verborgenen Schalter. Das Artefakt begann zu leuchten und verschoß blitzende Strahlen. Wer von diesen getroffen wurde, verwandelte sich in Stein. Der letzte der Gruppe, Joe Stanton, erkannte, daß die Verwandlung bei jedem Strahl länger dauerte, als ob der Helm seine Energie aufgebraucht hatte. Ihm gelang es, durch ein Fenster zu fliehen, doch wurde seine Hand im letzten Moment doch noch getroffen. Bald mußte Joe feststellen, daß sie kurz darauf versteinerte und dieser Prozeß sich langsam den Arm hinaufarbeitete.
Ein Jahr später wird in Phoenix der versteinerte Leichnam eines Mannes namens Stanton entdeckt. Bevor dieser weiter untersucht werden kann, schafft ihn der mysteriöse Dr. Black beiseite. Nicht weit davon entfernt, unmittelbar am Grand Canyon, versteinerte eine berühmte Modefotografin während einer Aufnahmepause. Dort wurde eine Gestalt mit einem merkwürdig anachronistisch aussehenden Helm beobachtet.
Diese Sachen waren mysteriös genug, damit Senator Campbell seine beiden Spezialagenten Judy Davenport und Clifford Conroy darauf ansetzte. Er gab ihnen einen weiteren Hinweis mit: Die Webseite BLACK AND WHITE MAGIC, die sich mit seltsamen Phänomenen und auch mit den verschwundenen jungen Leuten beschäftigt hatte, war seit dem Tag nach Stantons Tod gesperrt.
Es dauerte nicht lange, und die beiden Marshals hatten herausgefunden, daß Stanton vor kurzem Besuch von seinem vermißten Sohn gehabt hatte. Ein Augenzeuge hatte ihn erkannt, trotz seines seltsamen Helms. Mit einem Trick kommen sie auf die Spur eines der beiden Betreiber der Webseite. White ist ein blinder Schwarzer im Rollstuhl, Black ist sein Partner, der die Leiche des versteinerten Stanton stibitzt hatte.
White hatte die Webseite geschlossen, weil Black immer seltsamer geworden war. White hatte Angst vor seinem ehemaligem Partner und befürchtete auch, daß irgendeine Behörde ihnen nachstellte. Dies bewahrheitete sich, als Judy und Cliff plötzlich verfolgt wurden. Auch Whites Angst war begründet, denn Black ermordete ihn kurz darauf. Doch White hatte damit gerechnet, und es gelang ihm noch, seinem Expartner ein langsam wirkendes Gift zu verabreichen.
Inzwischen waren auch bei den restlichen Mitgliedern der Foto-Session erste Anzeichen von Versteigerungen zu spüren, doch sie konnten rechtzeitig in ein Krankenhaus gebracht werden. Dort konnte man das Versteinern zwar nicht aufhalten, aber Cliff und Judy konnten die Patienten wenigsten noch befragen. Einer von ihnen hatte keinerlei Symptome, was vielleicht daran lag, daß er ständig eine verspiegelte Sonnenbrille trug. Auch der seltsame Helm wurde wieder erwähnt. Sie erkannten bald, daß Sonnenlicht den Zerfall beschleunigte.
Also ging es nun auf zur Hütte. Der herumstreunende Hund führte Cliff zur Grotte, wo er ein gutes Dutzend weitere versteinerte Gestalten fand. Dann traf er auf Stanton, der ihm gnadenlos nachsetzte. Selbst Kugeln machten ihm nichts mehr aus. Als Judy ihm furchtlos entgegentrat, setzte er die ganze Kraft seines Helms gegen sie ein - und diese wurde durch ihre Sonnenbrille reflektiert. Bei dieser kurzen Entfernung wurde der Helm scheinbar überladen. Blitze schossen aus ihm heraus, und schließlich versteinerten er und sein Träger völlig, bevor sie im Sonnenlicht schließlich zerfielen.
Wieder einmal gab es keinerlei Beweise. Bis auf die versteinerte Leiche, die Black beiseite geschafft hatte - und die er McKay überließ, der ihm im Gegenzug eine langjährige Behandlung zusicherte, die ihm irgendwann vielleicht seine Bewegungsfreiheit wiedergeben würde, die er durch das Gift seines Partners vom Hals abwärts eingebüßt hatte.
 
12) "Traumtod" von Lars Urban
Eine junge Lehrerin in Virginia erlebt im Traum immer wieder den Tod von Menschen mit, als ob sie selbst der oder die Sterbende wäre. Als ihr dann irgendwann klar wird, daß diese Vorkommnisse tatsächlich passiert sind, bekommt sie einen Schock. Bei der Polizei will man ihr natürlich nicht glauben, doch als sie wichtige Hinweise auf einzelne Unfallursachen liefert, wird man doch hellhörig. So auch Senator Campbell, der seine beiden US-Marshals auf den Fall ansetzt.
Bald stellte sich heraus, daß es eine weitere Frau gab, die unter einer ähnlichen Fähigkeit litt. Und das ungleich schlimmer, denn die Träume ließen sich bei ihr nicht einmal durch starke Schlafmittel eindämmen, und es bestand akute Lebensgefahr. Bald fand sich eine dritte Patientin mit den gleichen Symptomen, deren Untersuchung schon einige Jahre zurücklag. Es handelte sich hier um die 13jährige Kirsty Howe, und sie hatte mit beiden anderen Frauen kurz vor deren ersten Anfällen heftige Dispute.
Die Kleine erwies sich als richtige Kratzbürste, die ihre Umwelt tyrannisierte und jegliche Verbindung zu den Träumen der beiden anderen abstritt. Sie änderte ihr Verhalten auch kein bißchen, als sie hörte, daß ihre Lehrerin während eines solchen Alptraums einen Herzinfarkt erlitten hatte und daran gestorben war. Schlimmer noch, Kirsty fühlte sich von Judy geärgert und schickte ihr nun die Träume auch. Da Judy mitten am Tag von ihnen betroffen wurde, wäre sie bei einem Unfall fast ums Leben gekommen.
Als Cliff Kirsty deswegen noch einmal aufsuchte, wurde er von der Offenheit des kleinen Mädchens überrascht. Seit 5 Jahren hatte sie diese Träume und war dabei schon fast alle Todesarten selbst gestorben. Kirsty litt sehr darunter - bis sie herausfand, daß sie die Träume auf andere Frauen ableiten konnte und somit selbst verschont blieb. Bei Männern funktionierte das nicht. Offenbar war die Reichweite des Mädchens auch auf etwa 100 km beschränkt, was sowohl die wirklichen Todesfälle als auch die Traumopfer betraf. Kirsty suchte sich die Frauen aus, die sie geärgert hatten. Sie fand das besser, als Unschuldige damit zu quälen.
Als Kirsty dann plötzlich wieder auf bockig schaltete, schnappte sich Cliff kurzentschlossen das Mädchen und nahm es mit. Judy hatte wieder einem Alptraum, und deshalb brachte Cliff Kirsty so rasch wie möglich über die 100-Meilen-Grenze von Judy weg. Dies war es auch, was Judy schließlich rettete und den lebensgefährlichen Anfall unterbrach.
Im Lauf der Tage wurde Kirsty zutraulich und gestand, daß sie ihre Fähigkeiten nur unzureichend kontrollieren konnte. Beispielsweise konnte sie eine einmal aktivierte Weiterleitung der Träume nicht mehr zurücknehmen. Als sie selbst wieder einmal von diesen übermannt wurde, war diesmal alles anders. Sie hatte von einem PSI-Begabten namens Bloom geträumt, der sich in Gefahr befand, und dieser hatte irgendwie ihre Kräfte angezapft und versucht, sich selbst dabei zu retten. Offenbar war er von NSA-Männern verschleppt worden, um ihn zur Zusammenarbeit zu zwingen. Da das Hauptquartier der NSA im 100-Meilen-Radius lag ...
Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, entschlossen sich Judy, der es wieder etwas besser ging, und Cliff, zusammen mit Kirsty näher an die NSA-Zentrale heranzufahren. Und tatsächlich, als Bloom aufgrund der Folter durch die NSA wieder Todesangst verspürte, entstand erneut eine geistige Verbindung zu Kirsty. Diesmal war die zusätzliche Kraft aufgrund der größeren Nähe enorm. Bloom schaffte es, eine ganze Reihe von NSA-Männern zu besiegen, bis er schließlich auf McKay traf, der sowohl seiner Telekinese als auch seinen suggestiven Kräften scheinbar mühelos widerstand - und Bloom schließlich erschoß.
Kirsty war nach diesem Vorkommnis unglaublich erschöpft. Offenbar hatte der Kontakt ihr viel Kraft entzogen. Sie hatte sogar ein paar Pfund an Gewicht verloren. Wie sich bald herausstellte, war auch ihre Fähigkeit, den Tod anderer zu träumen, ihr abhanden gekommen. Als sie Campbell Bericht erstatteten, erfuhren sie, daß dieser sie gar nicht mit diesem Fall beauftragt hatte. Irgendwer hatte sich in die streng geheime Kommunikationskette eingeschleust.
 
13) "Fabrik der Klone" von Carter Jackson
In einem Vorort von Los Angeles wird eine Frau Zeuge eines Mordes an ihrem Nachbarn Eric Anderson. Als die Polizei 15 Minuten später eintrifft, ist die Leiche bereits stark verwest. Das ruft die beiden US-Marshals Judy Davenport und Cliff Conroy auf den Plan.
Vom zuständigen Pathologen erhalten sie zwar keine schlüssige Theorie, wie eine derart rasche Verwesung möglich ist. Dieser hatte jedoch herausgefunden, daß der Tote acht Chromosomen weniger hatte als normale Menschen, und zwei waren doppelt vorhanden. Mehr war nicht zu erfahren, auch wenn Cliff meinte, den Toten schon einmal irgendwo gesehen zu haben - zumindest sein Ausweisbild kam Cliff bekannt vor.
Tatsächlich fand sich auf der Ghost Rider-CD eine Akte über einen vor 10 Jahren verschwundenen John McGrath, dessen Fingerabdrücke mit denen von Eric Anderson übereinstimmten. McGrath war Biochemiker in geheimen Forschungslabors der US-Regierung gewesen.
Kurz darauf erhielten die beiden ein Fax von Senator Campbell, daß in Utah ein weiterer Mann umgebracht und kurz darauf völlig verwest gefunden worden war. Das beiliegende Bild schien deutlich zu machen, daß auch dieser Mann Eric Anderson wie ein Ei dem anderen glich. Bald hatten sie auch herausgefunden, daß alle drei in einem kleinen Ort namens Myrtle Creek geboren waren. Dort kannte aber niemand die gesuchten Namen, und auch das Geburtsregister gab nichts her. Als der örtliche Sheriff jedoch das Bild der gesuchten Männer sah, erkannte er sofort Dr. Spruill darauf, der seit 10 Jahren hier wohnte.
Als sie diesem erklärten, daß in den letzten 48 Stunden zwei Männer ermordet worden waren, die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten schienen, und daß sie nun befürchteten, er stünde ebenfalls auf der Abschußliste des Mörders, war dieser bereit, sein Geheimnis zu offenbaren.
Er war der "echte" Dr. McGrath, der vor Jahren einen Forschungsauftrag angenommen hatte, eine reproduzierbare Armee - also menschliche Klone - zu schaffen. Irgendwann beschlossen die entscheidenden Männer, denen nicht einmal der Präsident weisungsbefugt war, das Projekt brächte zu wenig Ergebnisse. McGrath nahm sich deshalb seine Forschungsunterlagen und tauchte unter, setzte seine Forschungen im Geheimen fort und war schließlich erfolgreich. Er züchtete mehrere Klone nach seinem Abbild. Leider waren die erschaffenen Klone noch nicht ganz perfekt; die genetische Struktur war instabil, was den raschen Verfall erklärte. Nun wollten die entscheidenden Männer die Ergebnisse von McGraths Forschung für sich nutzen und ihn selbst ausschalten.
Im Keller des Hauses, in McGraths Labor, entdeckte Cliff acht noch nicht völlig fertige Klone. Währenddessen erschien ein weiterer Klon und überwältigte Judy. McGrath entnahm ihr ein Stück Haut, mit dem er die Gen-Defekte seiner künftigen Klone zu beheben hoffte. Dann erschien der Killer, der dem Klon nach Myrtle Creek gefolgt war. Er überwältigte den echten Biologen, während dessen Klon unerkannt entkommen konnte. Dann ging er in den Keller, wo er zum einen den lästigen Zeugen - den er für Dr. Spruill hielt - beseitigen und zum anderen die wichtigen Forschungsunterlagen sicherstellen wollte.
Mit dem vermeintlichen Doktor hatte er mehr Schwierigkeiten als erwartet, blieb aber dennoch Sieger und fesselte den Mann mit Handschellen an die Heizung. Dann öffnete er den Tresor mit dem Schlüssel und der Nummer, die er McGrath vor dessen Ermordung abgenommen hatte. Doch McGrath hatte ihn getäuscht und ihm eine Nummer gegeben, die versteckte Sprengladungen zündete. So rächte er sich noch nach seinem eigenen Tod an seinem Mörder und zündete zugleich das Labor an. Mit der Pistole des Killers, die dieser bei der Explosion verloren hatte, befreite sich Cliff und rettete Judy schließlich aus dem brennenden Haus.
 
