Tarn-Vedra,
der Heimatplanet des Commonwealth, ist seit der Langen Nacht
verschollen. Zwar behaupten seitdem immer wieder zahlreiche
Raumfahrer, sie hätten Slipstream-Routen entdeckt, die nach
Tarn-Vedra führen würden, aber das sind nur Gerüchte.
Doch es gibt tatsächlich jemanden, der den Weg nach Tarn-Vedra
weiß Hasturi, der Perseide. Der ist aber ebenso
verschollen wie Tarn-Vedra. Oder hat er sich einfach nur an einen
geheimen Ort zurückgezogen?
Während Trance und Harper eine Mission in der Mendocino Drift
absolvieren, geraten sie in die Hände von Gerentex. Daß
diesem der Kopfgeldjäger Reaper auf den Fersen ist, ist noch das
geringstes Problem Gerentex erpreßt beide, um endlich
den Weg zu Hasturi zu finden. Und als Trance in einem Kasino jede
Menge Geld gewinnt, um den Chip mit dem Aufenthaltsort von Hasturi zu
bekommen, sind ihnen auch noch die Stationsmarshalls auf den
Fersen.
Dylan und Beka dagegen haben Mühe, die Perseiden vom Vorteil des
Commonwealth zu überzeugen. Trotz aller diplomatischen Kniffe
gelingt es ihnen voläufig nicht, die Perseiden zu
überreden. Und von dem Schlamassel, in das Harper, Trance und
Gerentex geraten sind, haben sie keinen Schimmer...
"Fear and Loathing in the Milkyway" bildet die Vorgabe für diese
Romanumsetzung von Jürgen Heinzerling. Doch Jürgen
beschränkt sich nicht auf eine reine Nacherzählung der
Episode dafür hätte dann die Schrift vermutlich noch
größer sein müssen sondern fügt mit der
Vergangenheitsebene rund um Harper eine zweite Handlungsebene ein.
Vor die Kapitel stellt Jürgen Auszüge aus Harpers
Silpmails, zweimal einen Tagebucheintrag von Trance und dann jede
Menge Postings aus diversen Foren. Ein Stilmittel, das geschickt
benutzt wird. Denn so verleiht Jürgen neben den
Vergangenheitskapiteln der Figur des Harper noch etwas Tiefe. Und
verteilt nebenbei recht bissige Seitenhiebe auf Hummel-Figurinen, die
am Ende des Romans als reine "Zielobjekte" für Harpers
Waffenclub dienen. Daneben gibts noch nette Anspielungen auf
McDonald-Restaurants, Magogtoiletten werden erwähnt, und
überhaupt sind die Dialoge zwischen Trance und Harper gut in
Szene gesetzt.
Im Gegensatz zum Roman von Frank Rehfeld hat man hier lebendige
Charaktere vor sich nun gut, Jürgen hatte den Vorteil,
eine eigene Handlungsebene zu erfinden. Vielleicht, wenn hier denn
noch etliche Romane folgen, ist das Frank auch gegönnt. Zudem
ist der Aufbau des Romans auch etwas besser. Wie gesagt, die zweite
Handlungsebene um Harper, die auf der Erde spielt, trägt dazu
einen nicht unerheblichen Teil bei. Daß das Geheimnis um
Tarn-Vedra nicht aufgelöst wird, mag man als Schwäche oder
als Vorteil ansehen. Schwäche, weil die Handlungsebene nicht
innerhalb des Romans zu Ende gebracht wird und er somit nicht ganz
"rund" wirkt. Ein Vorteil aber, da man hier problemlos mit einer
eigenen Handlung anknüpfen kann, die sich dann nicht mehr an den
Fernsehfolgen orientiert. Jürgen hat in diesem Roman den
Mittelweg gewählt und das war eine gute Entscheidung.
Fazit:
Andromeda-Fans werden an diesem Roman ihre helle Freude haben,
besonders, wenn sie Harper-Fans sind. Wer auf rasante SF steht und
sich nicht am Andromeda-Universum stört, kann mit dem Roman auch
seinen Spaß haben vor allem wegen der diversen
Seitenhiebe.
13 Punkte