14) "Das elektrische Grauen" von Uwe Voehl
Seit im Crimson-Tower, einem Hochhaus in Chicago, ein Blitz eingeschlagen war, geschahen dort seltsame Dinge. Eine Bewohnerin hatte Visionen, auf dem Computerbildschirm eines Schriftstellers erschien ein Gesicht aus binären Zeichencodes, ein anderer traf seine tote Freundin, drehte durch und sprang kopfüber in den Fernseher. Es schien manchmal regelrecht zu spuken. Oder, um es anders auszudrücken, die Zahl der PSI-Phänomene nahm sprunghaft zu. Und dies im ganzen Viertel um den Tower herum. Gründe genug für Senator Campbell, Judy und Cliff mit der aktuellsten Ghost Rider-CD auszustatten und sie mit der Klärung des Falles zu beauftragen.
Sie fanden jede Menge einzelner Vorfälle, die sich weder erklären noch nachvollziehen ließen. Als sie schon eine Woche ohne jedes Ergebnis ermittelten, half der Zufall ein wenig mit. In den Fernsehnachrichten wurde über den Mord an drei Jugendlichen berichtet, und weil Cliff während der Aufnahmen im Hintergrund Anzeichen für eine Satansmesse entdeckte, entschieden sie sich, hier näher zu ermitteln.
Dort trafen sie einen alten Mann namens Ben McMenimen vor, der sein Tonbandgerät wiederhaben wollte, das ihm der jugendliche Mordverdächtige Jim Parkinson tags zuvor abgenommen hatte. Seiner Aussage nach war darauf die posthume Stimme des Massenmörders Crimson Ripper. Ben war der festen Überzeugung, daß dieser in Jim eingefahren und ihn zum Mord an seinen Kumpels gezwungen hatte. Offenbar war bei dem Mann geistig auch nicht mehr alles in Ordnung.
Ben war in Wahrheit ein Satanist, wie Crimson Ripper es auch gewesen war, und Ben hatte damals schon zu dessen Gruppe gehört. Jim hatte ihn gestern Abend angerufen und ihm deutlich gemacht, daß er nun von Crimsons Geist besessen war. Ben war überzeugt, daß Jim das gleiche widerfahren war wie von 37 Jahren seinem Freund Crimson. Und daß nun wieder eine Mordwelle bevorstand.
Judy zweifelte nicht daran, daß Ben sie belogen hatte. Sie vermutete, daß er mit Jim noch in engem Kontakt stand. Deshalb bewaffnete sie sich und machte sich in der kommenden Nacht auf, um dessen Haus zu observieren. Bald sah sie ein seltsames Licht, das über die elektrische Oberleitung in Bens Wohnung verschwand. Dann kam Jim Parkinson und ging ebenfalls hinein. Da ihr Handy plötzlich ausgefallen war und sie deshalb keine Hilfe rufen konnte, entschloß sie sich, selbst nachzuschauen. Ben glühte von innen heraus, und Jim wartete auf sie. Sie verlor überraschend ihr bewußtes Denken und fiel schnell in eine tiefe Lethargie.
Als Cliff aufwachte, entdeckte er Judys Nachricht und folgte ihr augenblicklich. Er fand jedoch nur einen toten Ben vor, der offenbar in die Steckdose gegriffen hatte. Also blieb nur noch der Crimson Tower. Dort war eine Menschenmasse vor den Aufzügen zusammengelaufen. Es hatte einen Toten gegeben, der aus dem Aufzug gefallen war. Er war schwarz, als ob ihn der Blitz getroffen hätte. In einem zweiten Aufzug lag ohnmächtig eine Frau. Jeder, der sie berührte, bekam einen elektrischen Schlag.
Das ganze Gebäude schien regelrecht aufgeladen zu sein, und draußen braute sich ein starkes Gewitter zusammen. Da wachte die Frau auf und versuchte, Cliff davon zu überzeugen, daß irgendetwas vor wenigen Wochen während des Gewitters in das Haus eingefahren war, das nun in den elektrischen Leitungen lebte. Cliff sah sich den Fahrstuhl an, der sich plötzlich in Bewegung setzte.
Jim hatte Judy inzwischen auf das Dach des Crimson Tower gebracht. Er hatte schier übermenschliche Kräfte, und Judy war inzwischen überzeugt, daß er von irgendetwas besessen war. Tatsächlich nahm dieses Etwas bald Kontakt mit ihrem Geist auf. Plötzlich erinnerte sich Judy, daß sie diesem Wesen schon einmal begegnet war - in den zwei Stunden, die völlig in ihrer Erinnerung fehlten. Das Wesen wartete auf etwas, das sich am Himmel bereits als Pentagramm abzeichnete. Und es wollte sie mitnehmen.
Plötzlich riß der Kontakt ab, und Jim brach zusammen. Der Strom im Gebäude war ausgefallen - und das Pentagramm im Himmel war verschwunden. Auch Cliffs Fahrstuhl kam zwischen den beiden obersten Stockwerken zum Halten. Er kletterte hinaus und traf bald auf Judy, die unverletzt war. Die beiden stellten sicher, daß niemand auf die Idee kam, die Sicherungen wieder hineinzudrücken.
Eine Woche später hatten fast alle abnormen Vorfälle in der Gegend aufgehört. Der Crimson Tower war noch immer ohne Strom, und man würde die gesamte Elektrik auswechseln. Wer oder was dieses Wesen wirklich gewesen war, blieb unklar.
 
15) "Außer Kontrolle" von Carter Jackson
Irgendetwas war in der Nacht aus den Labors der Firma Bradbury Biochemics entkommen und hatte dabei einen Wachmann regelrecht zerrissen. Daß das gesamte Areal kurz darauf von Militärs durchsucht wurde, wenn auch ohne jeden Erfolg, deutete darauf hin, daß es sich um etwas sehr Teures, sehr Geheimes oder sehr Gefährliches handelt mußte. Als der erste Farmer in der Gegend inklusive seiner kleinen Rinderherde förmlich zerrissen wurde, war klar, daß es sich um eine ziemlich große Gefahr handelte.
Vom zuständigen Pathologen erfuhren die beiden US-Marshals Judy Davenport und Cliff Conroy, daß die Blutspuren des Täters ungewöhnlich waren. Seine Zellstruktur war nicht konkret einzuordnen, und die Farbe war grün. Die Genanalyse brachte Ergebnisse, die darauf hindeuteten, daß der Täter sowohl menschliche wie auch tierische Gene in sich vereinte. Überwiegend schienen sie jedoch von einem Affen abzustammen. Und da gab es noch einen abnorm hohen Kupferanteil im Blut, der nicht zu erklären war. Nicht zuletzt wies das geschlechtsbestimmende Chromosom eine schier unglaubliche Abnormität auf. Frauen hatten hier ein XX, Männer ein XY. Einige Schwerverbrecher sollten hier ein XYY haben, was unter der Bezeichnung Killer-Gen in die Literatur eingegangen war. Der Mörder hier hatte ein XYYYY - möglicherweise also ein menschlicher Affe mit einem Aggressionspotential, das dem aller anderen Wesen auf dieser Welt haushoch überlegen war.
Bald war der nächste Tote zu beklagen. Als sie am Ort des Verbrechens einen Mann beobachteten, der sich dort aufhielt, bevor das Verbrechen öffentlich gemacht worden war, erhielten sie über dessen Kennzeichen einen Hinweis auf Bradbury Biochemics.
Dort erfuhren sie zwar nichts weiter, trafen aber kurz darauf auf einen Tierschützer namens Brian Thompson, der die Firma schon länger beobachtete. Er beschuldigte sie, genetische Tierversuche in weit größerem als dem gesetzlich erlaubten Umfang zu machen, und erzählte auch von dem großen militärischen Aufgebot, das vor zwei Nächten hier urplötzlich aufgetaucht war, sowie von dem Leichenwagen, der auf das Firmengelände gefahren war, es aber kurz darauf wieder verlassen hatte.
Dann überraschte Brian sie, als er erklärte, daß er sich vor einer Woche in die Computer von Bradbury Biochemics gehackt und dort eindeutige Hinweise auf ein militärisches Geheimprojekt mit dem Code-Namen Golem entdeckt hatte. In diesem sollte ein Primat gentechnisch so verändert werden, daß seine Angst sinken und seine Aggressivität sowie auch seine Intelligenz stark gesteigert werden sollten. Genmanipulierte Tiere als Elitesoldaten der US-Armee. War solch ein Tier etwa entkommen?
Leider hatte Brian keinen Beweis, denn bevor er wesentliche Dateien kopieren konnte, wurde er entdeckt. Als sie sich noch einmal die Orte auf der Karte ansahen, an denen der Affe definitiv gewesen war, also die Farm und dann die beiden Tatorte, konnte man daraus eine Struktur erkennen. Falls ihr Verdacht zutraf und der Affe auch in seinem Denken militärisch manipuliert war, konnten sie möglicherweise den Ort des nächsten Überfalls erahnen. Dorthin machten sie sich dann auf den Weg.
Tatsächlich fanden sie dort Spuren des Primaten, die eindeutig in eine Höhle führten. Dort wurden sie von diesem auch bald angegriffen, konnten ihn aber mit der Pistole verwunden und vertreiben. Brian wurde dabei verletzt. Kaum wieder aus der Höhle heraus, wurden sie von Soldaten überwältigt und zu Bradbury Biochemics gebracht.
Dort trafen sie auf den Forschungsleiter des Projekts Golem, Dr. Koontz. Dieser erklärte ihnen, daß der zu Versuchszwecken mit Gelbfieber infizierte Affe wieder eingefangen und inzwischen eingeschläfert worden war. Die beiden US-Marshals und Brian würden sich nun einer wenig angenehmen Entseuchung unterziehen müssen - zu ihrer eigenen und der Sicherheit der sonstigen Bevölkerung. Danach wurden sie freigelassen.
Wieder einmal hatten sie nichts in der Hand, keine Unterlagen, kein totes, genmanipuliertes Tier. Einzig Brian konnte die Stimmung ein wenig heben. Ihn hatte man, nachdem seine Wunden versorgt waren, kurz allein gelassen. Diesen Moment hatte der junge Mann genutzt, um einen Virus in das Computer-Netzwerk zu schleusen, der alle Daten - selbst die allerprofansten - innerhalb weniger Minuten löschen würde. Als sich die drei draußen umwandten, sahen sie noch, wie bei Bradbury Biochemics die Lichter ausgingen.
 
16) "Der Parasit" von Lars Urban
Zwei Hobbyjäger fanden mitten in der Wildnis von Alaska einen am Bauch schwer verletzen Mann namens Jefferson. Als sie ihn tags darauf abtransportieren wollten, waren seine Wunden beinahe verheilt, und er beschwor sie, ihn hierzulassen und auf keinen Fall in eine Stadt mitzunehmen, wenn sie nicht verbrennen wollten. Doch die beiden konnten ihn nicht einfach sterben lassen, denn ihr provisorischer Verband war von den enormen Selbstheilungskräften des Mannes einfach mit in der Wunde verschlossen worden, und es drohte ein Blutvergiftung.
Einige Wochen später wurden Cliff und Judy in eine Kleinstadt beordert, wo es innerhalb von wenigen Tagen bereits drei Fälle von ungeklärten Verbrennungen mit Todesfolge gegeben hatte. Die Leichen erinnerten stark an die dehydrierten Körper, die die beiden beim Lindwood-Experiment und in der Painted Desert gefunden hatten. Hier waren die Leichen allerdings eher vertrocknet als verbrannt.
Von einem Assistenzarzt hörten sie von einem Mann namens Jefferson, der sich trotz seiner Verletzungen vehement gegen seine Einlieferung gewehrt hatte. Er befürchtete, daß sonst die Strafe Gottes über die Menschen käme, wobei sie alle verbrennen würden. Weil dann die seltsamen Verbrennungen aufgetaucht waren, hatte sich der Arzt an den Mann erinnert. Dieser war aber wenige Tage nach seiner Einlieferung verstorben.
Bald fanden sie Hinweise, daß es auch ein paar tote Katzen gegeben hatte - mit ähnlichen Symptomen. Ihre Besitzerin war vor 14 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden, in dem Jefferson gestorben war. Sie war dort wegen einer Blindarmoperation und hatte sich im Krankenhaus infiziert. Ein paar Tage darauf war sie völlig überraschend genesen.
Kaum hatten sie mit ihren Ermittlungen begonnen, fanden sich zwei weitere Tote. Einer war verbrannt wie die anderen, und zwar innerhalb von weniger als 2 Minuten - obwohl er während dieser Zeit in der heißen Badewanne gesessen hatte. Die andere war die Besitzern der toten Katzen. Sie hatte sich mit einem Pestizid selbst umgebracht. Auf Band hatte sie ein paar letzte Worte hinterlassen.
Es hatte alles im Krankenhaus begonnen. Dort war sie dann schwer erkrankt, und die Bauchwunde der Operation war häßlich entzündet. Jedoch konnte sie nach kurzer Zeit auf wundersame Weise als geheilt nach Hause entlassen werden. Dort wurden die Bauchschmerzen bald wieder schlimmer. Eines Nachts riß ihr Bauch einfach auf, und eine etwa 15 cm große Spinne kroch heraus. Bei diesem Anblick wurde die Frau ohnmächtig.
Als sie wieder erwachte, war die Wunde wieder geschlossen, wenn auch stark gereizt. Dafür war die erste ihrer Katzen auf die bekannt entsetzliche Weise gestorben. Seitdem mieden die anderen Katzen sie, obwohl sie vorher so zutraulich waren. In der Nacht darauf wiederholte sich der Vorgang mit der Spinne, und alle Katzen wurden getötet. Bei der Nachuntersuchung verschwieg die Frau ihre Erlebnisse aus Angst, sich lächerlich zu machen. Und tatsächlich hatte sie dann ein paar Tage Ruhe. Dann brach die Spinne wieder aus ihr hervor. Deshalb hatte sie das Insektenvernichtungsmittel gekauft und geschluckt - in der Hoffnung, die Spinne damit töten zu können.
Als wenige Tage darauf das nächste Opfer eingeliefert wurde und der Taxifahrer Lee, in dessen Taxi der Mann "verbrannt" war, mit einer schlimmen Bauchverletzung ebenfalls in ärztliche Obhut mußte, hatten die beiden Marshals einen konkreten Anhaltspunkt. Alle Patienten mit Bauchverletzung hatten auf Röntgenbildern deutlich zu erkennende, wenn auch überraschend kleine Flecken auf der Leber, so auch Lee.
Während Judy auf die näheren Befunde wartete, machte sich Cliff auf, um die Hütte von Jefferson, dem ersten Opfer, zu untersuchen, die mitten in der Wildnis von Alaska lag. Dort fand er die Aufzeichnungen des Mannes. Dieser hatte eines Tages einen Kaninchenbau entdeckt, in den sein Hund auch sofort eingedrungen war. Danach war das Tier für Tage verschwunden gewesen und schließlich mit einer häßlichen Bauchwunde zurückgekehrt.
Bald darauf verschwanden nach und nach die von Jefferson gezüchteten Wachteln. Einmal erwischte er seinen Hund, der Schaum vor dem Maul hatte, als dieser gerade einen der toten Vögel verscharren wollte. Der Hund griff Jefferson an, so daß dieser ihn erschießen mußte. Da riß der Körper des Tieres auf. Eine Spinne kroch heraus, sprang den Trapper an und riß ein Loch in dessen Bauch, in das sie dann auch noch hineinkroch.
Seitdem fühlte sich der Trapper tagsüber kerngesund, Verletzungen heilten fast augenblicklich, und selbst ein Sturz in einen Eisbach und die langsame, stundenlange Rückkehr ließen ihn nicht erkranken. Scheinbar beschützte der Parasit seinen Wirt. Doch Abend für Abend kehrten die Bauchschmerzen zurück, und die Spinne kroch aus ihm heraus. Eines Tages konnte er dabei die Ohnmacht überwinden, bevor sie zurückgekehrt war. Dabei beobachtete er, wie die Spinne ein Reh anfiel und dieses dann innerhalb von Sekunden von innen verbrannte. Jefferson konnte jedoch in seinem geschwächten Zustand die Rückkehr der Spinne in seinen Körper nicht verhindern.
So ging es dann monatelang, den ganzen langen Winter über. Einmal überwinterte ein dreister Wilderer in seiner Hütte; er mußte dies mit dem Leben bezahlen. Deshalb ging Jefferson zurück zu dem vermeintlichen Fuchsbau. Er entdeckte etwas Metallisches, schüttete daraufhin den Eingang zu und verwischte sämtliche Spuren, damit niemand dort unten vielleicht noch mehr Parasiten aufweckte. Seitdem waren nun 15 Jahre vergangen.
Währenddessen hatte der leitende Arzt beschlossen, sich die Flecken auf Lees Leber einmal direkt anzuschauen, und operierte den Mann, obwohl Judy ihm von ihrem Verdacht über den Parasiten erzählt hatte. Durch die Operation wurde der Parasit aufgeschreckt und kletterte aus der Wunde. Mit einem Satz sprang er eine Assistentin an, die nach wenigen Sekunden als ausgedörrter Leichnam zusammensank. Dann verschwand die Spinne durch eine Tür, die die flüchtenden Ärzte und Helfer aufgelassen hatten, und von dort in den Wäscheschacht.
Alle Patienten wurde sofort evakuiert, das Krankenhaus auf den Kopf gestellt, aber von der Spinne fehlte jede Spur - bis auf Cliffs Vorschlag hin alle Patienten noch einmal auf eine frische Bauchverletzung hin untersucht wurden. Da wurde man bei einer Frau schließlich vermeintlich fündig. Doch die rasch durchgeführte Röntgenaufnahme ergab keinen Schatten. Der Parasit war ihnen entwischt.
Zwei Tage darauf fiel die Besatzung eines Rettungshubschraubers auf dem Dach des Klinikums der Spinne zum Opfer. Einer wurde getötet, der zweite erlitt eine schreckliche Bauchwunde. Dieser wurde sofort isoliert. Man konstruierte eine Art Käfig, der den Mann sofort völlig abschirmen würde, sobald die Spinne seinen Körper verlassen mußte, weil sie Hunger hatte. So hoffte man, sein Leben zu retten. Leider versagte die Mechanik, und die Spinne kehrte in ihren Wirt zurück.
Der alternative Plan sah vor, dem Mann ein leicht radioaktives Kontrastmittel zu spritzen, das den Parasiten auch schon aus Jeffersons Körper vertrieben hatte. Dann wollte man versuchen, ihn in einer Metallbox mit Nährflüssigkeit einzusperren. Es schien zu klappen. Cliff, mit einem Schutzanzug angetan, packte die Spinne mit einer Zange, als sie fast aus dem Bauch des Mannes herausgekrochen war. Doch sie entwischte, und durch einen unglücklichen Zufall platzte das Glas von Cliffs Helm. Da sich die Spinne nun ihm zuwandte, hatte Judy keine andere Chance und schoß auf das Tier. Getroffen glühte es kurz auf, und zurück blieben nur ein Häufchen Asche und ein paar Spinnenbeine, die während des Kampfes abgerissen worden waren.
Die Untersuchung der Überreste ergab eine völlig unbekannte organische Substanz mit einer Dreifach-Helix der DNS. Die Ärzte gingen von einer einmaligen Anomalie aus, doch Cliff und Judy wußten es besser. Sie vermuteten, daß die Außerirdischen diese Wesen brauchten, um vor Krankheitserregern auf der Erde geschützt zu sein. Schließlich hatte die Spinne ja alle ihre Wirte vor Krankheiten und Verletzungen geschützt. Jefferson hatte vermutlich die Reste eines abgestürzten Raumschiffes entdeckt, und sein Hund hatte die Spinne irgendwie geweckt.
 
17) "Der Feind in der Wüste" von Wolfgang Hohlbein
Über der Mojave-Wüste kommt es zu einem sogar statistisch unglaublich seltenen Vorfall. Ein Flugzeug rammt im Flug ein anderes und zerschellt daraufhin. Das andere war ein UFO Außerirdischer, das ebenfalls abstürzt. Zwei Motorradfahrer, die zufällig in der gleichen Gegend waren, wurden hypnotisiert und so gezwungen, einen Teil des UFOs mit bloßen Händen auszugraben. Als sie schließlich einen scheinbar kristallinen, schwach leuchtenden Teil erreichten, wurde ihnen innerhalb von Sekunden alle Flüssigkeit entzogen, und sie zerfielen zu Staub. Das Leuchten nahm daraufhin merklich zu.
Es dauerte ein knappes Jahr, bis wieder Menschen in diesen verlassenen Teil der Wüste kamen - wenn auch aus ganz anderem Grund. Ein Geologe hatte einen ungewöhnlichen Termitenhügel entdeckt. Die Biologin Kimberly Jackson, zusammen mit ihrem Kollegen Michael Webster aus dem Institute of Science, erkannte diesen als wirklich einmalig im Tierreich. In einem Graben hatten die kleinen Insekten einen riesigen, fast 15 Meter hohen nadelförmigen Turm mit einer Art Festungsmauer außen herum gebaut. Sie errichteten kurz darauf eine kleine Forschungsstation, um diese Termiten näher zu untersuchen.
Bald schon zeigten sich die ersten noch ungewöhnlicheren Ergebnisse, und die Biologin forderte immer mehr und immer teurere Instrumente an. Schließlich bat der Leiter des Instituts sie zu sich, um die Anforderungen zu begründen. Kimberly sprach von seltsamen Verhaltensweisen, die eindeutig von Intelligenz zeugten, und schilderte ein paar Beispiele. Schließlich war ihr Chef zwar überzeugt, wollte diese Forschungen allerdings nicht mehr ihr allein, sondern einem Team von Spezialisten unter ihrer Beteiligung übergeben.
Da griff die Biologin ihren Boss überraschend an. Sie war ihm schon während des Gesprächs als etwas unstet aufgefallen, aber mit einem Angriff der deutlich kleineren Frau hatte der Mann nicht gerechnet. Doch sie schien Bärenkräfte zu haben, und plötzlich krochen von überall aus ihrer Kleidung Termiten hervor und stürzten sich auf den Mann. Ein paar von ihnen schafften es bis in seinen Mund, kletterten in seine Luftröhre und schlossen diese ab, bis er erstickt war. Dann verbargen sich alle Insekten wieder in Kimberlys Kleidung, die den Leichnam keines Blickes mehr würdigte, alle Informationen über ihr Projekt aus den Instituts-Computern löschte und dann wieder in die Wüste fuhr.
Der seltsame Tod des Institutsleiters rief dann schließlich die beiden US-Marshals Judy Davenport und Cliff Conroy auf den Plan. Ebenso wie die Tatsache, daß sich die Termiten aus dem Hals des Mannes nicht fotografieren ließen, weil irgendeine Strahlung den Film zerstörte. Im Institut konnte man ihm über die geheimnisvolle Strahlung auch nicht weiterhelfen. Als gelerntem Computerfachmann gelang es ihm aber rasch, eine gelöschte Datei mit dem Namen Termiten.dat zu entdecken und wieder zu rekonstruieren. Dort fanden sie Hinweise auf den seltsamen Termitenbau und die beiden Wissenschaftler, die diesen untersuchten.
Dort angekommen erfuhren sie nichts Neues. Die Wissenschaftler waren sichtlich geschockt von der Nachricht über den Tod ihres Chefs. Kimberly hatte diesem zwar vor ein paar Tagen ein paar Termiten zur Untersuchung gebracht, aber ansonsten hatten sie ihn schon seit Tagen nicht mehr gesehen. Cliff fielen einige Behälter mit einer ekligen weißen, zähen Flüssigkeit auf, die die Wissenschaftler für irgendwelche Experimente brauchten. Er nahm heimlich eine Probe, die er analysieren ließ.
Die Analyse der weißen Masse ergab, daß es sich um einen Pilz handelte, den Termiten üblicherweise als Nahrung anbauten. Auch hier wurde die seltsame Strahlung gefunden - und diese bewirkte, daß sich der Pilz nahezu explosionsartig vermehrte, seine Masse in etwa einer Stunde verdoppelte. Wenn die Strahlung hierfür tatsächlich die Ursache war und bei den Termiten ähnliches bewirkte, würden die beiden Marshals in sehr kurzer Zeit einem riesigen Termitenheer gegenüberstehen, das vielleicht sogar intelligent, zumindest wohl aber fremdgesteuert war. Und die vielen geflügelten Tiere waren alles paarungsfähige Exemplare, die wohl bald ausschwärmen und weitere Stöcke gründen würden.
Cliffs Nachfrage bei einem ihm bekannten Physiker, um was es sich bei dem seltsamen Gerät handelte, das die beiden zusammengebaut hatten, ergab, daß es sich nicht um ein Gerät zur Beobachtung von Insekten handelte. Als sie tags darauf unbeobachtet zum Camp in der Wüste zurückkehrten, sahen sie, daß der ganze Bau so von geflügelten Termiten bedeckt war, daß er regelrecht glitzerte. Kaum eines der Tiere bewegte sich. Irgendwie sah das gesamte Gebilde aus wie eine riesige Satelliten-Antenne. Erst als die obere Spitze der Nadel plötzlich zerbarst, verhielten sich die Insekten wieder wie ganz normale Termiten.
Von Senator Campbell erfuhren sie, daß vor einem knappen Jahr genau in dieser Gegend der Wüste ein Flugzeug urplötzlich vom Radarschirm verschwunden war und rund 100 Meilen entfernt dann am Boden zerschellte. Da in den Nächten darauf viele Meldungen über Lichter am Himmel der Wüste eingetroffen waren, war möglicherweise ein UFO beteiligt gewesen. Das war für die beiden Hinweis genug, um noch einmal heimlich und diesmal nachts in die Wüste vorzudringen.
Ein Wissenschaftler namens Billings, der eng mit dem toten Leiter des Instituts befreundet war, ließ sich nicht davon abbringen, sie zu begleiten. Er beobachtete das Lager von der einen, Cliff und Judy von der anderen Seite aus. Der Nadelturm war fast völlig wiederhergestellt. Irgendwann wurde Billings urplötzlich von einem wahren Teppich an Termiten überrannt, die sich wie verrückt in jedem Stückchen Haut des Wissenschaftlers verbissen. Doch die Schmerzen dauerten nur Sekunden, dann durchfluteten ihn fremdartige, aber ungeheuer beruhigende Gedanken.
Bald darauf ging er zu den beiden Marshals, sprach kurz mit ihnen und schlug dann den völlig überraschten Cliff nieder. Als er sich Judy zuwandte, hatte diese ihre Überraschung überwunden und wehrte sich. Billings sprach plötzlich von sich in der Mehrzahl und versprach, daß niemand es schaffen würde, die Erreichung des großen Ziels zu verhindern. Bald gewann Judy dank ihrer Nahkampfausbildung die Oberhand und schickte den Wissenschaftler ins Reich der Träume.
Cliff erwachte gerade wieder, als sich Abermillionen Termiten zum Angriff entschlossen. Da half nur noch die Flucht in den Jeep. Doch kaum hatten sie diesen völlig erschöpft erreicht, mußten sie feststellen, daß alle Reifen platt waren. Bevor die Termiten sie schließlich erreichen und auch ihrem Leben ein Ende setzen konnten, stoppte die Armee unvermittelt und kehrte wie von Geisterhand gelenkt mit präzisen Bewegungen zu ihrem Bau zurück.
Dennoch war den beiden Marshals klar, daß sie die Wüste ohne Auto niemals lebend würden verlassen können. Der Weg war einfach zu weit. Und das einzige noch intakte Fahrzeug war das von Kimberly Jackson. Also zurück in die Höhle des Löwen.
Völlig erschöpft, aber unverletzt erreichten sie es schließlich - nur um dort feststellen zu müssen, daß ein etwa 2m breiter Ring aus Milliarden von Termiten dieses vollständig umgab. Auch der "Sendemast" war wieder vollkommen mit geflügelten Insekten bedeckt. Erschöpft und mutlos gaben die beiden die Hoffnung auf, drehten wieder um und stolperten dabei zufällig über eines der Motorräder, das den ersten Opfern des UFOs gehörte.
Nun hätten sie fliehen können, was aber wahrscheinlich den Tod der drei Wissenschaftler bedeutet hätte. Also fuhren sie durch den Ring der Termiten mitten ins Lager. Dort wußte Cliff noch von paar Reservekanistern für den Generator, und die schnappte er sich unverzüglich. Er öffnete sie und schleuderte sie dann auf den Termitenbau. Der dritte Schuß erzeugte den erhofften Funken, und das Benzin entzündete sich in einer gewaltigen Explosion.
Als er das Bewußtsein wiedererlangte, war dort, wo zuvor der Termitenbau gewesen war, nur noch ein tiefer Krater. Was auch immer sich dort befunden haben mochte, war nun restlos zerstört. Die überlebenden Termiten verhielten sich wieder wie ganz normale Insekten.
 
18) "Bigfoot - Die lebende Legende" von Uwe Voehl
Jimmi Gimp, von Beruf Jäger, dessen indianische Familie schon seit Jahrhunderten in den Mammoth's Mountains von Kanada lebte, folgte seinem Hund auf einem seltsamen Pfad in den Wald. Dort fand er Spuren, die selbst er keinem einheimischen Tier zuordnen konnte. Irgendwie menschenähnlich mit langen Krallen, aber viel größer. Irgendwann war sein Hund weg, und er fand nur noch ein paar blutige Fellbüschel. Als er sich auf den Heimweg machte, bemerkte er, daß seine Uhr zersplittert war und er irgendwie 4 Stunden verloren hatte.
Tags darauf kehrte er zurück, denn er wollte - mußte - dieses Geheimnis lösen. Kaum war er auf dem seltsamen Pfad angelangt, blieb seine Uhr erneut stehen. Dennoch ging er weiter. Tief in den Bergen sah er dann seltsame Leuchterscheinungen am Himmel. Dann wurde er dann von einer Herde Mammuts eingekreist, die eigentlich seit Jahrtausenden als ausgestorben galten. Noch schlimmer als diese Unmöglichkeit war ihr Blick, aus dem eindeutig Intelligenz sprach. Sie schienen zu beraten, was sie mit ihm machen sollte, als Hundegebell ertönte. Jimmis Hund. Die Mammuts flüchteten in Panik, und Jimmi stand tatsächlich kurz darauf seinem Hund gegenüber. Auch in dessen Augen glomm deutlich Intelligenz - und teuflische Boshaftigkeit, so daß Jimmi den Mut verlor und auch er panisch den Weg zurückrannte, den er gekommen war.
Auch Judy und Cliff waren nun in dieser Gegend eingetroffen, die Mammoth's County genannt wurde. Grund war die Gerüchteküche, die die Sichtung eines Bigfoots ausgelöst hatte. Ein Millionär hatte für stichfeste Beweise 1 Mio $ Belohnung ausgesetzt und die gleiche Summe noch einmal, wenn ein lebendes Exemplar gefangen wurde. Hier wurden sie von Senator Campbell mit einem neuen Auftrag erwartet.
Es ging darum, daß gleichzeitig mit den Sichtungen des Bigfoots auch vermehrt Ghost Rider-Aktivitäten aufgefallen waren. Judy und Cliff erhielten den Auftrag, den Bigfoot, falls es ihn tatsächlich geben sollte, vor allen anderen Glücksjägern zu finden und an den Senator zu übergeben. Als Einstieg gab er ihnen Namen und Adresse von Jimmi Gimp, wo sie bereits als Touristen angekündigt waren. Außerdem teilte er ihnen mit, daß ihre besonderen Rechte als Marshals in Kanada selbstverständlich nicht galten.
Nachdem sie Jimmi getroffen und seine Geschichte gehört hatten, verabredeten sie sich mit ihm für den kommenden Tag, damit er sie zu dem Pfad führen solle. Zuvor machten sie noch eine Erkundungstour mit dem Motorrad und fanden ein ziemlich versteckt liegendes Gebäude, das sich Prähistorisches Institut nannte. Nicht nur die hohen Drahtzäune und das äußerst zurückhaltende Auftreten des Leiters, Dr. Lambert, gaben den beiden Anlaß dazu, dieses Institut mit Argusaugen zu begutachten.
In Wirklichkeit hatte Dr. Lambert bereits seit Wochen ein Exemplar eines Steinzeitmenschen in seinem Labor. Er war schwerverwundet aufgefunden worden und wurde nun wieder aufgepäppelt - nur um dann weitere Untersuchungen an ihn durchführen zu können. Nachdem sie herausgefunden hatten, daß der Steinzeitmensch PSI-begabt war, brachten sie eine Frau, die dessen Gedanken deutlich empfangen konnte, dazu, Dr. Lambert zu unterstützen.
So erfuhren sie, daß der Steinzeitmensch wohl mit Außerirdischen Kontakt gehabt hatte. Danach konnte er plötzlich die Gedanken seiner Sippe lesen. Die Gedanken wurden dann etwas verwirrend; jedenfalls wachte er irgendwann auf, und alles war anders. Irgendwie hatte es ihn wohl in die heutige Zeit verschlagen. In seiner Verwirrung wollte er sich selbst den Schädel einschlagen. So wurde er von Mitarbeitern des Instituts gefunden. Die junge Frau erkannte bald, daß das Institut für eine geheime Behörde arbeitete und nicht das Wohl ihres Gefangenen im Sinn hatte. Deshalb verhalf sie dem Steinzeitmenschen zur Flucht.
Cliff und Judy hatten inzwischen direkt in den Mammoth's Montains die Leiche eines Jugendlichen gefunden, der Bigfoot-Spuren nachgemacht hatte. Die Spur eines zweiten Jungen führte zu einer Spalte im Fels, doch sie verlor sich rasch im tiefer gelegenen Höhlensystem. Jimmi war jedoch ein erfahrener Fährtenleser und konnte sie weiter führen. Dabei wurden sie von einem der Bigfoot-Jäger begleitet, den Cliff nicht hatte abwimmeln können.
Bald fanden sie den Jungen und auch den Bigfoot. Dieser verletzte Cliff schwer, bevor Jimmi ihn mit dem Gewehr niederstrecken konnte. Erst dann erkannten sie, daß dies unmöglich der legendäre Bigfoot sein konnte. Dazu war er zu klein und zu wenig behaart. Vielmehr handelte es sich um einen Neandertaler. Doch jetzt mußte zuerst einmal Cliff in ein Krankenhaus gebracht werden. Judy begleitete ihn, während Jimmi den Leichnam des Neandertalers bewachte.
Kaum waren die beiden US-Marshals weg, ließ der Bigfoot-Jäger die Maske fallen und gab sich als NSA-Agent zu erkennen. Bevor er den Leichnam jedoch konfiszieren konnte, erschien plötzlich eine junge Frau in der Höhle. Scheinbar mühelos überwand sie den Willen der beiden Männer und befahl ihnen, die Höhle augenblicklich zu verlassen. Das letzte, was Jimmi wahrnahm, war ein gleißendes Licht.
Der Neandertaler wurde niemals wiedergesehen - ebensowenig die junge Frau, deren Körper offensichtlich von einem Außerirdischen übernommen worden war.
 
19) "Die Macht der Gedanken" von Jesse Custer
Bizarre Mordfälle stellten die Polizei von Miami vor ein Rätsel. Es sah so aus, als hätten sich sämtliche Organe und Muskeln der Opfer bis zum Bersten ausgedehnt. Jeremy McKay versuchte, die Morde zu vertuschen. Alle Opfer waren nämlich Wissenschaftler, die gemeinsam an einem Top-Secret-Projekt der NSA gearbeitet hatten. Doch der ermittelnde Polizist Edward Clay ließ sich nicht so schnell abspeisen und behielt eine Kopie der Ermittlungsdaten.
Inzwischen wurden Cliff und Judy von Senator Campbell mit einem anderen Fall beauftragt - einer mysteriösen Grabschändung, die zwei Besonderheiten aufwies. Zum einen wurde das Grab offensichtlich von innen geöffnet - oder genauer: aufgesprengt. Zum anderen war der Tote, Daniel Grover, ein NSA-Agent gewesen.
Jeremy McKay hatte vor einigen Monaten den nicht gerade klugen, aber paranomal begabten Daniel Grover angeworben und ihn in ein Geheimprojekt mit der Bezeichnung Projekt PP gesteckt, ohne diesen in die Details einzuweihen.
Von dem ihnen noch immer nicht näher bekannten Informanten Buzz erfuhren Cliff und Judy, daß Grover wegen seiner großen Geisteskräfte in einem Geheimprojekt eingesetzt worden war, in dem diese weiter ausgebaut werden sollten. Offenbar waren dort auch Eingriffe in sein Gehirn und den genetischen Code vorgenommen worden. Näheres zu seinem Tod gab es zwar nicht, dafür aber eine lange Liste mit zerstörtem, teurem medizinischen Gerät. Außerdem waren zwei der beteiligten Wissenschaftler in Miami unter höchst mysteriösen Umständen ums Leben gekommen; die Fälle waren jedoch überraschend schnell zu den Akten gelegt worden.
Als sie bei der Polizei nach dem ermittelnden Beamten fragten, hörten sie, daß Inspektor Clay im Krankhaus lag und der ganze Fall von Jeremy McKay übernommen worden war. Die NSA hatte die Einmischung von Clay übelgenommen und eine deutliche Warnung ausgesprochen.
In der Pathologie erfuhren sie von Dr. Hills, daß der Autopsiebericht, den die NSA vorgelegt hatte, glatt gelogen war. Die Behörde hatte ihm den interessantesten Fall seiner Laufbahn entzogen, und entsprechend war er auf sie zu sprechen. Deshalb zeigte er den beiden US-Marshals auch ein paar Fotografien der Leiche, die seine These eindeutig belegten. Der Tote war von innen regelrecht gesprengt worden, und Cliff fand, daß dies ein deutlicher Querverweis auf Daniel Grover war, dessen Grab ebenfalls aufgesprengt worden war.
Auf einen Tip von Campbell hin wandten sich die beiden an das St. Andrews Care Center. Dort lebte ein weiterer Wissenschaftler aus dem früheren Projekt PP, und Jeremy McKay war dort offenbar mit seiner Truppe aufmarschiert, um Grover abzufangen.
Während seiner Zeit im Projekt stellte Grover bald fest, daß er weniger ein Teilnehmer als eher das Projekt selbst war. Immer wieder mußte er Wissenschaftlern seine Fähigkeiten vorführen. Dann mußte er immer wieder ein seltsames Flugobjekt steuern, dessen Bedienung sich ihm scheinbar wie von selbst erschloß. Allerdings war die Informationsflut zu groß für ihn, was immer wieder zu Unfällen führte, bei denen Grover teilweise schwer verletzt wurde - was die Wissenschaftler aber nicht davon abhielt, ihn weiterzutreiben. Grover war den Männern völlig ausgeliefert.
Schließlich wurde er auf einen Operationstisch geschnallt. Die Wissenschaftler hatten herausgefunden, daß seine Versuche, das UFO zu steuern, unzulänglich waren, weil die Anzahl der Synapsen in betroffenen Bereich seines Gehirns zu gering war. Deshalb unterzogen sie ihn bei vollem Bewußtsein einer Schädelöffnung, um ihm durch ein Loch im Schädel ein Wachstumsenzym zu spritzen.
Da wurde plötzlich eine Art Ventil in Grovers Kopf frei; seine mentalen Kräfte potenzierten sich. Er schleuderte seine Peiniger davon und befreite sich von der Liege. Er zerstörte blindwütig alle Geräte, derer er ansichtig wurde, und zwang den Geist eines der Wissenschaftler in den Wahnsinn. Bald bemerkte er, daß er sich in elektrischen Leitungen ebenso bewegen konnte wie in menschlichem Geist.
Irgendwann konnte er nicht mehr weiter; eine Flucht schien unmöglich. Deshalb versetzte er seinen eigenen Körper in eine komatöse Todesstarre, die nicht einmal die Ärzte als solche erkannten, weshalb sie ihn schließlich für tot erklärten. Schließlich erwachte Grover wieder in seinem Grab, befreite sich und machte sich auf, um sich an seinen Peinigern zu rächen - an allen bis hin zu McKay, dem er sein Schicksal ja zu verdanken hatte.
Dabei hatte er seine Kräfte jedoch nicht mehr völlig im Griff. Seine paranormalen Sinne waren permanent auf Empfang geschaltet, so daß er alles mitbekam, was die Menschen seiner Umgebung dachten. Es war wie permanenter Lärm, der sich nicht mehr ausschalten ließ. Als er die psychiatrische Klinik erreichte, in der der Wissenschaftler untergebracht war, steigerten sich seine Qualen noch weiter.
Doch McKay war schon da und wollte gerade mit dem Patienten die Klinik verlassen. Grover ließ sich jedoch nicht aufhalten. Zuerst entledigte er sich mit mentalen Kräften der bewaffneten NSA-Sicherheitsbeamten. Dann wandte er sich dem Verwirrten zu, denn McKay sollte alles bis zum Schluß beobachten. Doch dieser riß geistesgegenwärtig seine Pistole hoch und verwundete Grover. Als dieser zurückschlagen wollte, traf er auf McKays geistige Barriere. Dieser geistige Zweikampf dauerte an, bis Cliff und Judy eintrafen und den verstörten Wissenschaftler retteten.
Inzwischen waren einige der NSA-Männer wieder erwacht und stellten sich Grover nun ebenfalls zum Kampf - einem Kampf des Geistes, zu dem sie ausgebildet worden waren. Jeder für sich genommen hätte keine Chance gehabt, aber zusammen waren sie eine echte Herausforderung. Chancenlos zwar, aber amüsant für Grover - wenn da nicht die zunehmenden Schmerzen gewesen wären. Sein Gehirn schien sich unter der Anspannung ausdehnen zu wollen. Und auch seine Organe und Muskeln schienen plötzlich zu wachsen... zu explodieren.
Grover war tot und die NSA-Männer schwer angeschlagen, als endlich die örtliche Polizei eintraf. Mit ihnen brachten Judy und Cliff den Wissenschaftler in Sicherheit, bevor McKay eingreifen konnte. Trotz seiner Verwirrung sprach er noch von einem Raumschiff und einem Projekt PSI-Pilot, bevor er seinen schweren Hirnverletzungen schließlich erlag.
 
20) "Viren-Alarm!" von Carter Jackson
In einem kleinen Örtchen namens Willowdale beging das Gaunerpärchen Harry und Meggy einen Banküberfall. Eigentlich eine recht unspektakuläre Angelegenheit, wenn die Bewohner des Ortes nicht überraschend aggressiv reagiert hätten. Den beiden blieb schließlich nichts anderes übrig, als eine Geisel zu nehmen und zu flüchten.
Doch nichts lief an diesem Tag so wie geplant. Je weiter sich die Gangster von Willowdale entfernten, desto schlechter ging es der Geisel, die Breaker hieß. Geschwüre bildeten sich in Minutenschnelle auf der Haut des Mannes, bis er schließlich kollabierte. Die beiden warfen ihn deshalb rasch aus dem Wagen und rasten davon. Eine Polizeistreife fand den Schwerverletzten, wurde aber von ihm angegriffen. Die Beamten hatten keine andere Wahl, als ihn zu erschießen. Harry und Meggy wurden nur wenig später an einer Straßensperre erschossen.
Der Notarzt brachte Breakers Leiche mit ins Krankenhaus, da sie vermutlich obduziert werden würde. Als der Arzt kurz darauf während einer Darmoperation einer Patientin völlig sinnlos Nieren und Milz entfernte, zeichnete sich ab, daß die Sache wohl noch lange nicht ausgestanden war.
Für Senator Campbell schien der Zwischenfall mit dem Arzt Grund genug gewesen zu sein, seine beiden US-Marshals im Sonderauftrag auf den Fall anzusetzen. In der Klinik angekommen erfuhren sie zwei Dinge. Der Arzt war nicht irgendwie durchgedreht oder verwirrt, sondern hatte der Patientin mit voller Absicht die Organe entfernt und seine Kollegen sogar bedroht, als sie diese wieder einsetzen wollten. Das zweite war, daß der Arzt die Nacht wohl nicht überleben würde. Er war ins Koma gefallen, und auf seinem Gesicht bildeten sich häßliche Geschwüre. Alle Testergebnisse zeigten, daß das, woran der Mann litt, nicht ansteckend war. Irgendwann erwachte der Arzt kurz und schrie immer wieder laut: "...zu weit weg... von daheim..." Dann zerplatzte sein Gesicht, und er starb.
Aufgrund dieses Zwischenfalls - und weil mit Breaker dasselbe passiert war - wurden beide Leichname sofort unter Quarantäne gelegt. Irgendwie schien eine Übertragung doch möglich zu sein, auch wenn völlig unerklärbar blieb, auf welche Weise. Die Blutuntersuchung Breakers erbrachte dann einen ebenso überraschenden wie erschreckenden Befund. Sein Blut war regelrecht übersät mit einem aller Anschein nach anorganischen Virus, der so klein war, daß man ihn erst unter dem Röntgenmikroskop entdeckt hatte.
Dieser Virus, so unglaublich es klang, vervielfachte die Zahl der weißen Blutkörperchen und erhöhte dadurch die körperliche Resistenz des Körpers um ein Vielfaches. Außerdem wurde gleichzeitig die körperliche Leistungsfähigkeit ganz erheblich erhöht. Allerdings gab es offenbar keinen Mechanismus, der die Vermehrung der weißen Blutkörperchen wieder stoppte, so daß der Körper über kurz oder lang daran sterben mußte. Die Vermutung wurde laut, daß die Infektion über direkten Blutkontakt erfolgte.
Als kurz darauf der Pathologe zu toben begann, mußten die beiden US-Marshals feststellen, daß von den Viren befallene Menschen wirklich starke Gegner waren, denn der Arzt war schier unaufhaltsam. Erst als sich sein Gesicht mit Geschwüren auszubeulen begann, kehrte für einen Moment das klare Denken zurück und der Pathologe sprang aus dem Fenster.
Senator Campbell beauftragte das Seucheneinsatzkommando, der Krankheit auf den Grund zu gehen. Bis die Männer eintrafen, wollten Cliff und Judy die Quelle der Seuche ausfindig machen. Breaker war der erste gewesen, bei dem man die Viren entdeckt hatte. Also brachten sie seine Adresse in Erfahrung und machten sich nach Willowdale auf.
Dort erlebten sie aber eine Überraschung. Niemand schien Breaker zu kennen; selbst die Meldebücher wiesen seinen Namen nicht aus. Doch die offenkundige Ablehnung, auf die sie trafen, und der eine oder andere Hinweis machten deutlich, daß man sie anlog. Was wollte man vertuschen? Wußte man hier von dem Virus? War aus den Worten der Infizierten, daß sie zu weit weg von Daheim wären, etwa darauf zu schließen, daß der Virus harmlos war, wenn man sich nicht aus Willowdale entfernte? War dies eine Art Sicherheitsfunktion, weil der Virus noch im Teststadium war?
Da sie Breakers Adresse hatten, machten sie sich zu seinem Haus auf und entdeckten dort sein Tagebuch. Anfang letzten Jahres raste eine Grippeepidemie durch Willowdale, die mehrere Menschen an den Rand des Todes brachte. Doch wurden alle durch ein Serum, das ihnen nach Aussage des Sheriffs von einem anonymen Spender geschenkt worden war, innerhalb einer Nacht völlig geheilt. Dafür nahm man die kleine Nebenwirkung, daß alle ein wenig griesgrämiger wurden, gerne hin.
Auch Breaker fühlte die Aggression in sich, wie ein Pulverfaß, das auf einen umherfliegenden Funken wartete. Dafür nahmen bei ihm aber bald Ausdauer und physische Kondition zu, wie er es noch nie verspürt hatte. Zweimal im Monat kamen der Sheriff und der örtliche Arzt Dr. Pike vorbei, um ihm zur Vorsorge Blut abzunehmen. Dies geschah offenbar bei allen Einwohner des Ortes, was Breaker doch seltsam vorkam.
Als Breaker eines Tages einen Besuch im Nachbarort machen wollte, mußte er feststellen, daß all seine neugewonnene Kraft schier aus ihm herauszufließen schien. Dazu kamen immer stärker werdende Kopf- und Gliederschmerzen, die ihn schließlich dazu bewogen, wieder umzukehren. Kaum war er zurück in Willowdale, fühlte er sich wieder so gesund wie tags zuvor. Seither hatte er den Ort nicht mehr verlassen.
Als Cliff und Judy das Haus Breakers wieder verlassen wollten, wurden sie von praktisch der gesamten Stadtbevölkerung erwartet. Am Hintereingang erschien der Sheriff und feuerte aus seiner Schrotflinte ohne Vorwarnung auf die beiden Marshals. Cliff konnte rechtzeitig ausweichen, und ein heftiger Schlag auf den Hinterkopf setzte den Ordnungshüter des Ortes schachmatt. Dann flohen sie durch den Garten, von einem tobenden Mob verfolgt, der sein Geheimnis schützen wollte.
Kurz entschlossen knackte Cliff einen Landrover, und mit dem Geländewagen schossen sie davon. Notgedrungen mußte er dabei ein paar der Einwohner überfahren, doch diese standen direkt nach dem Zusammenstoß gleich wieder auf. Schließlich verließen die beiden Willowdale und fuhren in Richtung Norden davon. Eine Verfolgung mußten sie ja nicht fürchten.
Doch sie hatten sich zu früh gefreut, denn ihnen kam der Deputy mit dem Polizeiwagen entgegen und rammte sie, so daß beide Fahrzeuge nunmehr Schrott waren. Sie hatten die Wirkungsgrenze des Virus' wohl doch noch nicht erreicht. Der Deputy konnte ihnen nach einem Treffer aus der Pumpgun, die Cliff im Landrover gefunden hatte, nicht weiter gefährlich werden. Aber da tauchte der Sheriff wieder auf und schoß Cliff an. Doch Judy schoß zurück und verwundete den Angreifer schwer.
Dann versuchte sie ein Psychospiel. Sie schilderte dem scheinbar Unsterblichen, daß Breaker auch durch eine Kugel den Tod gefunden hatte, und nun würde der Sheriff ebenso daran zugrundegehen. Plötzlich wurde der Mann doch unsicher, und die mögliche Hilfe durch die beiden Fremden ließ ihn darüber sprechen, was wirklich passierte. Allerdings kam er damit nicht weit, konnte nur von einem Projekt reden, für das er ausgewählt worden war. Dann verzog sich sein Gesicht; er entriß Cliff den Revolver und erschoß sich selbst.
Nach diesem Vorfall verließen die beiden endgültig Willowdale und informierten Campbell. Kaum zwei Stunden später war Willowdale von Nationalgarde und Seuchenschutzkommando völlig abgeschirmt. Es dauerte nicht lange, und ein Antiserum gegen den Virus war entwickelt. Die Hintergründe wurden jedoch nie aufgedeckt.
 
21) "Der Abgrund" von Uwe Voehl
Die junge Ärztin Barbara Truß verfügte seit dem heutigen Morgen plötzlich über die Gabe, bei allen Menschen allein durch einen Blick ins Gesicht alle Krankheiten und deren Ausbreitung und Gefährlichkeit zu diagnostizieren. Diese Gabe wurde ihr von einem Mann in einem schwarzen Anzug verliehen, der sie mittags aufsuchte. Bei ihm funktionierte ihre Fähigkeit nicht.
An einem anderen Ort entdeckte ein Archäologe ein derart riesiges und fremdartiges Skelett aus der Urzeit, daß ihn der Fund berühmt machen würde. Auch ihm erschien der Mexikaner in schwarzem Anzug. So ähnlich ging es auch einem kürzlich berühmt gewordenen Schriftsteller.
Ein Zusammenhang mit ihrem neuen Fall war Cliff und Judy bisher noch nicht bewußt. Sie waren nach Kalifornien geschickt worden, weil sich bei einigen New-Age-Gruppen und UFO-Gläubigen in den letzten Wochen die Selbstmordrate drastisch erhöht hatte. Der Senator hatte schon vor zwei Monaten einen seiner eigenen Leute auf den Fall angesetzt, aber dieser hatte sich vor zwei Tagen auf offener Straße selbst erschossen.
Garcia hatte die letzte Zeit in einer Hippie-Kommune außerhalb von San Diego verbracht, und die beiden US-Marshals machten sich umgehend dorthin auf den Weg. Dort war man nicht gerade gut auf Garcia zu sprechen, denn er hatte eine Frau geschwängert und war dann mit der Haushaltskasse abgehauen. Auch Judy und Cliff begegnete man sehr feindselig. Einzig die Aussage des Sprechers, daß die Menschen von den beiden US-Marshals geträumt hätten, war irgendwie verdächtig. - und natürlich die Aussage, daß diese Träume das einzige waren, was Garcia nicht von ihnen bekommen hätte.
Von Garcias ehemaliger Freundin im Camp erfuhren sie, daß die Menschen dort seit Jahren mit praktizierender Traumerfahrung experimentierten. Garcia hatte sich ihnen angeschlossen, aber diese Form des Träumens konnte süchtig machen, wenn man die natürlichen Grenzen nicht einhielt, und das hatte Garcia nicht getan. Insbesondere, seit er von Fernando Guez gehört hatte.
Dieser war so etwas wie der Guru der Gemeinschaft gewesen und hatte die Grenzen, hinter denen der Geist sich verwirren konnte, bewußt überschritten. Garcia folgte diesen gefährlichen Traumpfaden, und eines Tages war er verschwunden. Von ihrer Ghost Rider-CD erfuhren sie kaum etwas über diesen Fernando Guez. Der Mexikaner war kurzzeitig observiert worden und regelmäßiger Besucher des Dream Research Centers gewesen. Mangels anderer Hinweise machte sich Judy zu diesem Institut auf, während Cliff die Selbstmordfälle untersuchte.
Cliff hatte bald mehr Erfolg als beabsichtigt, denn es gab weitere Fälle. In dem Camp, in dem sie am Morgen gewesen waren, hatte es einen Massenselbstmord der Bewohner gegeben. Hier ging es für Cliff aber auch nicht weiter. Doch andernorts wurde ein 18jähriges Mädchen beerdigt, das ebenfalls Selbstmord begannen hatte. Von ihren Eltern erfuhr Cliff, daß Fernando Guez sie mit seiner Traumsucht völlig abhängig gemacht hatte. Als er sie dann fallenließ, brach sie völlig zusammen, hatte nur noch Alpträume und brachte sich schließlich um.
Judy hingegen war in dem Institut tatsächlich auf den gesuchten Fernando Guez getroffen, der hier offenbar der Chef war. Sie hatte sich einen ausgedachten Traum zurechtgelegt, doch von der Stimme des Mannes wurde sie regelrecht hypnotisiert. Was sie ihm genau erzählte, wußte Judy nachher nicht mehr zu sagen, doch Guez erschien sehr zufrieden und sagte, daß er sie bereits erwartet hätte. Bevor sie etwas dagegen tun konnte, nahm Guez sie dank seiner starken Geisteskräfte mit auf die verbotenen Pfade, weil er sie für herausragend begabt hielt.
Als sie aus schrecklichen Träumen wieder erwachte, erklärte der Guru ihr, daß es keine echten Träume waren. Vielmehr hatte ihr hochtalentierter Geist eine andere Realität gesehen, die auch aus Lovecrafts Universum hätte stammen können. Guez war sehr zufrieden und wollte an einem anderen Tag mit ihr weiterarbeiten. Judy schlich kurz nach Verlassen seines Büros wieder zurück und belauschte ihn und seinen Assistenten. Sie schien seiner Meinung nach wirklich ungewöhnlich begabt zu sein und eine starke Verbindung zu den "Fremden" zu haben. Mit ihrer Hilfe wollte er das Rätsel lösen, das ihre Träume umgab. Doch er hatte auch erkannt, daß Judy nicht die war, die zu sein sie vorgegeben hatte.
Guez spürte, daß ihm die Zeit davonlief. Er hatte die ersten drei fähigen Träumer, Dr. Truß und beiden Männer, zwar bereits zu sich gebracht, doch sie waren noch nicht bereit. Und irgendwer schien ihm nachzuspüren. Er hatte gedacht, mit der Beseitigung Garcias endlich Ruhe zu haben, aber diese Davenport und ihr Partner, von dem sie geträumt hatte, waren ihm auf der Spur. Und wer wußte schon, wer noch? Die Gefolgschaft auf der Farm hätte ihn sicherlich bald unabsichtlich verraten, und deshalb blieb nur, sie kollektiven Selbstmord verüben zu lassen.
Deshalb beeinflußte er die drei Träumer nun suggestiv, ebenso wie die Davenport, der er nur vorgegaukelt hatte, daß sie das Center gestern verlassen hatte, und wollte nun heute nacht versuchen, die Spur zu jener fremden Macht zu finden, die ihre Träume kontrollieren konnte. Um nicht gestört zu werden, machte er zuvor Cliff ausfindig und verpaßte diesem einen Suggestiv-Block, der die Gedanken an Judy immer wieder wegdriften ließ und ein paar zusätzlich Überraschungen für diesen parat hielt.
Guez brauchte die vier, um den letzten der geheimen Pfade zu betreten, die ihm selbst verschlossen waren. Er fuhr mit ihnen zum atlantischen Ozean, wo seine Kräfte störungsfrei wirken konnten, und mit Hilfe der vier gelang es ihm, den Pfad in seinen Träumen, die er bewußt steuern konnte, tatsächlich selbst zu erreichen. Die alptraumhafte Umgebung berührte ihn dabei nicht, da er seine Ängste verdrängen konnte. Bald stand er mehreren fremden Gestalten gegenüber, und er jubilierte, wähnte er sich doch am Ziel seiner Träume. Judy war die einzige, die diese Gestalten kannte. Sie war ihnen begegnet, vor rund einem Jahr, als ihre Erinnerung gelöscht wurde. Seither fehlten ihr einige Stunden.
Guez sprach die Fremden an, deren freundliches Gebaren sich plötzlich änderte, als sie bemerkten, daß er wach war und bewußt Kontakt mit ihnen aufnahm. Jemand mit solchen Fähigkeiten war eine Gefahr für sie, und deshalb nahmen sie ihn mit in ihre parallele Realität des Horrors.
Die anderen wurden mit freundlichen Gedanken eingelullt, und ihnen wurde die Erinnerung an die Geschehnisse genommen. Nur Judy behielt einen Hauch von einem Gefühl zurück, als die Fremden über ihren Bauch streichelten und darüber sprachen, daß es bald soweit sei.
 
22) "Der Werwolf" von Carter Jackson
In der South Bronx von New York verschwinden immer wieder obdachlose Menschen. Das war schon lange so und störte eigentlich niemanden. Aber als in kleine Teile zerrissene Leichen auf einem Schrottplatz entdeckt wurden, machte dies schon ein wenig Wirbel. Insbesondere, wenn man bedachte, daß es dort viele hundert Ratten gab - und die Leichenteile von diesen nicht angetastet worden waren. Die ersten Untersuchungen ergaben, daß wohl ein Tier die Opfer zerrissen hatte.
Unsere beiden US-Marshals waren gerade in der Stadt und auf den Fall aufmerksam geworden. Obwohl ein Serienkiller oder Tote durch Raubtiere eigentlich nicht in ihren Fachbereich fielen, sprachen ein paar der Indizien doch dafür, daß möglicherweise mehr dahintersteckte. Deshalb entschlossen sie sich, ein wenig tiefer in der Sache zu stöbern.
Einem glücklichen Zufall verdankten sie es, daß sie einen Obdachlosen trafen, der alle oder doch zumindest die meisten der Opfer gekannt hatte. Von ihm erfuhren sie, wann der erste von ihnen verschwunden war, sowie auch den Namen von einem weiteren, der möglicherweise etwas mehr wußte. Dabei hätten sie beinahe den Mörder gesehen, als dieser ihren Informanten kurz nach dem Gespräch tötete. Auch ein Sozialarbeiter, der fast alle Obdachlosen hier kannte, konnte ihnen außer einer Liste mit den Namen der Verschwundenen nicht weiterhelfen.
Von dem zweiten Informanten namens Willy Sullivan bekamen sie die Beschreibung und einen Teil des Kennzeichens eines Wagens, der immer in den Nächten auftauchte, wenn ein Obdachloser verschwand. Die Überprüfung der Angaben ergab, daß in New York 11 in Frage kommende Wagen zugelassen waren - und einer davon gehörte dem ihnen bekannten Sozialarbeiter Ernest Gregory.
Mit den Vorwürfen konfrontiert, wurde der Sozialarbeiter übergangslos aggressiv und hätte die beiden Marshals beinahe tätlich angegriffen. Der Rauswurf, den er ihnen verpaßte, war tatsächlich die letzte Stufe vor Handgreiflichkeiten.
Die Untersuchung der Toten hatte inzwischen einige Neuigkeiten gebracht. Als Tatwaffe kamen nur Krallen, Klauen oder Reißzähne in Betracht. Speichelreste an den Wunden ihres Informanten bewiesen eindeutig, daß der Täter ein Mensch und kein Raubtier war. Und ein paar gefundene Haare wiesen Gene von einem Polarwolf auf. Einige seiner Gene waren aber eindeutig menschlich. Handelte es sich um ein Zwitterwesen oder um eine seltene Krankheit, wie bei den Vampiren vor rund einem Jahr?
Als der Mann, der zur Observierung von Gregory abgestellt worden war, ebenfalls von der Bestie getötet wurde, brachen die beiden Marshals kurzerhand in Wohnung des Sozialarbeiters ein und fanden eine große Menge Drogen. Offenbar hatte dieser die South-Bronx, wo sich Polizisten nur selten blicken ließen, zu seinem Stützpunkt gemacht und verscherbelte dort seine Drogen an zahlungskräftige Kunden. Das machte ihn zwar zu einem Verbrecher, aber noch nicht zum gesuchten Mörder.
Dennoch machten sie sich sofort auf die Suche nach ihm und fanden sein Auto bei dem Schrottplatz, auf dem die Leichenteile gefunden worden waren. Während der Suche hörten sie einen grausigen Todesschrei, und als sie in diese Richtung liefen, knickte Judy um. Cliff fand die geköpfte Leiche von Ernest Gregory und wurde sogleich von der Bestie angefallen. Er hatte keine Chance, und wäre nicht genau in diesem Moment Professor Stanley Collins aufgetaucht, der die Bestie erschoß, wäre es um Cliff geschehen gewesen.
Der berühmte Zoologe und Wolfsforscher, der auch die Haaranalyse der bei den Toten gefunden Haare durchgeführt hatte und dem die beiden Marshals schon bei der Vampir-Sache begegnet waren, war diesem "Mann" schon seit Jahren auf der Spur gewesen. Diese zog sich seit den 80ern durch die verschiedenen Staaten der USA. Nun endlich war er gestellt. Es handelte sich um Willy Sullivan, den Obdachlosen, der sie auf die Spur des Sozialarbeiters geführt hatte.
Als sie später dessen Bretterbude untersuchten, fanden sie ein paar alte Dokumente. Willy Sullivan hieß in Wirklichkeit Vasili Dvorcak und kam aus St. Petersburg, wo er 1744 geboren war. Ein Genuntersuchung bewies, daß seine DNA mit der bei den Toten gefundenen übereinstimmte - aber bei Dvorcak konnte keinerlei tierische DNA festgestellt werden.
 
23) "Das Netz der Astronauten" von Carter Jackson
In einem geheimen Forschungslabor der NSA mußte der ehemalige Astronaut James Woodward seit einem halben Jahr seine Zeit damit verbringen, den Abschaum der Menschheit telepathisch auszuhorchen, und dabei seine eigenen Fähigkeiten verbessern. Hierbei wurde er vom Leiter des ESPER-Zentrums, Dr. Körber, beaufsichtigt. Seit er auf McKays Vorschlag eingegangen war, auf diesem Weg der Anklage für den Mord an seiner Frau zu entgehen, war er nun hier.
Nun saß er einer 27jährigen, offenbar schizophrenen Frau namens Stephanie Dale gegenüber und sollte herausfinden, was die Ursache für ihre Krankheit war. Stephanie Dale war nach dem Tod ihrer Eltern bei ihren Großeltern aufgewachsen. Als diese ermordet wurden und die damals 17jährige verschwunden blieb, galt sie als weiteres Opfer des Killers. Bis die NSA sie zufällig entdeckt und hierher gebracht hatte.
Mit den typischen Kopfschmerzen, die ihn immer noch quälten, wenn er in den Geist einer anderen Personen eindrang, ging es schließlich los, und Woodward erfuhr die Geschichte der kleinen Stephanie. Ihre Großeltern machten die 7jährige für den Tod ihrer Tochter verantwortlich und quälten sie für die allerkleinsten Verfehlungen schier unmenschlich. Dazu kam noch, daß sich ihr Großvater an dem kleinen Mädchen verging, sooft es ihm nur möglich war, und sie später als Jugendliche sogar auf den Strich schickte.
Der Geist des Mädchens war den Martyrien nicht gewachsen und floh in die Schizophrenie. Jedesmal, wenn sie wieder Unglaubliches erdulden mußte, bildete sich eine neue Persönlichkeit, die damit besser klarkam. Irgendwann, als Stephanie 17 war, bildete sich Daphne, die Grausame. Diese tötete ihre Großeltern, und als schließlich Stephanie wieder die Oberhand erhielt, lief sie geschockt davon.
Irgendwie war bei dieser telepathischen Verbindung alles anders gewesen als sonst. Woodward hatte die Geschehnisse nicht nur beobachtet - er war Stephanie selbst in all ihren Persönlichkeiten gewesen. Betroffen machte er sich auf den Weg zu seinem Zimmer, als es in seinem Kopf plötzlich Klick zu machen schien. Von einem Moment auf den anderen war er sich bewußt, daß er nichts lieber täte, als dieses Labor und die NSA augenblicklich zu verlassen - egal, welche Konsequenzen dies für ihn hätte. Und er wußte auch schon ganz genau, wo er hingehen würde. Nach Houston, Texas. Daß alle seine Astronauten-Kollegen vom letzten ENDEAVOUR-Flug in diesem Moment genau das Gleiche empfanden, wußte natürlich keiner von ihnen.
Nach dem, was Woodward in Stephanies Geist gesehen hatte, wollte er sie nicht hier zurücklassen, und so flohen sie gemeinsam. Dabei stellte er fest, daß sie genausoviel über ihn zu wissen schien wie er über sie. War die mentale Durchleuchtung zweigleisig abgelaufen?
Als die Polizistin Harriet "Dirty Harry" Martineau von der Ehefrau eines der verschwundenen Astronauten um Hilfe gebeten wurde, erinnerte sie sich an die beiden US-Marshals Cliff Conroy und Judy Davenport und bat wiederum diese um Unterstützung.
Bald fanden sich erste Hinweise. In der Klapperschlangenschlucht, also dort, wo sich der Astronaut Tim Lattinger vor einem halben Jahr in den Tod gestürzt hatte (obwohl seine Leiche bis heute nicht gefunden werden konnte), wurde die Leiche eines Naturfreundes entdeckt, der dort seit ebenfalls etwa sechs Monaten lag. Überraschend war, daß er vor etwa einem Monat mit seiner Kreditkarte eine Lagerhalle im Hafen Houstons gemietet hatte. Offenbar hatte sich sein Mörder seiner Kreditkarte bedient, und die zeitliche Übereinstimmung mit Lattingers Verschwinden war einfach zu prägnant, um diesem Hinweis nicht nachzugehen.
In der Lagerhalle fanden sie, in mit Nährflüssigkeit gefüllten Röhren und mit einem riesigen Computer verbunden, die vermißten Menschen... unter ihnen auch Tim Lattinger. Sie schienen mit jeder Sekunde in diesem Gebilde zu altern, als ob die Flüssigkeit ihnen die Lebenskraft entzog. Dies galt für alle außer Lattinger, der kerngesund schien. Da sonst niemand in der Halle war, sahen sie sich um.
Sie fanden interne NASA-Unterlagen über die Marsmission Pathfinder, die für den kommenden Sommer geplant war. Und sie fanden Stephanie, die sich inzwischen in Woodward verliebt hatte und auch jetzt noch geistig mit ihm in Verbindung stand. Dieser wünschte sich, daß Cliff und Judy rasch gehen sollten, denn die Mission war bald vollendet. Doch als Judy Stephanie erklärte, daß damit auch Woodward wegen des Alterungsprozesses sterben würde, bot diese ihre Hilfe an.
Es gelang Stephanie, mit ihrem Geist in das Netzwerk menschlicher Gehirne und des Computers einzudringen, die die Mission Pathfinder sabotieren wollten. Das reichte schon, um dieses filigrane geistige Netz zu zerstören. Alle Astronauten erwachten nach und nach, bis auf Tim Lattinger, der offenbar allein zu vollenden versuchte, was sie zusammen begonnen hatten. Dabei alterte nun sein Körper um so rascher, und schließlich gab es eine Entladung, die die ganze Apparatur zerstörte.
Ein Teil der ihnen entzogenen Lebensenergie war offenbar zurückgeflossen - die Astronauten waren zwar immer noch älter als tags zuvor, aber keine Greise mehr. Die Menschen waren kaum aus dem Lagerhaus geflüchtet, als dieses schon in einer gewaltigen Explosion zerbarst. Bevor sie nun endgültig verschwinden konnten, tauchten Agenten von McKay auf und nahmen den entflohenen Woodward wieder in Gewahrsam.
 
24) "Aus tiefsten Tiefen" von Andreas Schröter
Der St.-Viktor-Graben war dazu auserkoren worden, um in ihm einen neuen Tiefenrekord mit einer Tauchkugel aufzustellen. Doch bevor der Meeresgrund auch nur annähernd erreicht worden war, wurde die Kugel plötzlich von irgendetwas allmählich abgebremst, und die Stahltrossen hingen durch. Bei dem ebenso plötzlich gestörten Funkverkehr zur Kugel konnte ebenfalls keine Ursache ausgemacht werden.
Auch das Hochziehen ging wesentlich schwieriger, als es sein durfte. Als ob entweder das Gewicht an den Stahltrossen zugenommen hätte - oder als ob die Kugel aus einer zähen Masse herausgezogen werden mußte. Als sie schließlich geborgen war und das Schiff sich gerade noch vor einem aufziehenden Unwetter in Sicherheit bringen wollte, wurde die Kugel immer noch wie eine Boje auf hoher See durchgeschüttelt. Für einen kurzen Moment sah der Kapitän etwas, das sich an der Kugel festgehalten hatte, dann driftete das Ding in die Tiefen des Meeres davon. Eine spätere Untersuchung zeigte, daß auf der Unterseite der Tauchkugel alle Anbauten abgerissen waren und die Kugel selbst viele Dellen und Beulen aufwies, die nicht erklärt werden konnten.
Cliff und Judy waren von Senator Campbell an den Atlantik in Urlaub geschickt worden. Als sie in der örtlichen Zeitung von seltsamen Zwischenfällen lasen, wurde ihr detektivischer Instinkt wach. Zum einen waren in den letzten Tagen sechs Hai-Kadaver angespült worden, deren Körper unerklärlich zerfetzt gewesen waren. Zum anderen hatte man in 30 m Tiefe eine vermißte Segelyacht entdeckt, die ein Leck im Rumpf hatte, das eindeutig von außen zugefügt worden war. Von dem ebenfalls vermißten Pärchen wurde nur der Mann tot aufgefunden - und dieser war offenbar unter Wasser von irgendetwas regelrecht zerquetscht worden.
Die vermißte Frau namens Jenny Liggers tauchte tags darauf bei einer meeresbiologischen Unterwasserstation 70 m unter der Wasseroberfläche auf. Nicht nur ihr auf geistige Verwirrung schließendes Verhalten ließ die Forscher stutzig werden, sondern insbesondere die Tatsache, daß ihre Sauerstoffflaschen unten verbeult, eingerissen und deshalb voller Meerwasser gelaufen waren. Wie sie bis hierher hatte tauchen können, war völlig unklar.
Als die Wissenschaftler versuchten, ihr ein Beruhigungsmittel zu spritzen, bewertete die Frau dies scheinbar als Angriff und wehrte sich. Mit übermenschlichen Kräften brach sie dem einen Mann das Genick und tötete schließlich einen nach dem anderen. Nur Samuel Stehen kam davon, denn er war durch ihre erste Attacke bewußtlos geworden, und Jenny hatte sich nicht weiter um ihn gekümmert. Als er seine toten Kollegen fand - und insbesondere eine gallertartige Masse, die einem von ihnen aus dem Mund dann ganz allein aus der Kabine kroch - machte er sich auf, um durch die Schleusenkammer zu fliehen.
Doch Jennys Anwesenheit und vielleicht auch das Stück Gallerte, das in ihren Tauchanzug kroch, machten irgendetwas mit der Elektronik, so daß er die äußere Schleusentür nicht mehr öffnen konnte. Wenigstens konnte er noch den automatischen Notruf aktivieren. Dieser wurde von der Küstenwache empfangen, wo auch Judy und Cliff sich gerade über die seltsamen Vorkommnisse erkundigt hatten.
Jenny wußte genau, daß der Mann in der Schleuse ihr Feind war und sterben mußte. Doch der Weg dorthin war ihr versperrt. Also suchte sie eine Alternative und fand sie bald. In der Schleuse befand sich eine Dusche, mit der man sich das Salzwasser abwaschen konnte. Diese war mit dem Wasserkreislauf der Unterwasserstation verbunden. Deshalb löste sich aus ihrem Rachen ein großer Brocken der Gallertmasse, kroch in den nächsten Wasserhahn und floß dann langsam durch die Brause in der Schleuse in diese hinein, wo er sich Samuels annahm.
Cliff und Judy ließen es sich nicht nehmen, sich den Tauchern des Rettungsteams anzuschließen. Dort trafen sie bald auf Jenny und Samuel. Dieser erklärte ihnen, daß alle außer ihnen beiden bei einem plötzlichen Druckabfall ums Leben gekommen waren. Jenny und er selbst hätten sich in dieser Zeit zufällig in der Schleusenkammer befunden und nur deshalb überlebt. Die Toten hatten sie in den Kühlraum gebracht. Jenny hatte er aus einem Schlauchboot gerettet und in die Station gebracht.
Cliff schien diese teilweise schier haarsträubende Geschichte zu glauben und fuhr Judy in die Parade, als sie ihre Zweifel anmeldete. Schließlich zog der Rettungstrupp wieder ab. Jenny und Samuel blieben auf eigenen Wunsch hier. Cliff schloß sich ihnen an. Da Judy äußerst mißtrauisch geworden war - insbesondere wegen des seltsamen Verhaltens ihres Partners - blieb sie ohne Wissen der drei ebenfalls auf der Station.
Bald hatte Judy einen Videorekorder entdeckt, mit dem ständig Außenaufnahmen gemacht wurden. Dort fand sie ein Band mit Aufnahmen, wie Jenny an Bord der Station gekommen war - mit eigenem Taucheranzug. Danach war die Aufnahme gestoppt worden. Warum hatte Samuel gelogen?
Um Cliff zu warnen, verließ sie die Zentrale und fand bald darauf den bewußtlosen Körper von Samuel. Sie rannte weiter und fand die beiden Gesuchten in einer Kabine, deren Wände blutbespritzt waren. Dort saß die fast nackte Jenny auf Cliff und war dabei, diesen zu erdrosseln.
Judys Karateschlag auf den Hals ließ Jenny zwar vom Bett fallen, richtete aber weiter keinen Schaden an. Die Frau ließ von Cliff ab und wandte sich nun Judy zu. Diese erkannte, daß sie es nicht mehr mit einem Menschen zu tun hatte - an den gallertartigen Augen ohne Iris und Pupillen. Die unglaubliche Selbstsicherheit, mit der diese nun auf Judy zugeschritten kam, ließ bei ihr alle Alarmglocken aufschrillen, doch es war bereits zu spät.
Jennys Augen platzten auf, und die Gallertmasse sprang auf Judy zu und hielt sie fest, während sie in ihren Mund kroch. Plötzlich konnte Judy die Gedanken des fremden Wesen verstehen. Eine große Kugel hatte es getroffen und mit sich gezerrt, ohne daß es sich befreien konnte. Es war hinauf an die Wasseroberfläche gezogen worden, die dem Wesen fremd und unheimlich war. Dann wurde es von anderen Wesen angegriffen, die es fressen wollten, und es verteidigte sich. Als ein weiteres Wesen es berührte und ihm Schmerzen verursachte, suchte es eine andere Lösung seines Problems. Es nistete sich in diesem Wesen ein und machte sich dessen feste Substanz zunutze.
Im Körper der Frau vernichtete es verräterische Spuren (deren Partner und das Schiff). Dann machte es sich auf - zurück in seine eigene Welt. Zufällig traf es auf die künstlich erschaffene Station. Die dortigen Wesen wollten ihm wehtun, und wieder mußte es sich wehren. Aber es kamen immer mehr seiner Feinde, und es gelang ihm nur mit Mühe, diese zu täuschen.
Einer blieb zurück, der irgendeinem unbekannten Einfluß von Jenny unterlegen war. Als es sich dieses Problems entledigen wollte, tauchte schon wieder eine andere Frau auf. Das Wesen entschloß sich diesmal, diese auch zu übernehmen, um mehr über seine Feinde zu erfahren. Deshalb kroch es in sie hinein... und fand dort etwas, das nicht zu Judy gehörte - von dem sie selbst nichts wußte. Es war fremd, bereitete Schmerzen und zwang das Wesen, Judy sofort wieder zu verlassen.
Judy war wieder frei, doch geschockt von den fremden Gedanken. Sie erinnerte sich an ihre Bauchschmerzen vor neun Monaten und die kleine Narbe, die zurückgeblieben war. Nun floh der Angreifer vor etwas, das in ihr war. Ihre Bauschmerzen kehrten zurück, schlimmer als je zuvor. Plötzlich tauchte Samuel auf und versuchte, Judy mit einer Axt zu erschlagen. Dieser gelang es jedoch, zu entwischen.
Langsam wurde das fremde Wesen der Menschen überdrüssig. Deshalb zerstörte es die Druckregulierung der Station, damit das Wasser eindringen konnte und alle dort von allein den Tod finden würden. Dann wandte sich Samuel der Schleuse zu und schwamm ohne Taucheranzug nach Hause - in den St.-Viktor-Graben.
Die drei Menschen in der Station hatten nur noch zwei Taucheranzüge - die, mit denen Cliff und Judy zur Station gekommen waren. Also mußten sie sich mit dem Atmen abwechseln. Mit Hilfe eines Wassergleiters gelang es, die Station rasch und ohne Anstrengung zu verlassen. Auf halben Weg trennte sich Cliff von den beiden Frauen, um zu versuchen, Samuel zu retten.
Als er ihn endlich fand, trennte sich das Meereswesen gerade von dem Wissenschaftler. Und da Cliff da war, um mit ihm den Sauerstoff zu teilen, schafften es die beiden ebenfalls bis nach oben, wo sie wie die beiden Frauen von der Küstenwache geborgen wurden.
 
25) "Kontakt!" von Carter Jackson
Die letzten Wochen waren mehr als anstrengend für die beiden US-Marshals Judy Davenport und Cliff Conroy gewesen. Sie waren so oft in tödliche Situationen geraten, daß sie begonnen hatten, sich langsam aber sicher immer weiter von ihrer bisherigen Tätigkeit zu distanzieren. Nun war es soweit, und die beiden hatten beschlossen, ihre Tätigkeit für Senator Campbell endgültig aufzugeben und die UFO-Akten zu schließen.
Doch kaum einen Tag vor den Treffen mit dem Senator, da sie diesem ihren Beschluß mitteilen wollten, überfielen Judy nachts unglaubliche Bauchschmerzen. Die Narbe, die sie vor rund einem Jahr nach dem Spaziergang im Wald bei Uncton zum ersten Mal entdeckt hatte, war entzündet. Ihr Bauch wölbte sich vor wie bei einer Frau, die im 4. oder 5. Monat schwanger war. Und das, obwohl vor drei Stunden noch nichts zu sehen gewesen war.
Sie entschloß sich, zunächst einmal nichts zu unternehmen, und da ihr Bauch am nächsten Morgen wieder so flach wie gewohnt war, mußte sie auch Cliff nichts davon erzählen. Doch der Schmerz kehrte bald zurück, und Judy verlor in Cliffs Armen das Bewußtsein. Im Krankenhaus wurde schließlich festgestellt, daß Judy tatsächlich im 6. Monat schwanger war. Außerdem befand sich nur wenig unter ihrer Bauchdecke ein kleiner metallischer Körper, den man sicherheitshalber sofort herausoperierte. Um was es sich bei der tablettengroßen Kapsel handelte, fand man jedoch auch nach gelungener Operation nicht heraus.
Auf eigenen Wunsch wurde Judy vorzeitig entlassen, denn sie wollte unbedingt zu ihrem Termin mit Senator Campbell. Dort angekommen erfuhren sie jedoch, daß dieser entführt, seine Frau chloroformiert, sein Arbeitszimmer verwüstet und sein Leibwächter erschossen worden war.
McKay hatte Campbell entführen lassen. Er zeigte diesem zunächst ein echtes UFO, das neben einem zweiten 1947 bei Roswell abgestürzt war. Seitdem wurde versucht, es zu reparieren. Dann kam McKay auf sein eigentliches Anliegen zu sprechen. Campbell einfach zu töten, würde zuviel Wirbel erzeugen. Deshalb würde man ihm zunächst sein ganzes Wissen über Ghost Rider entziehen und ihm dieses dann wegnehmen, so daß er weiter als erfolgreicher Senator, aber nicht länger als UFO-Jäger tätig sein könnte.
Judy und Cliff entschlossen sich, praktisch als ihre letzte Amtshandlung, den Senator zu suchen und wenn möglich zu befreien. Als plötzlich der geheimnisvolle Buzz auftauchte und ihnen mitteilte, daß die NSA Campbell entführt hatte, wußten sie zumindest, daß sie in deren Hauptquartier in Ford Meade die Suche beginnen mußten. Auf ihrem Flug gab sich Buzz den beiden zu erkennen. Er war Colonel Edwin Aldrin, der dritte Mann beim ersten Mondflug.
McKays erster Versuch, Campbell sein Wissen mittels eines Telepathen zu entziehen, scheiterte, weil dieser sich auf die gleiche Weise dagegen zu schützen wußte wie McKay selbst. Also begann die nächste Stufe des Verhörs mit chemischen Drogen.
Diese sollten verhindern, daß der Senator auf Fragen mit Lügen oder gar nicht antwortete. Es war, als würden die Antworten unter Umgehung des bewußten Denkens direkt auf seine Zunge gelegt. Doch als die Sprache auf die beiden US-Marshals kam, schaffte es der Senator, die Wirkung der Droge zu überwinden und die Antworten zu verweigern.
Buzz hatte Kleidung und Ausweise von NSA-Technikern besorgt, und es gelang ihnen überraschend einfach, in das Hochsicherheitsgebäude einzudringen. Von einem Kontaktmann innerhalb der NSA wußte Buzz, daß sich Campbell irgendwo in den Untergeschossen in einem Bereich namens S4 aufhielt. Und tatsächlich gelangten sie ohne Zwischenfall bis zu seiner Zelle.
Hier verkleideten sie sich nun als NSA-Ärzte und nahmen den Senator mit sich. Auf dem Weg nach draußen mußten sie mehrfach Sicherheitspersonal ausweichen und entdeckten dabei zufällig einen Kühlraum, in dem die Leichen von Außerirdischen aufbewahrt wurden.
Beinahe wäre die Flucht so leicht gelungen wie der Weg herein, aber sie liefen ausgerechnet McKay in die Hände, der sie sofort erkannte. Doch noch einmal hatten sie Glück und entwischten in einem Lift nach oben bis ins Erdgeschoß. Einen medizinischen Notfall vortäuschend, gelangten sie unbehelligt bis zu ihrem Wagen. Mit diesem schafften sie es - durch wilden Kugelhagel hindurch - tatsächlich, das Gelände der NSA unbeschadet zu verlassen - verfolgt von McKay und seinen Schergen.
Um zu entkommen, mußten sie sich bald trennen. Deshalb sprangen Cliff und Judy mit dem Senator an einer verdeckten Stelle aus dem Wagen, und Buzz spielte für seine Verfolger den Köder, um den dreien die Flucht zu ermöglichen. Doch Buzz wollte auf Nummer Sicher gehen und zündete wenige Augenblicke darauf eine Bombe in seinem Wagen, damit die NSA annehmen sollte, sie wären alle bei der Explosion ums Leben gekommen.
Mit Campbell zusammen, in dessen Zustand, wäre eine weitere Flucht zu Fuß sinnlos gewesen. Deshalb verbargen sie den Senator und liefen allein weiter. Doch McKay entdeckte sie bald und stellte sie. Bis Verstärkung eintraf, erriet Judy den geheimen Auftrag des NSA-Mannes. Da es nicht gelungen war, die außerirdischen Raumschiffe mit Telepathen allein zu steuern, sollte er Kontakt zu Außerirdischen aufnehmen und diese zur Zusammenarbeit überreden.
Überrascht mußte McKay eingestehen, daß dies zutraf, konnte die beiden mit diesem Wissen aber nicht weiterleben lassen. In einem verzweifelten Versuch sprang Cliff den NSA-Agenten an, wurde jedoch rasch überwältigt. Als plötzlich ein Hubschrauber mit starkem Scheinwerfer auftauchte und ihn zum Fallenlassen seiner Waffe aufforderte, war dieser kurzfristig aus dem Konzept gebracht. Dies nutzte Cliff und schlug ihm die Waffe aus der Hand. McKay war ihm körperlich jedoch weit überlegen, schlug ihn zur Seite und zog seine zweite Waffe. Doch Judy hatte inzwischen die fallengelassene Waffe aufgehoben und erschoß ihren Gegner.
Plötzlich erwärmte sich das Metallplättchen, das sie aus Judy Bauch herausoperiert hatten, und ein riesiges UFO tauchte am Nachthimmel auf. Der NSA-Hubschrauber stürzte ab, und eine Brücke aus Licht entstand - vom UFO ausgehend bis zum Erdboden. Judy wußte plötzlich, was das bedeutete. Sie verabschiedete sich von Cliff, denn sie mußte nun gehen - für das Baby. Doch Cliff, der sich eingestand, daß er Judy liebte, folgt ihr in das Raumschiff.
Senator Campbell hatte alles mitangesehen, und noch ehe das Raumschiff gänzlich verschwunden war, hatte er alle Schmerzen weitgehend verdrängt und sich zum Highway geschleppt. Er würde dafür sorgen, daß alles über die fremden Besucher publik werden würde.

Thomas Partzsch




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